Das ging fix! Keine 24 Stunden nach dem Aus von Sebastian Kehl bei Borussia Dortmund präsentierte der BVB am Montagmittag bereits den Nachfolger: Jan-Ole Book ist neuer Sportdirektor.
Pikantes Vertragsdetail ermöglicht BVB-Wechsel
Pikantes Detail ermöglicht BVB-Wechsel
Der ehemalige Sportvorstand der SV Elversberg soll dabei aber viel mehr als nur ein Nachfolger sein. Darüber sprechen BVB-Reporter Oliver Müller und SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer in der neuen Folge des SPORT-Podcasts „Die Dortmund-Woche“.
Book beerbt Kehl: Paradigmenwechsel beim BVB
„Es ist ein Paradigmenwechsel“, unterstreicht Müller die Bedeutung des Wechsels in der Führungsetage: „Die Dortmunder haben die Probleme der Vergangenheit erkannt und wollen mit ihm neuen Wind reinbringen. Vor allem in Zukunft auch mal wieder mit kreativen und neuen Ideen auf dem Transfermarkt überzeugen.“
Dabei sehen die beiden Podcaster die geleistete Arbeit von Kehl keinesfalls negativ. „Gerade am Ende konnte er machen, was er will – Kehl konnte es einfach keinem mehr Recht machen. Sowohl innerhalb als auch außerhalb des Vereins“, stellt Sedlbauer fest und sieht die Trennung für beide Seiten als sinnvoll an – auch zum jetzigen Zeitpunkt: „Der BVB muss jetzt die Sommer-Transferphase planen. Dass Kehl die jetzt plant und im Sommer geht, wäre Quatsch.“
Auch wenn der Zeitpunkt der Bekanntgabe aus dem Nichts kam, sind die beiden Podcaster wenig überrascht, dass die Trennung an sich erfolgte. „Das waberte bereits seit Wochen und Monaten im Verein. Das haben sowohl die Bosse als auch Kehl selbst gespürt“, sagt Sedlbauer.
Book kommt mit besten Empfehlungen aus Elversberg
Nach SPORT1-Informationen dachte der BVB bereits seit dem Jahreswechsel intensiv über Book nach und hat sich mit keinem anderen Namen beschäftigt. Positiv an der Verpflichtung von Book sieht Sedlbauer vor allem den Input von extern: „Dass der BVB oft und gerne im eigenen Saft schmort und manchmal etwas festgefahren ist, haben auch die Verantwortlichen erkannt.“
Der SPORT1-Reporter sieht in dem 40-Jährigen aber auch ein gewisses Risiko: „In Dortmund zu arbeiten, ist natürlich etwas ganz anderes als im ruhigen Elversberg. Beim BVB wirst du jeden Tag unter dem Brennglas begutachtet und bewertet, und auch die Kategorie an potenziellen Neuzugängen ist logischerweise eine andere.“
Dennoch soll Book, wie aus BVB-Kreisen zu hören ist, über ein außergewöhnlich gutes Netzwerk verfügen, auch zu Top-Vereinen. Und dass er Spieler entdecken und gewinnbringend weiterverkaufen kann, zeigen die Transfers von Nick Woltemade, Fisnik Asllani oder auch Younes Ebnoutalib. Fakt ist: Books Bewerbungsschreiben ist beeindruckend.
Ausstiegsklausel ermöglicht BVB-Wechsel
Dass der BVB zu diesem Zeitpunkt mitten in der Saison überhaupt den Erfolgs-Architekten eines Zweitligisten, der mitten im Aufstiegskampf der 2. Liga steckt, verpflichten kann, kommt dabei nicht zufällig.
„Book ist Westfale, ist in Beckum geboren und ist großer BVB-Fan“, erklärt Müller. Sedlbauer nennt in diesem Zusammenhang auch eine bestimmte Klausel, die diesen Deal überhaupt erst möglich machte.
Denn Book hat sich ein bestimmtes Detail verankern lassen: „Es gab eine Ausstiegsklausel, die nur für Borussia Dortmund galt. Andere Vereine haben sich daran schon die Zähne ausgebissen. Für ihn kam offenbar nur ein Wechsel in Frage. Und den hat er jetzt vollzogen.“
Schlägt der BVB bald erneut in Elversberg zu?
Auch wenn dem BVB wichtig war, dass Book nicht seinen kompletten Staff mit nach Dortmund bringt, könnte ein Name in Zukunft doch noch spannend werden: David Blacha.
Der bisherige Leiter Lizenzbereich und Scouting der SVE übernimmt bis auf Weiteres die sportlichen Aufgaben in Elversberg. Der 35-Jährige ist ein enger Vertrauter von Book – den auch der BVB spannend findet!
Allerdings haben sich die Dortmunder Bosse darauf geeinigt, zum jetzigen Zeitpunkt nicht auch noch bei Blacha einen Vorstoß zu wagen. Hintergrund: Obwohl sie in Book ihren Architekten mitten im Aufstiegsrennen verlieren, waren die Elversberger in den Verhandlungen an einer gemeinsamen Lösung mit dem BVB interessiert.
Aber möglicherweise ist das Thema nur aufgeschoben, denn klar ist: Blacha bleibt aber für die Zukunft ein interessanter Name in Dortmund.
Am Mittwoch stellt sich Book bereits im Rahmen einer Pressekonferenz im Signal Iduna Park in seiner neuen Position vor. Mehr zum Transfer und noch mehr Hintergründe zu dem Aus von Sebastian Kehl hört ihr ab sofort im SPORT1-Podcast „Die Dortmund-Woche“.