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Opfert das Bayern-Spiel! SPORT1-Kommentar

Opfert das Bayern-Spiel!

Bayer Leverkusen wittert in der Champions League eine Möglichkeit, die vorher kaum jemand für möglich gehalten hat. Das muss auch Folgen für das Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern haben. Ein SPORT1-Kommentar.
Bayer Leverkusen und der FC Arsenal trennen sich im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals mit 1:1. Kai Havertz feiert dabei seine besondere Rückkehr in die BayArena. SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer schildert seine Eindrücke.
Bayer Leverkusen wittert in der Champions League eine Möglichkeit, die vorher kaum jemand für möglich gehalten hat. Das muss auch Folgen für das Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern haben. Ein SPORT1-Kommentar.

Der Spielplan meint es nicht gerade gut mit Bayer Leverkusen. Erst das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen den FC Arsenal vom Mittwoch, Samstag das Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern und schon am Dienstag das Rückspiel bei den Gunners.

Eine englische Woche, die wenig Raum zum Atmen bietet. Und deshalb eine, die Trainer Kasper Hjulmand zu einer klaren Entscheidung zwingen sollte. Zu einer anderen Prioritätensetzung, als sie vor wenigen Tagen noch naheliegend erschien.

Wurde vor dem ersten Vergleich mit Arsenal vielerorts nur über die Höhe einer möglichen Niederlage diskutiert, überzeugte die Werkself am Mittwoch mit einer mutigen, disziplinierten Leistung.

Ein riskanter Plan für Bayer Leverkusen

Das 1:1 gegen den Titelfavoriten war mehr als ein Achtungserfolg – es hat die Tür zum Weiterkommen zumindest einen Spalt geöffnet. Was wiederum nur einen Schluss zulässt: Leverkusen muss das Duell gegen die Bayern im Zweifel opfern! So viel rotieren wie möglich und alle Kräfte für die Königsklasse bündeln.

Ja, die Verantwortlichen betonten immer wieder, dass ein Platz unter den ersten vier der Bundesliga und die erneute Qualifikation für die Champions League oberste Bedeutung haben. Natürlich wäre ein solcher Plan riskant - und die These ist ohnehin gewagt. Big Points gegen die Münchner könnten auch einen zusätzlichen Push geben.

Doch die Chance, die sich Bayer auf internationaler Bühne bietet, ist eine, die es in dieser Form vielleicht nie wieder gibt und das Team unbedingt maximieren sollte - soweit es irgendwie geht.

Arsenal wirkt nicht mehr unschlagbar

Fest steht: Um weiterzukommen, muss in London gewonnen werden. Dort, wo die Gunners in dieser Saison nahezu unangreifbar gewirkt und bislang nur eine Niederlage kassiert haben.

Allerdings zeigten die vergangenen Wochen auch, dass Arsenal nicht mehr ganz das übermächtige Team ist, das noch in der Hinrunde wie eine kaum aufzuhaltende Maschine agierte. Genau an diesem kleinen Riss gilt es nun anzusetzen. Denn sollte den Rheinländern tatsächlich die Überraschung gelingen, könnten sich plötzlich ungeahnte Perspektiven eröffnen.

Champions League: Profitiert Bayer vom Turnierbaum?

Im Viertelfinale wartet theoretisch ein Duell mit Bodö/Glimt oder Sporting Lissabon. In einem potenziellen Halbfinale „schlimmstenfalls“ der FC Barcelona oder Atlético Madrid. Die weiteren Großen – der FC Bayern, Real Madrid, Manchester City, FC Liverpool und Paris Saint-Germain – befinden sich allesamt im anderen Teil des Turnierbaums.

Es entstünde also eine Konstellation, die Raum für große Gedanken lässt. Eine Saison, die seltsam träge ablief und eher auszutrudeln schien, könnte mit einem Mal in ein völlig anderes Licht rücken. Voraussetzung dafür: Die Leverkusener sind selbst frisch.

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Dass genau das zu Jahresbeginn nicht immer der Fall war, hatte Alejandro Grimaldo zuletzt nach dem 3:3 in Freiburg kritisch angemerkt. Jetzt liegt es an Hjulmand, seinen Schlüsselspielern rechtzeitig Luft zu verschaffen, damit diese mit vollen Reserven nach England fliegen können – etwa Aleix García, Ibrahim Maza oder Christian Kofane.

Hinzu kommt, dass selbst in Bestbesetzung alles zusammenkommen müsste, um gegen die Münchner zu punkten. Sollte Bayer am Ende die ersten vier Plätze der Bundesliga verpassen, dann wohl kaum wegen der direkten Duelle mit dem Rekordmeister.

Umso klarer muss der Blick dem Dienstag gelten. Erst gegen die Bayern ausruhen, dann das Wunder gegen Arsenal schaffen und von einem Halbfinale in der Champions League träumen?

Es braucht einen perfekten Auftritt in London, um die Saison komplett neu anzuzünden.