Niko Kovac kann die Entscheidung von Julian Nagelsmann, Maximilian Beier nicht für die anstehenden Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft zu nominieren, nur schwer nachvollziehen. „Seine Leistung spricht für sich. Ich denke, es gäbe sehr, sehr viele Gründe dafür. Aber der Bundestrainer entscheidet“, sagte der Coach von Borussia Dortmund am Samstag nach dem turbulenten 3:2 gegen den Hamburger SV.
BVB über Nagelsmann-Entscheidung verwundert
Nagelsmanns Entscheidung irritiert BVB
„Ich persönlich hätte ihn mitgenommen“, führte Kovac aus und wurde deutlich: „Trotzdem glaube ich daran, dass er mit zur WM fährt. So einen Spieler braucht man bei der WM.“ Beier zählt beim BVB zu den großen Gewinnern der Rückrunde und ist aus der Startelf kaum mehr wegzudenken. In der Bundesliga kommt der Offensivspieler inzwischen auf 15 Scorerpunkte. Neben sieben Vorlagen gelangen ihm acht eigene Treffer.
Gegen den HSV zeigte Beier einen erneut höchst engagierten Auftritt und ging insbesondere im zweiten Durchgang, als die Schwarz-Gelben spürbar an Schärfe und Entschlossenheit zulegten, mit positivem Beispiel voran. Dazu holte er gleich zwei Strafstöße heraus: Den ersten setzte Felix Nmecha in der 45. Minute noch neben das Tor, in der 73. Minute machte es Rami Bensebaini dann besser. Geschäftsführer Lars Ricken schlug entsprechend in die gleiche Kerbe wie Kovac.
DFB-Team? Auch Ricken spricht sich für Beier aus
„Wir können nur die Leistung bewerten, die Maxi bei uns liefert – und die ist seit Wochen herausragend. Er arbeitet unermüdlich, ist auf mehreren Positionen einsetzbar, selbst auf defensiveren. Heute war er sogar kurz Linksverteidiger“, betonte Ricken: „Er erzielt Tore, bereitet Treffer vor und ist ein absoluter Mannschaftsspieler. Ein ganz wichtiger Baustein in unserem Spiel. Deswegen sind wir schon der Meinung, dass er es verdient gehabt hätte, zur Nationalmannschaft zu gehen.“
Doch am Ende habe „der Bundestrainer die Verantwortung und sich anders entschieden. Das ist für uns und für Maxi schade, aber wir müssen es respektieren“, sagte Ricken weiter. Beier bestritt für das DFB-Team bislang sieben Partien. Seinen letzten Einsatz absolvierte der 23-Jährige im Oktober 2025 gegen Nordirland, als er in der Schlussphase eingewechselt wurde. In der abschließenden Länderspielperiode des vergangenen Jahres gehörte er bereits nicht mehr zum Aufgebot.
„Maxi Beier, Karim Adeyemi, Kevin Schade – ich war so transparent bei den Dreien: Wir werden – Stand heute – einen, maximal zwei, dieser Konterstürmer mitnehmen. Einer von den drei, vielleicht zwei, werden sich am Ende durchsetzen“, begründete Nagelsmann diesmal seine Entscheidung. Schade, der im Gegensatz zu Beier und Adeyemi berücksichtigt wurde, soll nun zunächst die Gelegenheit erhalten, sich vollends im Team einzufinden.