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Hamann missfällt Protest des FC Bayern: "Eines Weltvereins nicht würdig"

Hamann teilt gegen Bayern aus

Der FC Bayern fühlt sich benachteiligt und legt Protest beim Sportgericht ein. Dietmar Hamann kann die Aufregung nicht nachvollziehen und teilt gegen den deutschen Rekordmeister aus.
Christian Dingert stellt Bayern-Star Luis Díaz mit Gelb-Rot nach einer Schwalbe vom Platz. Im Nachgang würde er seine Entscheidung am liebsten allerdings revidieren.
Der FC Bayern fühlt sich benachteiligt und legt Protest beim Sportgericht ein. Dietmar Hamann kann die Aufregung nicht nachvollziehen und teilt gegen den deutschen Rekordmeister aus.

Dietmar Hamann kann den Ärger des FC Bayern über die Schiedsrichterentscheidungen nach dem vogelwilden 1:1 bei Bayer Leverkusen nicht nachvollziehen.

„Das ist doch eines Weltvereins nicht würdig“, sagte Dietmar Hamann am Sonntag bei Sky90.

Der FC Bayern übt Schiedsrichter-Kritik

Die Bayern hatten die Entscheidungsfindung von Schiedsrichter Christian Dingert scharf kritisiert. Ehrenpräsident Uli Hoeneß sprach gar von der „schlechtesten Leistung eines Schiedsrichter-Teams“, die er je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe.

„So eine Reaktion nach einem Spiel, in dem der Schiedsrichter ein gutes Spiel gepfiffen hat“, bemängelte Hamann: „Gegen Gladbach (4:1) und Hoffenheim (5:1) wurden sie massiv bevorteilt.“

Was Hamann besonders störte: Die Aufregung über die Gelb-Rote Karte gegen Luis Díaz (84.). Díaz legte den Ball an Janis Blaswich vorbei, hob ab, wurde in der Luft leicht vom Bayer-Keeper berührt, ging zu Boden und stand unmittelbar danach wieder auf. Dingert bewertete die Aktion als Schwalbe und stellte den Kolumbianer vom Feld.

Sperre gegen Luis Díaz: Bayern legt Protest ein

Die Bayern legten am Sonntag beim Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Einspruch gegen die Sperre von Díaz ein. „Ein Weltverein legt Protest ein gegen eine Gelb-Rote Karte, wo der Spieler versucht, einen Elfmeter zu schinden“, ärgerte sich Hamann.

Dingert hatte, was Díaz angeht, im Nachhinein einen Fehler eingestanden. „Der Spieler hebt ab. Den anschließenden Kontakt mit dem Torwart habe ich aus dem Spiel heraus nicht gesehen“, so der Unparteiische bei Sky: „Wenn ich mir die Bilder anschaue, ist die Gelb-Rote Karte sehr hart. Ich würde sie mit den Bildern jetzt nicht mehr geben.“

„Das ist im Leben keine Schwalbe“, ärgerte sich Kapitän Joshua Kimmich. Trainer Vincent Kompany wählte ebenfalls deutliche Worte: „Am schlimmsten ist die Szene bei Lucho Díaz! Wieso er die Gelb-Rote Karte bekommt, das weiß keiner im Stadion heute. Das ist Wahnsinn.“

Hamann: „Das war kein Fehler“

Hamann sieht es anders: „Der Schiedsrichter hat Luis Díaz vom Platz zu stellen. Der DFB versucht die Schiedsrichter zu schützen. Wenn der Schiedsrichter einen Fehler eingesteht, der meiner Meinung nach keiner war, dann lässt man das halt so laufen.“

Der Platzverweis sei für Hamann „die einzig richtige Entscheidung“ gewesen. Die Aussagen von Dingert hätten den 52-Jährigen überrascht: „Das war kein Fehler. Und dass der DFB dann nicht die Größe hat – ich weiß nicht, ob das mit den Bayern etwas zu tun hat, ob das bei Bremen oder bei Köln etwas anderes gewesen wäre, ich weiß es nicht. Nur das kann natürlich auch eine Rolle spielen.“