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"Die Rettung hat einen Namen: Felix Magath"

Hamann rät Wolfsburg zu Magath

Nach der nächsten Niederlage steckt der VfL Wolfsburg immer tiefer im Abstiegskampf. Dietmar Hamann empfiehlt einen Trainerwechsel und einen altbekannten Retter.
Daniel Bauer äußert sich nach der 1:2-Niederlage gegen den Hamburger SV zu seiner Zukunft. Die Wölfe stehen auf dem 17. Tabellenplatz und sind akut abstiegsbedroht.
Nach der nächsten Niederlage steckt der VfL Wolfsburg immer tiefer im Abstiegskampf. Dietmar Hamann empfiehlt einen Trainerwechsel und einen altbekannten Retter.

Der VfL Wolfsburg steckt immer tiefer in der Krise! Nach der bitteren 1:2-Heimniederlage gegen den Hamburger SV bleiben die Wölfe in der Bundesliga auf einem Abstiegsplatz.

Kurz nach dem Abpfiff lagen die Nerven blank, es kam zu einer großen Rudelbildung auf dem Platz, die Fans randalierten und zündeten Schals an. Trainer Daniel Bauer droht der Rauswurf.

Wie kann sich Wolfsburg noch aus diesem Chaos befreien? Geht es nach Sky-Experte Dietmar Hamann, dann gibt es eine Königslösung: „Der Rückstand ist jetzt nochmal größer. Die Rettung hat einen Namen: Felix Magath.“

„Da gibt es für mich jetzt keine zwei Meinungen. Du brauchst jemanden, der den Druck von der Mannschaft nimmt, der erfahren ist und der in diesen Situationen schon gearbeitet hat“, nannte Hamann Argumente für eine Magath-Verpflichtung.

Hamann: „Würde nicht wundern, wenn Felix die Nummer eins wäre“

Die Wolfsburger Spieler seien eigentlich deutlich besser, als es die Leistung der vergangenen Monate vermuten lassen würde. Bei einem Trainerwechsel müsse jetzt alles stimmen: „Das ist die letzte Patrone, die sie jetzt zünden können. Es wird ein neuer Trainer kommen und mich würde es nicht wundern, wenn Felix die Nummer eins wäre.“

„Du musst jetzt was machen. Sie haben in der Rückrunde kein Spiel gewonnen und nur zwei Punkte geholt. Es ging ja los mit dem 1:8 in München. Schon da hätte man sagen müssen, dass es in die falsche Richtung geht“, wurde Hamann deutlich.

„Du hast nicht das Gefühl, dass da was entsteht, geschweige denn eine Einheit auf dem Feld steht. Es fehlt jemand am Seitenrand, der eine Souveränität ausstrahlt und so den Druck von der Mannschaft nimmt“, erklärte der Ex-Profi. All diese Aspekte würde eben Magath mitbringen.

Hamann kritisiert Trainer Bauer und Mannschaft scharf

So oder so müsse in Wolfsburg jetzt reagiert werden. Nach der Meinung des ehemaligen Bundesliga-Stars hätten die VfL-Verantwortlichen eigentlich schon vor einer Woche reagieren müssen.

„Die Aussagen vom Trainer nach dem letzten Spiel wären für mich schon alleine ein Trennungsgrund gewesen. Da die Kultur anzuzweifeln. Er ist da ein Teil davon. Wenn er dieses Gefühl hätte, dass die Kultur und Atmosphäre nicht bundesligatauglich sind, dann hätte er den Job nicht annehmen sollen“, sagte Hamann deutlich: „Man hätte schon letztes Wochenende sagen sollen: Herr Bauer, das war genug. Es reicht uns.“

Aber nicht nur den aktuellen Wolfsburg-Trainer kritisierte er: „Wenn man die Betreuer sieht, ich weiß gar nicht, was die auf dem Feld wollen und die Spieler. Was die Spieler nach dem Schlusspfiff zeigen, hätten sie mal besser auf dem Feld gezeigt in den 90 Minuten.“

„Da verstecken sie sich seit Wochen und Monaten. Dann wenn das Spiel abgepfiffen ist, sind sie auf einmal mutig. Das kann ich gar nicht verstehen“, unterstrich Hamann.

„Wenn ich Schwegler höre, denke ich, die haben den Spielbetrieb eingestellt“

Erst eine Zeit lang nach dem Spiel stellten sich die Wolfsburger Verantwortlichen. Sportdirektor Pirmin Schwegler wirkte dabei ratlos.

Einen Umstand, den Hamann nicht verstehen konnte: „Natürlich ist das keine einfache Situation, aber du musst doch die Brust rausnehmen und sagen: Wir haben noch neun Spiele, jetzt geht es erst richtig los. Wenn ich den Pirmin Schwegler höre, dann denke ich, die haben heute den Spielbetrieb eingestellt.“

Hamann kritisierte weiter: „Das will ich als Fan, als Vorstandsmitglied oder auch als Spieler nicht hören. Ich will, dass da einer sitzt, der sagt: Wir setzen uns jetzt zusammen, finden Lösungen und dann gibt es neun Spiele Attacke. Abgestiegen sind sie noch nicht, aber wenn du die hörst, dann meinst du, dass die die Mannschaft heute abgemeldet haben. Das kann doch nicht sein.“

Helmes über Grabara: „Das ist kein Kindergeburtstag“

Aber nicht nur Hamann fand deutliche Worte für den VfL. Auch der ehemalige Wolfsburger und Experten-Kollege Patrick Helmes schoss scharf gegen seinen Ex-Verein.

„Wenn ich schon untergehe, dann doch wenigstens erhobenen Hauptes. Pirmin ist erst seit kurzer Zeit da, ist aber schon in dem Sog mit drin. Das ist einfach schlecht“, sagte Helmes.

Es gebe beim VfL niemanden, der mit breiter Brust vorausgehen würde und sagt: „Das ist der Weg, den wir jetzt gehen wollen. Genau das fehlt. Es herrscht Orientierungslosigkeit und so spielen sie auch Fußball.“

„Dieses ‚Wir‘ existiert nicht. Das muss einem Sorgen machen, auch die Bilder, die man jetzt sieht. Wenn man den Zusammenhalt nicht hat, ist Abstiegskampf unmöglich zu schaffen. Es wirkt fast so, als wenn sie schon abgestiegen wären und so steigen sie auch ab“, kritisierte Helmes.

Besonders deutlich fiel seine Kritik an Torhüter Kamil Grabara aus, der beim Gegentor zum 1:1 alles andere als gut aussah: „Grabara hat schon 55 Gegentore. Ich weiß nicht, inwiefern ihn die Maske behindert. Das kann ich nicht einschätzen. Aber das ist kein Kindergeburtstag, wo man Topfschlagen spielt. Beim besten Willen nicht. Der hat den ja eigentlich schon und tapst dann einfach so ins Leere.“