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Drohszenario Polizeikosten: Politik kritisiert Verbände

Debatte um Polizei, Fans und Bundesliga

Die Innenminister Reul und Schuster zeigen sich unzufrieden mit der Debatte um mehr Sicherheit im Fußballstadion.
Übten Kritik: Herbert Reul (l.) und Armin Schuster
Übten Kritik: Herbert Reul (l.) und Armin Schuster
© IMAGO/Future Image/SID/Robert Schmiegelt
Die Innenminister Reul und Schuster zeigen sich unzufrieden mit der Debatte um mehr Sicherheit im Fußballstadion.

Die Innenminister der Länder Nordrhein-Westfalen und Sachsen, Herbert Reul und Armin Schuster (beide CDU), haben nicht ausgeschlossen, dass Fußballklubs künftig für die Polizeikosten bei Hochrisikospielen aufkommen müssen.

„Diesen Weg halte ich aus unterschiedlichen Gründen für falsch“, sagte Schuster im Interview mit dem kicker zwar, „aber der Druck auf mich angesichts des Verhaltens spezieller Fans und des Nichteingreifens des Fußballs steigt und steigt.“

Im politischen Raum gebe es immer mehr Vertreter, die dafür plädierten, „das Problem auf die Weise zu lösen, dass endlich Rechnungen geschrieben werden“, ergänzte Schuster. Der Politiker zeigte sich in der Debatte um die Sicherheit in deutschen Fußballstadien verärgert über das Verhalten von Vereinen und Verbänden: Nach der Innenministerkonferenz im Dezember habe er das Gefühl gehabt, „dass unsere Hand dem Fußball gegenüber ausgestreckter nicht sein kann.“ Derzeit aber „fühlt es sich so an, als würde aktuell jeden Samstag und Sonntag in meine ausgestreckte Hand geschlagen.“

Parteikollege Reul stimmte zu und sagte in Richtung Deutscher Fußball Liga (DFL) und Deutscher Fußball-Bund (DFB): „Wir haben versucht, endlich ein paar Verabredungen bundesweit zu schaffen. Die Kollegen haben mit DFL und DFB verhandelt, und von vielen Vorschlägen in der Konferenz blieb noch der eine zu den Stadionverboten übrig. Und der ist auch noch weichgespült. Da werde ich stinksauer. Und wenn die Verbände jetzt nicht in der Lage sind, zumindest das umzusetzen, sondern auf Zeit spielen, dann erhöht das nicht die Glaubwürdigkeit.“

Bezüglich der Debatte um Stadionverbote sei sein Stand, „dass wir im Grunde wieder bei null stehen“, bemängelte Reul. Im Dezember hatten die Minister unter anderem die Schaffung einer unabhängigen Kommission für Verbote beschlossen. Die Verbände würden nun aber nicht mehr zum ausgehandelten Kompromiss stehen, „das wird wieder Auftrieb für diejenigen sein, die fordern, wir sollen den Vereinen Rechnungen schreiben“, sagte Reul.

Mit Blick auf die nächste Innenministerkonferenz Mitte Juni erhofft sich Reul, dass bis dahin feststeht, „dass und wie es eine neue Stadionverbots-Ordnung gibt. Wenn die Verbände diesen schon sehr weichen Beschluss allerdings noch weiter aufweichen, dann mache ich das nicht mit.“