Bundesliga>

FC Bayern: Wie gefährlich wird das Torwartproblem?

Der Torwart-Plan der Bayern

Manuel Neuer und Jonas Urbig fallen verletzungsbedingt aus, plötzlich gerät ein alter Bekannter wieder in den Fokus. Welche Konsequenzen hat das für das Spiel der Bayern?
Der FC Bayern München gewinnt das Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals bei Atalanta Bergamo zwar deutlich, muss aber drei verletzte Spieler hinnehmen. Sportvorstand Max Eberl gibt nach der Partie erste Updates zur Situation von Alphonso Davies, Jamal Musiala und Jonas Urbig.
Manuel Neuer und Jonas Urbig fallen verletzungsbedingt aus, plötzlich gerät ein alter Bekannter wieder in den Fokus. Welche Konsequenzen hat das für das Spiel der Bayern?

Beim FC Bayern geht erneut das Verletzungs-Gespenst um. Während Jamal Musiala einen Rückschlag erlitten und sich Alphonso Davies eine Oberschenkelzerrung zugezogen hat, wird es insbesondere zwischen den Pfosten personell eng.

Wegen einer Gehirnerschütterung fällt Jonas Urbig aus. Da die eigentliche Nummer 1, Manuel Neuer, aktuell zum wiederholten Male an einem Faserriss laboriert, gerät somit unverhofft Sven Ulreich wieder in den Fokus. Der Routinier wird Urbig im anstehenden Bundesligaspiel bei Bayer Leverkusen am Samstag (15.30 Uhr im LIVETICKER) vertreten. Doch wie geht es danach weiter?

Fakt ist: Die Wahrscheinlichkeit, dass Ulreich auch das Rückspiel gegen Atalanta Bergamo am kommenden Mittwoch absolvieren muss, ist nicht gering. Grund ist die Komplexität von Gehirnerschütterungen, wie sie Urbig erlitten hat.

Urbig mit Blitz-Comeback?

Üblicherweise beträgt die Ausfallzeit eine oder zwei Wochen – je nach Verlauf. Experten raten zudem in den ersten 48 Stunden nach einer Gehirnerschütterung zu absoluter körperlicher und geistiger Ruhe. Patienten sollen sogar auf die Nutzung eines Handys oder Fernsehen verzichten.

Sollte Urbig also tatsächlich bereits in der kommenden Woche eine Rückkehr wagen, wäre es ein Blitz-Comeback, das mit Risiko verbunden wäre. Gut möglich, dass die Bayern bewusst darauf verzichten – schließlich ist die Ausgangslage nach dem furiosen 6:1-Sieg vom Dienstagabend mehr als komfortabel.

FC Bayern: Verletzungspech war schon oft ausschlaggebend

Vorsicht ist auch deswegen geboten, weil man an der Säbener Straße eine länger dauernde Verletzungsmisere fürchtet, die den sportlichen Erfolg nachhaltig gefährdet.

Bereits am Montag, also noch vor der Partie in Bergamo, hatte Sportvorstand Max Eberl das Viertelfinal-Aus gegen Inter Mailand vor fast einem Jahr vor allem an der damaligen Verletztensituation festgemacht. Auch in der Saison davor – noch unter Trainer Thomas Tuchel – ächzte der Kader unter der Belastung und vielen Ausfällen.

Das soll nicht wieder passieren. Dabei hilft es, dass sich der Torwart-Plan der Bayern in den vergangenen Monaten geändert hat. Während man in der Vergangenheit hinter Neuer vor allem auf Ulreich als Nummer 2 und junge Keeper wie Christian Früchtl und Daniel Peretz dahinter setzte, wurde die Reihenfolge mittlerweile angepasst.

Ulreich nur noch Nummer drei beim FC Bayern

Hinter der Nummer 1 steht mit Urbig bereits auf der Ersatzposition ein Jungspund mit Perspektive. Die zahlreichen Einsätze haben dem 22-Jährigen merklich gutgetan, Fehler unterlaufen ihm kaum.

Dass in München nicht das große Zittern ausbricht, wenn er im Tor steht, darf der Youngster als großes Kompliment verstehen. Erst jetzt, da Urbig ausfällt, rückt Ulreich nach. Das bayerische Torwart-Schema hat sich also rechtzeitig gedreht – ein Punkt, der in den kommenden Tagen helfen könnte.

Schließlich ist nicht davon auszugehen, dass ein erfahrener Mann wie Ulreich angesichts eines Champions-League-Spiels nervös wird. Richtig brenzlig dürfte es für die Bayern also erst dann werden, wenn sich auch er verletzten sollte.

Nächster Kandidat für den Posten zwischen den Pfosten wäre dann Leonard Prescott. Der durfte in Bergamo erstmals auf der Bank Platz nehmen und gilt als riesiges Talent – allerdings ist er erst 16 Jahre alt …