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Uli Hoeneß? "Ich habe schon den Kopf geschüttelt"

Hoeneß? „Schon den Kopf geschüttelt“

Lothar Matthäus spricht über die Attacken von Uli Hoeneß, einen berühmten WM-Moment und einem Beinahe-Wechsel, dem er hinterhertrauert.
Lothar Matthäus äußert sich bei einer Filmpremiere zu den Diskussionen um die Schiedsrichterleistung in der Partie zwischen Leverkusen und dem FC Bayern. Die scharfe Kritik der Bayern-Riege um Uli Hoeneß kann er nicht nachvollziehen. Der Film "Ein Sommer in Italien - WM 1990" läuft ab 19. März im Kino.
Lothar Matthäus spricht über die Attacken von Uli Hoeneß, einen berühmten WM-Moment und einem Beinahe-Wechsel, dem er hinterhertrauert.

Lothar Matthäus will sich nicht mehr auf öffentliche Scharmützel mit Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß einlassen – obwohl er von den Attacken seines einstigen Vorgesetzten früher recht überrascht war.

„Anfangs habe ich schon den Kopf geschüttelt, wenn er das über die Medien getan hat, statt mich selbst anzurufen – was er ja einfach tun könnte“, sagte Matthäus in einem Interview anlässlich seines 65. Geburtstags bei der Bild-Zeitung.

Auch in der jüngeren Vergangenheit war er mehrmals in Hoeneß‘ Schusslinie geraten. „Ich habe kein Problem mehr damit. Jeder darf sagen, was er denkt“, befand der TV-Experte: „Zurückschießen werde ich jedenfalls nicht mit der gleichen Munition. Ich sage nichts, nur um Schlagzeilen zu produzieren.“

Matthäus will auch Bayern nicht in Schutz nehmen

Der wohl heftigste Zoff im vergangenen Jahr wurde losgetreten, als der langjährige Bayern-Manager Hoeneß dem einstigen FCB-Profi vorwarf, nicht mehr „alle Tassen im Schrank“ zu haben. Auslöser waren damals Matthäus‘ Aussagen zur möglichen Transfersumme in der Personalie Nick Woltemade gewesen.

Als Experte gehe es ihm darum, ehrlich und korrekt zu sein, betonte Matthäus noch: „Ich nehme weder meine Ex-Vereine Bayern oder Mönchengladbach in Schutz noch Spieler, Trainer oder Bosse. Auch nicht, wenn ich sie persönlich kenne. Ich sage, was ich sehe und meine. Aber nie unter der Gürtellinie.“

In dem Bild-Interview sprach Geburtstagskind Matthäus auch über besondere Momente seiner langen Spielerkarriere. Was ihn am meisten stolz mache?

Matthäus über berühmten WM-Moment

„Auf die Weltmeisterschaft 1990, aber nicht auf den Titel allein. Stolz macht mich der Team-Spirit, der Zusammenhalt, dieses respektvolle Miteinander“, schwärmte Matthäus und verwies dabei vor allem auf seinen 2024 verstorbenen Weggefährten Andreas Brehme.

„Ich bin auch noch mit einem Bruder Weltmeister geworden, mit Andy Brehme. Nach mehr als 1000 Übernachtungen im Doppelzimmer in Trainingslagern oder bei Auswärtsspielen weiß man alles voneinander. Da ist unendlich großes Vertrauen entstanden“, sagte der Rekordnationalspieler.

Es sei „die beste Entscheidung“ seiner Karriere gewesen, „im WM-Finale 1990 auf den entscheidenden Elfmeter zu verzichten und Andy schießen zu lassen. Natürlich hätte ich schießen können, aber ich war mir nicht sicher wegen des Schuhwechsels. Für wenige war das vielleicht Feigheit, aber viele sagen: Das war Größe.“

Mit einem Großteil seiner Laufbahn ist Matthäus sehr zufrieden – nur ein geplatzter Transfer fällt aus der Reihe: „Da gibt es etwas. Ich wäre 1991 gern zu Real Madrid gewechselt! Das wäre es gewesen! Zwischen mir und Real war schon alles klar. Doch Inter Mailands Präsident Pellegrini hat mich nicht gehen lassen.“