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FC Bayern: Wie Eberl sich gegen die Attacken wehrt

Warum Eberl wieder kritisiert wird

Die Diskussion um die berufliche Zukunft von Max Eberl nimmt erneut Fahrt auf. Was viele überrascht, kann dem Sportvorstand nicht gefallen. Trotzdem kämpft er weiter.
In den vergangenen Tagen wurde die Arbeit von Bayern-Sportvorstand Max Eberl immer wieder kritisiert. Der 52-Jährige lässt sich davon jedoch nicht beeindrucken. Die Kritik lässt ihn nach eigener Aussage kalt und spornt ihn sogar zusätzlich an.
Die Diskussion um die berufliche Zukunft von Max Eberl nimmt erneut Fahrt auf. Was viele überrascht, kann dem Sportvorstand nicht gefallen. Trotzdem kämpft er weiter.

Max Eberl dürfte sich wie in einer Zeitschleife fühlen. Seit unter der Woche erneut Berichte aufkamen, der Sportvorstand müsse um seinen Job kämpfen und sitze alles andere als sicher in seinem Sportvorstand-Sessel an der Säbener Straße, ist er wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

„Seit ich beim FC Bayern bin, habe ich mit Kritik zu kämpfen – in welcher Form auch immer, in unterschiedlicher Weise“, erklärte Eberl am Freitag. Er lasse das weiter an sich abprallen.

SPORT1-Informationen zufolge will der 52-Jährige auch über das Ende seines aktuellen Vertrags hinaus Teil der bayerischen Chefetage bleiben – trotz der Attacken vor und hinter den Kulissen. Doch sein Chefkritiker ist mächtig: Klub-Patron Uli Hoeneß gilt als derjenige, der Eberl weiterhin skeptisch beobachtet.

Schon Anfang September 2025 hatte der Ehrenpräsident keinen Hehl aus seinen Kritikpunkten gemacht und einige davon im SPORT1-Doppelpass enthüllt. Einer davon: Fehlende Absprache mit dem Aufsichtsrat. „Wir sind ein Milliarden-Laden. Und es wäre auch für Max gut, wenn er endlich begreift, dass man solche Dinge auf mehrere Schultern verteilt“, erklärte Hoeneß damals – ein echter Paukenschlag.

FC Bayern: Eberl hat schon ganz andere Stürme überlebt

In ihrem Bericht spricht die Sport Bild davon, Eberls Chancen auf eine Weiterbeschäftigung über Mitte 2027 hinaus lägen bei 50 Prozent. Seine Zukunft sei „offen wie nie“. Eine Wertung, die durchaus überrascht.

Spötter könnten anmerken, dass die Aussichten des Sportvorstands so rosig wie selten sind. Angesichts der Kritik im Jahr 2025 ist ein „Fifty-Fifty“ gar nicht schlecht, da hat Eberl schon ganz andere Stürme überlebt.

Interessanterweise scheint der Sportvorstand in der Bewertung durch die Klub-Häuptlinge eine Sonderrolle einzunehmen. Im Verein gibt es nämlich durchaus Führungspersonal, das für das Gegenteil kritisiert wird – nämlich dass zu viele kleine Themen unnötigerweise an den Aufsichtsrat herangetragen werden …

Fakt ist: Eberl hat es nicht leicht mit den obersten Hütern des FC Bayern – mit Auswirkungen auf sein Kerngeschäft. Ein Beispiel: Der Poker um eine Vertragsverlängerung mit Dayot Upamecano zog sich auch deswegen in die Länge, weil es der Aufsichtsrat war, der immer wieder bremste.

SPORT1-Infos zufolge war Eberl bereits im Frühjahr 2025 mit dem Franzosen einig, doch dann kam das Veto von oben. Die Folgen sind bekannt: Die Verhandlungen wurden auf Eis gelegt, erst im Herbst wieder aufgenommen und gerieten für den FC Bayern zu einem teuren Vergnügen – schließlich hatte Upamecano in der Zwischenzeit den Turbo eingelegt und seinen Marktwert deutlich gesteigert.

Eberl bekommt indirekte Schützenhilfe von Oliver Kahn

Kurioserweise bekommt Eberl indirekt Schützenhilfe eines Ex-Bayern-Bosses. Oliver Kahn, einst CEO an der Säbener Straße, kritisierte jüngst den fehlenden Generationswechsel beim Rekordmeister.

Das laufe „im Schneckentempo“, sagte der ehemalige Keeper bei Sky – eine klare Spitze gegen Hoeneß, dem er bereits vor zwei Jahren vorwarf, wie die Hauptfigur in der TV-Serie „Succession“ zu handeln. Dort geht es um einen in die Jahre gekommenen Firmenboss, der nicht von der Macht lassen kann.

Eberl dagegen geht ruhiger, ja fast gelassen mit dem Thema um und zählt lieber seine Erfolge auf: „Ich glaube, wir stehen nicht so schlecht da. Wir haben eine Mannschaft, die Spaß macht. Wir haben die Möglichkeit, sehr viel zu erreichen dieses Jahr. Und das ist das, wofür ich angestellt bin hier“, sagt der Sportvorstand. Ob das seinen Vorgesetzten ausreicht, wird im Sommer in der übernächsten Aufsichtsratssitzung entschieden.