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FC Bayern: Hinter den Kulissen ärgert man sich

Hinter den Kulissen ärgert sich Bayern

Plötzlich ist die Münchner Kommunalpolitik ein Thema rund um den FC Bayern. Dass die bayerische Landeshauptstadt einen neuen Oberbürgermeister bekommt, wird auch dem Rekordmeister zugeschrieben. Eine Lesart, die an der Säbener Straße nicht gut ankommt.
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat seine Mandate beim FC Bayern München mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Was bedeutet dieser Schritt für den Rekordmeister? Im Podcast "Die Bayern-Woche" ordnet Stefan Kumberger, Chefreporter von Sport1, die Entscheidung ein.
Plötzlich ist die Münchner Kommunalpolitik ein Thema rund um den FC Bayern. Dass die bayerische Landeshauptstadt einen neuen Oberbürgermeister bekommt, wird auch dem Rekordmeister zugeschrieben. Eine Lesart, die an der Säbener Straße nicht gut ankommt.

Es war ein wahrer Polit-Knall, den München am vergangenen Sonntag erlebte: Dieter Reiter (SPD) wurde in der Stichwahl als Oberbürgermeister abgewählt. An seine Stelle tritt Dominik Krause von den Grünen.

Normalerweise ist das Münchner Rathaus kein Thema für den FC Bayern, bislang arbeitete man mit jedem Amtsinhaber mehr (Reiter) oder weniger gut (Christian Ude) zusammen. Beide Seiten wussten und wissen, was man aneinander hat.

Dass Reiters Wahlniederlage von politischen Analysten zu einem guten Teil dessen umstrittenen Engagement beim Rekordmeister zugeschrieben wird, kommt an der Säbener Straße aber gar nicht gut an.

90.000 Euro: Reiter ließ Zahlungen nicht genehmigen

Zur Erinnerung: Der derzeit wegen eines verschleppten Infekts krankgeschriebene Noch-Oberbürgermeister (laut Münchner tz handelt es sich um eine Herzmuskelentzündung) hatte jahrelang als Verwaltungsbeirat des Vereins Aufwandsentschädigungen kassiert.

Ein üblicher Vorgang, von Vetternwirtschaft keine Spur. Doch Reiter hatte sich den Erhalt der Zahlungen in Höhe von insgesamt rund 90.000 Euro nicht vom Stadtrat genehmigen lassen. Deswegen prüft die Regierung von Oberbayern aktuell ein Disziplinarverfahren.

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung machten Experten bereits vor der Wahl klar, dass sie Konsequenzen für unausweichlich halten.

Ist der Fall Reiter ein Fall FCB?

Hinter den Kulissen des FC Bayern ärgert man sich über diese Analyse. Vielmehr ist man der Meinung, dass Reiter einfach einen schlechten Wahlkampf abgeliefert habe. Die Lesart: Der Fall Reiter ist kein Fall FCB.

Eine Sicht, die durchaus ihre Berechtigung hat. Schließlich fielen im bayerischen Kommunalwahlkampf einige Bastionen, die zuvor jahrzehntelang in der Hand einer Partei lagen. Die Wählerinnen und Wähler im Freistaat hatten offenkundig eine grundsätzliche Lust am Wechsel.

Auch deswegen will man an der Säbener Straße in der Abwahl Reiters keinen Sonderfall sehen und sich keinesfalls in eine Art Mitverantwortung nehmen lassen.

Diese Auswirkungen hat der Polit-Knall auf den FC Bayern

Viel wichtiger ist, welche Auswirkungen der Führungswechsel im Rathaus konkret für die Zukunft des FC Bayern hat. Krause ist als waschechter Giesinger bekennender Fan des TSV 1860 und besucht regelmäßig die Heimpartien der Löwen. Da verwundert es kaum, dass er auf Instagram seinem Lieblingsverein folgt, nicht aber dem Rekordmeister (Stand 25. März). Eine Petitesse, aber es fällt gewieften Beobachtern eben auf.

Gut für die Bayern: Ihr 100-Millionen-Plan zum Umbau des Trainingsgeländes ist in trockenen Tüchern – kaum vorstellbar, dass sich daran unter der neuen Stadtführung etwas ändert. Auch darf man davon ausgehen, dass sie bei Titelgewinnen weiterhin auf den Rathausbalkon eingeladen werden.

Die Forderung, der Klub möge seine Feierlichkeiten in Zukunft doch bitte selbst bezahlen, kam in der Vergangenheit nicht von Krause, sondern von der Fraktion der Linken. Der baldige Oberbürgermeister sprach sich im Mai 2025 sogar explizit gegen diesen Vorschlag aus – obwohl die Gaudi auf dem Marienplatz die Stadt jedes Mal eine halbe Million Euro kostet.

Verwaltungsbeirat: Wer folgt auf Reiter?

Für die Klub-Strategen sind das aber ohnehin Nebeneffekte des Falls Reiters. Viel wichtiger ist es derzeit, einen geeigneten Nachfolger für den Vorsitz des Verwaltungsbeirats zu finden.

Schließlich bekommt der als sogenanntes „geborenes Mitglied“ automatisch einen Platz im mächtigen Aufsichtsrat der Fußball-AG zugeteilt – es ist das Gremium, wo unter der Führung von Herbert Hainer die großen Strategien erarbeitet werden.

Nach aktuellem Stand würde die stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsbeirats, Alexandra Schörghuber, die entsprechenden Aufgaben übernehmen. Ob sie aber offiziell und dauerhaft den obersten Job bekommt, ist noch offen. Die Kommunalpolitik betrifft den Verein eben doch deutlicher als üblich.