Kommt es am Mittwoch zum unverhofften Profidebüt von Leonard Prescott beim FC Bayern?
FC Bayern: Schlägt jetzt die große Stunde eines 16-Jährigen?
Schlägt jetzt seine große Stunde?
In den vergangenen anderthalb Wochen haben sich Manuel Neuer (Muskelfaserriss), Jonas Urbig (Gehirnerschütterung) und Sven Ulreich (Muskelbündelriss) verletzt, weshalb der 16 Jahre alte Stammtorwart der U19 vor dem Achtelfinal-Rückspiel gegen Atalanta Bergamo (Mittwoch ab 21 Uhr im LIVETICKER) in den Fokus rückt.
Eigentlich steht in der Torwart-Hierarchie der Münchener Leon Klanac vor Prescott – doch auch der 19-Jährige, der für die zweite Mannschaft in der Regionalliga Bayern aufläuft, laboriert derzeit an einer Oberschenkelverletzung und ist dementsprechend nicht einsatzfähig. Zudem wird Prescott intern ein höheres Standing als Jannis Bärtl (19), der Klanac im Tor des Regionalliga-Teams vertritt, nachgesagt.
FC Bayern: Am Montag fällt die Urbig-Entscheidung
Aus diesem Grund könnte nun Prescotts große Stunde schlagen, nachdem er schon im Hinspiel gegen Bergamo (6:1) erstmals im Profikader gestanden hatte. In Italien zog sich Neuers Ersatzmann Urbig kurz vor dem Schlusspfiff eine Gehirnerschütterung zu, weshalb er am Samstag in Leverkusen (1:1) ausfiel und Prescott zum ersten Mal auch in der Bundesliga auf der Bank sitzen durfte. Beim Topspiel feierte Ulreich sein umjubeltes Comeback nach 539 Tagen, doch der 37-Jährige verletzte sich direkt.
Zwar steht Neuer vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining, doch von einem schnellen Comeback ist nach SPORT1-Informationen nicht auszugehen. Zudem wird die Wahrscheinlichkeit für eine rechtzeitige Genesung von Urbig auf 50:50 eingestuft. Ein Einsatz bereits eine Woche nach der Verletzung käme jedoch recht früh, weshalb ein Risiko vorhanden ist.
Am Montag steht beim 22 Jahre alten Schlussmann die entscheidende Untersuchung an. „Jonas ist auf einem guten Weg und kann vielleicht am Mittwoch schon wieder spielen“, gab Ulreich am Samstag ein kurzes, aber hoffnungsvolles Update.
Bayern-Juwel besitzt zwei Staatsbürgerschaften
Der nun in den Mittelpunkt rückende Prescott hütete im Laufe der Saison 16-mal das Tor der U19 des FC Bayern, kassierte wettbewerbsübergreifend 30 Gegentore und hielt einmal seinen Kasten sauber. Er gilt als großes Talent und bei den Bayern vertraut man dem 16-Jährigen, welcher 2023 von Union Berlin nach München gelotst wurde.
Auch darüber hinaus weckt er Interesse: Wie die tz Mitte Februar berichtete, haben „namhafte Klubs“ Prescott, dessen Vertrag beim FCB bis 2027 läuft, auf dem Zettel.
Der 1,96 Meter große Keeper wurde in New York geboren, ist aber in Berlin aufgewachsen. Seine Mutter ist Deutsche und sein Vater US-Amerikaner. Prescott besitzt beide Staatsbürgerschaften und spielt im DFB-Nachwuchs für die U17.
Prescott kann doppelt Geschichte schreiben
Steht Prescott am Mittwoch zwischen den Pfosten, wäre er im Alter von 16 Jahren und 176 Tagen der mit Abstand jüngste Torwart mit einem Pflichtspieleinsatz in der Bayern-Geschichte. Der bisherige Rekordhalter ist Sven Scheuer, der 1989 im Europapokal der Landesmeister gegen die Glasgow Rangers mit 18 Jahren und 237 Tagen zum Einsatz kam.
Doch nicht nur das: Prescott würde auch generell zum jüngsten Torwart in der Königsklasse avancieren und läge im Ranking der bisher jüngsten eingesetzten Akteure in der Champions League auf Platz acht.
Für Prescott ist klar: Der Mittwoch könnte zu einem Tag werden, den er niemals vergessen wird.