Die TSG Hoffenheim erlebte eine albtraumhafte erste Halbzeit im Spitzenspiel gegen RB Leipzig. Im Duell, das von der TSG bereits zur Hinrunde als „Unbeliebtico“ bezeichnet wurde, erzielten die Sachsen in der ersten Halbzeit vier Tore.
Klatsche - und Experten-Kritik an Baumann
Klatsche und Baumann kritisiert
Ein fünfter Treffer wurde kurz vor der Pause durch den VAR aberkannt. Nach dem Seitenwechsel nahm Leipzig zwar etwas den Fuß vom Gaspedal, erzielte schließlich aber dennoch den Treffer zum 5:0-Endstand.
„Ich habe die Hoffenheimer in der ersten Viertelstunde stärker gesehen“, analysierte Sky-Experte Martin Harnik in der Halbzeitpause, merkte allerdings mit Blick auf Leipzig auch an: „Sie haben mehr oder weniger mit dem ersten Angriff das erste Tor geschossen, danach haben sie sich in einen richtigen Rausch gespielt.“
VAR revidiert fünften Treffer von RB
Leipzig zeigte sich mit vier Toren bei nur sieben Torschüssen gnadenlos effizient und bestrafte die mangelnde Gegenwehr der Hoffenheimer eiskalt.
Bereits nach 17 Minuten hatte Brajan Gruda den Führungstreffer nach einem Ballverlust der Gäste erzielt. Im Anschluss erhöhte Christoph Baumgartner mit einem Doppelpack (21., 30.), ehe auch Gruda (44.) zum zweiten Mal zuschlug.
In der Nachspielzeit landete ein Abpraller bei Yan Diomande, der von der Strafraumgrenze per Flachschuss verwandelte. Teamkollege Xaver Schlager stand vorher jedoch im Abseits, weshalb der VAR den Treffer wieder einkassierte.
Einzig beim 8:0-Sieg gegen den FSV Mainz 05 am 2. November 2019 erzielte Leipzig in der Bundesliga fünf Treffer in der ersten Halbzeit.
Besonderer Moment für Henrichs
Ein besonderer Moment gebührte in der zweiten Hälfte dann Benjamin Henrichs. Der 19-malige Nationalspieler kam nach langer Leidenszeit zu seinem zehnten Saisoneinsatz und wurde in der 76. Minute eingewechselt. Nur zwei Minuten später tauchte Henrichs im Strafraum auf und verwandelte aus der Drehung zum 5:0.
Nach über einem Jahr Verletzungspause war es der erste Treffer des Außenverteidigers. Entsprechend freudig zeigte sich auch Trainer Ole Werner: „Er hat einen ganz langen Weg hinter sich. Ich glaube, das hat man bei seinem Jubel gesehen, was das für ihn und die ganze Mannschaft bedeutet.“
Kritik an Baumann: „Kann man von Deutschlands Nummer eins erwarten“
Kritik gab es hingegen bereits zur Pause an Nationaltorhüter Oliver Baumann, der einen Schuss der Leipziger vor dem 0:1 unglücklich nach vorne abprallen ließ.
„Er wirkte jetzt nicht so platziert und so stark geschossen“, kritisierte Harnik und meinte: „Er ist aktuell die Nummer eins der deutschen Nationalmannschaft. Ich glaube, da kann man schon erwarten, dass er den vielleicht festhält.“
Selbstkritisch behauptete Baumann die Mannschaft habe aus der Partie „viel zu lernen“. Besonders ärgerlich sei allerdings, dass von neun Schüssen auf seinen Kasten, fünf den Weg ins Netz fanden.
Baumann: „Das tut weh“
„Das tut weh, das haben wir uns anders vorgestellt“, ärgerte sich der Schlussmann. Auch der Blick auf die kommende Länderspielpause heiterte die Stimmung am Freitagabend nicht mehr auf.
„Es ist natürlich schwierig. Wir wussten auch, dass wir es in der ersten Halbzeit schon verspielt haben“, zeigte sich auch Grischa Prömel mit Blick auf die Situation zur Pause frustriert: „Aber trotzdem muss man sein Gesicht bewahren, Stärke zeigen und seinen Mann stehen.“
Hoffenheim droht nach einer berauschenden ersten Saisonhälfte zunehmend in die Krise zu rutschen. Die TSG holte aus den vergangenen fünf Bundesliga-Partien nur einen Sieg. In der Tabelle zogen die punktgleichen Leipziger an Hoffenheim vorbei und sprangen vorerst auf Rang drei.