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Joshua Kimmichs Backup für die WM?

Kimmichs Backup für die WM?

Seit vergangenem Jahr ist Ridle Baku wieder Teil der deutschen Nationalmannschaft. Jetzt träumt der 27-Jährige von der WM. Wie er Bundestrainer Julian Nagelsmann überzeugen will, verrät er im exklusiven SPORT1-Interview.
Ridle Baku hat die WM 2026 im Blick
Ridle Baku hat die WM 2026 im Blick
© IMAGO / motivio
Seit vergangenem Jahr ist Ridle Baku wieder Teil der deutschen Nationalmannschaft. Jetzt träumt der 27-Jährige von der WM. Wie er Bundestrainer Julian Nagelsmann überzeugen will, verrät er im exklusiven SPORT1-Interview.

Ridle Baku brauchte keine Anlaufzeit. Seit seinem Wechsel zu RB Leipzig hat seine Karriere neuen Schwung genommen.

Der Rechtsverteidiger steht in nahezu jedem Spiel in der Startelf - und ist nach vier Jahren inzwischen sogar auch in die deutsche Nationalmannschaft zurückgekehrt.

Die Chance, sich seinen Traum von der Weltmeisterschaft zu erfüllen, ist zum Greifen nah.

Baku: „Jeder Junge träumt davon“

Wie er Bundestrainer Julian Nagelsmann überzeugen will und was er über den Konkurrenzkampf mit Joshua Kimmich denkt, verrät Baku im exklusiven SPORT1-Interview.

SPORT1: Herr Baku, über Ihre Leistungen bei RB Leipzig haben Sie sich wieder in den Fokus der Nationalmannschaft gespielt. Zuletzt waren Sie zweimal nominiert, haben ein Tor und eine Vorlage erzielt – nachdem Sie zuvor vier Jahre nicht berücksichtigt worden waren ...

Ridle Baku: Wenn man dann wieder nominiert wird und auch noch ein Tor und eine Vorlage macht, ist das umso schöner. Jeder Junge träumt davon, den Adler auf der Brust tragen zu dürfen.

SPORT1: Fühlt sich die Nominierung nach vier Jahren wie der Lohn der harten Arbeit an?

Baku: Auf jeden Fall. Wenn man hart arbeitet, erhöht man die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich zu sein. Wenn man dranbleibt, erhöht man die Wahrscheinlichkeit, dauerhaft erfolgreich zu sein. Ich versuche meine ganze Karriere lang das Maximum aus mir herauszuholen. Und ich sehe mich noch lange nicht am Ende.

WM? „Das wäre einmalig“

SPORT1: Ihr erstes DFB-Tor haben Sie in Wolfsburg erzielt, damals noch als VfL-Spieler. Ihr zweiter Treffer gelang in Leipzig – zu einem Zeitpunkt, als Sie bereits für RB spielten. Es scheint, als würden Sie sich zu Hause besonders wohlfühlen ...

Baku: (lacht) Das ist schon eine coole Geschichte!

SPORT1: Was würde es Ihnen bedeuten, bei der Weltmeisterschaft im Sommer dabei zu sein?

Baku: Das wäre einmalig! Es gibt nichts Größeres, als eine WM für sein Land zu spielen. Das wäre ein überragendes Gefühl. Ich werde alles dafür tun, damit dieser Traum wahr wird.

SPORT1: Denken Sie manchmal darüber nach, was Ihr jüngeres Ich über den heutigen Ridle Baku denken würde?

Baku: Wenn ich daran denke, wie ich in Mainz in den Jugendmannschaften gespielt habe und dann schließlich Profi wurde – das ging alles super schnell. Jetzt habe ich fast 250 Bundesligaspiele gespielt. Da denke ich schon manchmal: Wow, darauf kannst du stolz sein. Das geht im Alltag ja auch schon mal ein bisschen unter. Ich habe Champions League gespielt, bin Nationalspieler. Das sind Dinge, die mir niemand mehr nehmen kann.

Baku: „Es geht immer um das Team“

SPORT1: Bei Bundestrainer Julian Nagelsmann geht es bei großen Turnieren viel um Kaderrollen – und darum, wie die Spieler diese akzeptieren. Auf Ihrer Position spielt mit Joshua Kimmich ausgerechnet der Kapitän. Wäre eine Backup-Rolle für Sie vorstellbar?

Baku: Am Ende geht es immer um das Team. Wenn ich dabei bin, freue ich mich. Wenn ich Einsatzzeiten bekomme, freue ich mich umso mehr. Und wenn ich von außen helfen kann, bin ich ebenso froh und stolz, Teil der Nationalmannschaft zu sein.

SPORT1: In Leipzig spielt mit Benjamin Henrichs jemand, der sich beim DFB ebenfalls auf diese Position bewirbt. Wie läuft der Konkurrenzkampf zwischen Ihnen?

Baku: Benny kenne ich schon seit Jahren! Wir sind beide professionell genug, um mit der Situation umzugehen. Ich verstehe mich mit Benny sehr gut. Wie er nach seiner Verletzung zurückgekommen ist, ist beeindruckend.

So hält sich Baku fit

SPORT1: Um bei der WM dabei zu sein, schieben Sie einige Extraschichten. Im Sommer haben Sie sich sogar den Titel des „fittesten Profis“ erarbeitet und kamen im Topzustand aus dem Urlaub zurück. Was ist Ihr Geheimnis?

Baku: (lacht) Ich versuche jedes Jahr, gut in die Vorbereitung zu starten. Vom Klub bekommen wir Pläne, die arbeite ich konsequent ab. Zusätzlich versuche ich privat noch einiges zu machen. Im Urlaub treffe ich auch immer den einen oder anderen Spieler.

SPORT1: Wo genau treffen Sie die Kollegen?

Baku: In Marbella findet ein Athletikcamp statt. Toni Nusa ist gefühlt auch jedes Jahr da – genauso wie ich.

SPORT1: Stichwort Sommervorbereitung: Im Sommer gab es in den sozialen Medien ein Foto, auf dem Sie mit Jürgen Klopp Padel-Tennis spielen. Wie ist es, gegen den Boss anzutreten?

Baku: Das hat sich zufällig ergeben. Luca Waldschmidt war auch da. Ich muss zugeben: Ich bin nicht der Beste im Padel.

Baku im Duell mit Klopp

SPORT1: Wie ist das Duell gegen Klopp ausgegangen?

Baku: Kloppo ist schon ein guter Spieler. Da fehlt mir noch die eine oder andere Einheit, um wirklich eine Chance zu haben. Ich muss aber zugeben: Ich hatte eine starke Partnerin, wir haben im Doppel gespielt. Dank ihr konnten wir am Ende sogar gewinnen (schmunzelt).

SPORT1: Sie legen großen Wert auf die Vor- und Nachbereitung der Trainingseinheiten. Auch der Jacuzzi spielt dabei eine Rolle ...

Baku: (lacht) Das ist tatsächlich so! Da wir hier in der Akademie einen haben, springe ich tatsächlich fast täglich rein. Mittlerweile habe ich auch den einen oder anderen Teamkollegen überzeugt.

SPORT1: Wer gehört dazu?

Baku: Es werden immer mehr! Kosta Nedeljkovic, Brajan Gruda oder Andrija Maksimovic sind zum Beispiel immer gern gesehene Gäste. Die Zeit nutzen wir dann auch, um ein bisschen zu quatschen.