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Kein Bekenntnis! Kwasniok redet gegen sein drohendes Aus an

Kein Bekenntnis! Kwasniok wackelt

Der angezählte Trainer Lukas Kwasniok wartet mit dem FC weiter auf den Befreiungsschlag. Nach dem Derby hängt sein Job am seidenen Faden.
Im Derby gegen Borussia Mönchengladbach verpasst der 1. FC Köln den Befreiungsschlag. Sind die Tage von Lukas Kwasniok als Effzeh-Trainer nun gezählt? SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer ordnet die Lage ein.
Der angezählte Trainer Lukas Kwasniok wartet mit dem FC weiter auf den Befreiungsschlag. Nach dem Derby hängt sein Job am seidenen Faden.

Kein Bekenntnis zum Trainer, der Job des angezählten Trainers Lukas Kwasniok hängt am seidenen Faden. Der 1. FC Köln hat im Abstiegskampf der Bundesliga einen immens wichtigen Sieg verpasst. Im spektakulären 100. Rheinderby gegen den Erzrivalen Borussia Mönchengladbach kam Kwasniok mit dem Effzeh nicht über ein 3:3 (2:2) hinaus und wartet seit nunmehr sieben Spielen auf einen Sieg.

Thomas Kessler, Geschäftsführer Sport in Köln, vermied nach Abpfiff auf mehrmalige explizite Nachfrage ein Bekenntnis zum Trainer. „Wir setzen uns Woche für Woche mit dem Thema auseinander“, so Kessler: „Wir werden uns unsere Gedanken machen. Es ist wichtig rational auf die Dinge zu schauen.“

Köln-Boss vermeidet Bekenntnis zum Trainer

Ob Kwasniok den Turnaround noch schaffen kann? „Naja, wir haben jetzt über einen längeren Raum die Spiele nicht gewonnen. Wir können alle die Tabelle lesen. (…) Die Situation wird enger für uns. Deswegen werden wir uns Gedanken machen, welche Stellschrauben wir jetzt drehen können“, sagte Kessler.

Denn eines stehe über allem und dafür sei er auch verantwortlich: „Dass der FC Köln nächstes Jahr wieder in der Bundesliga spielt.“ Ob Kwasniok schon am Montag entlassen wird? „Das würde ich so nicht sagen“, meinte Kessler und verwies auf die vielen Emotionen „bei allen Beteiligten“. Nun werde man sich zusammensetzen und die Dinge besprechen. Auch im Sky-Interview hatte der Köln-Boss auf mehrfache Nachfrage ein Bekenntnis zum Trainer vermieden.

Kwasniok selbst gab sich kämpferisch. „Ich bin total bereit dafür, alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, nach vorne zu schauen und hier in diesem Jahr, im nächsten Jahr, im übernächsten Jahr Schlagzeilen zu produzieren. Und nach Möglichkeit Positive. Aber solange ich diese Power noch hab, muss erstmal einer kommen, der mehr hat“, sagte er bei DAZN.

Hamann mit Rückendeckung für Kwasniok

Es sei von Beginn an klar gewesen, dass es um den Klassenerhalt geht. „Ich weiß, dass man dann dazu neigt, Trainer gerne zu tauschen, egal wo auf dieser Welt. Aber ich glaube, dass vor allem die Mannschaften auf Dauer erfolgreich geworden sind, die einen anderen Weg gehen“, meinte der 44-Jährige.

Sky-Experte Dieter Hamann sprach sich für Kwasniok aus. „Ich glaube, es wäre unheimlich hart, jetzt Schluss zu machen. (…) Ich hoffe, dass er in zwei Wochen noch da ist.“

Said El Mala (4.), Ragnar Ache (7.) und Eric Martel (84.) sicherten den aufopferungsvoll kämpfenden Kölnern zumindest noch einen Punkt – und Kwasniok womöglich vorerst den Job. Gerade in der Schlussphase wurde es nochmal richtig spektakulär. Nur zwei Minuten nach seinem vielumjubelten Ausgleich sah Martel nach seinem Ausgleichstor wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (86.).

Unverständnis über Platzverweis

„Ich habs grade nochmal gesehen: Er (sein Gegenspieler, Anm. d. Red.) kommt aus dem Abseits. Deswegen verstehe ich nicht wieso er danach das Foul bewertet. Und zweitens: Ich gehe zum Ball, und er springt in mich rein. Ich kann ja meine Hände ja nicht abschneiden, oder meine Arme. Deswegen finde ich es ungerechtfertigt. Ich finde es extrem hart“, ärgerte sich Martel bei DAZN.

Jens Castrop (1./60.) hatte die Gäste von Trainer Eugen Polanski zweimal in Führung gebracht, zudem traf Philipp Sander (20.). Der Vorsprung der Kölner auf den Relegationsplatz beträgt vorerst zwei Punkte, Gladbach hat weiter drei Punkte mehr auf dem Konto.

Bundesliga: Köln und Gladbach liefern sich spektakuläres Derby

Toptorschütze El Mala, der schon in der vergangenen Woche zum 1:1 beim Hamburger SV getroffen hatte, stand nach leichter Krankheit unter der Woche, den Gerüchten um eine vermeintliche Wechselzusage in die Premier League sowie der Nichtnominierung für die anstehenden Länderspiele in der Startelf. Ordentlich Wirbel gab es auch um Borussia-Kapitän Rocco Reitz, der nach seinem Wechsel zu RB Leipzig im Sommer und Rotsperre in die Anfangself zurückkehrte.

„Den Feind schlagen – die Klasse halten!“, hieß die klare Vorgabe der Kölner Südkurve, die ihrem Team schon vor dem Spiel ordentlich einheizte. Tom Krauß musste das Warmmachen mit Knieproblemen abbrechen, für ihn feierte Cenny Neumann sein Startelfdebüt.

Und der 19-Jährige verschätzte sich bei einem Steilpass gleich massiv, musste Castrop ziehen lassen, der locker durch die Beine von Torhüter Marvin Schwäbe zur Gäste-Führung einschob. Doch die Kölner zeigten sich nur kurz geschockt, nach einem hohen Ball von der Mittellinie traf El Mala sehenswert zum Ausgleich – und legte beim Jubeln demonstrativ einen Finger ans rechte Ohr. Wieder nur drei Minuten später brachte Ache das Stadion endgültig zum Beben.

Das Spiel blieb nach den wilden Anfangsminuten schnell und direkt. Sander bekam im Sechzehner viel zu viel Platz, sein erster Abschluss wurde noch geblockt, dann aber war Schwäbe chancenlos. Ansonsten hatte Köln die besseren Gelegenheiten, etwa durch den Kopfball von Ache (30.) oder Distanzsschuss von Jóhannesson (37.). Gladbachs Kevin Diks scheiterte am Pfosten (40.).

Nach der Pause verflachte die Begegnung, bis Castrop aus dem Nichts aus 20 Metern traumhaft unter die Latte traf. Doch Köln kam noch einmal zurück.

—– mit Sport-Informations-Dienst (SID)