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Gräfe: Bayern-Star hatte sogar noch Glück

Gräfe: Bayern-Star hatte noch Glück

Im Bundesligaspiel zwischen dem FC Bayern und Bayer Leverkusen häufen sich umstrittene Entscheidungen. Manuel Gräfe stützt Referee Christian Dingert - nur eine Szene sieht er Ex-Schiri rückwirkend anders.
Christian Dingert stellt Bayern-Star Luis Díaz mit Gelb-Rot nach einer Schwalbe vom Platz. Im Nachgang würde er seine Entscheidung am liebsten allerdings revidieren.
Im Bundesligaspiel zwischen dem FC Bayern und Bayer Leverkusen häufen sich umstrittene Entscheidungen. Manuel Gräfe stützt Referee Christian Dingert - nur eine Szene sieht er Ex-Schiri rückwirkend anders.

Nach dem turbulenten Topspiel zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern München (1:1) musste sich Schiedsrichter Christian Dingert, der mit etlichen strittigen Entscheidungen die Gemüter erhitzte, vor allem von Bayern-Seite Kritik gefallen lassen. Von Ex-Referee Manuel Gräfe bekam er aber in den meisten Fällen Schützenhilfe.

Das Spiel sei für den Referee „Schwerstarbeit“ gewesen, meinte der Experte in einer Videobotschaft bei Bild. Zwei Tore der Münchner wurden wegen Handspiels aberkannt, Luis Díaz erhielt für eine Schwalbe die Gelb-Rote Karte und Leverkusen blieb der Siegtreffer in der Nachspielzeit durch ein Millimeter-Abseits verwehrt.

Gräfe zeigte für die meisten Entscheidungen von Dingert Verständnis: Sowohl die Rote Karte gegen Nicolas Jackson („glasklar”) als auch die aberkannten Handspiel-Tore der Bayern seien korrekt entschieden gewesen.

Gräfe hätte Bayern-Star schon früher bestraft

Zwei Situationen bewertete der 52-Jährige aber anders als Dingert: Nach Ansicht von Gräfe hätte Bayern-Star Luis Díaz nämlich schon viel früher vom Platz fliegen müssen!

In der 74. Minute traf der Kolumbianer Aleix Garcia mit hohem Bein am Kopf - Dingert zeigte nur Gelb. „Wenn man auf zwei Metern Höhe den Ball mit dem Fuß spielen will und dann den Gegner frontal mit den Stollen am Kopf trifft, dann ist das eigentlich eine Rote Karte. Viel Glück für Díaz, dass er nicht hier schon runterflog“, fand Gräfe.

Dass der Münchner für seine Schwalbe wenige Minuten später dann doch den Platzverweis erhielte, war für Gräfe eine „nachvollziehbare Entscheidung“.

Kurioserweise hatte Schiedsrichter Dingert bei dieser Szene nach Abpfiff einen Fehler eingeräumt und erklärt, nach Ansicht der TV-Bilder würde er Díaz nicht Gelb geben. Weil es einen Kontakt zwischen dem Bayern-Spieler und Torhüter Janis Blaswich gab, war diese Sichtweise für Gräfe zwar „irgendwie nachvollziehbar“, nach seiner Ansicht versuchte Díaz aber, den Schiedsrichter zu täuschen. Darum müsse er mit dem Platzverweis leben.

Abseitstor? „Nicht im Sinne des Fußballs!“

Nicht einverstanden zeigte sich der einstige Top-Schiedsrichter mit dem aberkannten 2:1 für Leverkusen aus der Nachspielzeit.

Torschütze Jonas Hofmann stand - man konnte es nur erahnen - wohl eine halbe Schulterlänge im Abseits: „Das mag Abseits im technischen Sinne sein, aber dafür wurde die Abseitsregel nicht erfunden“, kritisierte Gräfe: „Man soll sich keinen Vorteil verschaffen - ist das ein Vorteil, wenn man überhaupt nicht mehr erkennen kann, ist das die Schulter? Ist das der Oberarm? Also eine krasse Entscheidung, nicht im Sinne des Fußballs!“