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Der kommende "Weltstar" verzückt den HSV

Kommender „Weltstar“ verzückt den HSV

Luka Vuskovic führt den HSV mit einer überragenden Leistung zum nächsten Sieg. Der 19-Jährige wird frenetisch gefeiert.
Luka Vuskovic hätte im Nachholspiel gegen Leverkusen fast den Ausgleich besorgt. Stattdessen vergab der HSV-Verteidiger kurz vor Schluss und ließ anschließend seinen Emotionen freien Lauf.
Luka Vuskovic führt den HSV mit einer überragenden Leistung zum nächsten Sieg. Der 19-Jährige wird frenetisch gefeiert.

Einen Hünen wie ihn hatte der HSV schon sehr lange nicht mehr. Das wusste auch Giorgi Gotscholeischwili, der nach dem 2:1-Erfolg der Hamburger beim VfL Wolfsburg mit Anlauf auf den breiten Rücken von Luka Vuskovic sprang. Der blieb stabil und feierte vor den mehr als 10.000 mitgereisten Fans einfach mit dem Teamkollegen hintendrauf weiter.

Einmal mehr konnten sich die Rothosen voll auf ihr 19 Jahre junges Supertalent verlassen. Denn in der ersten Spielzeit im Fußball-Oberhaus nach sieben Jahren Abstinenz griff mal wieder die Erfolgsformel: frenetisch feiernde Zuschauer neben dem Platz und auf dem Rasen dieser überragende junge Mann mit der Nummer 44.

„Er ist ein Phänomen“, schwärmte Mittelfeldspieler Nicolai Remberg. „Ich würde gern sagen, er ist ein Weltstar, aber dazu ist er noch zu jung. Ich bin einfach happy, dass ich das erleben darf, weil ich mit 19 nicht im Ansatz so weit war wie er.“ Albert Sambi Lokonga ergänzte: „Es ist wirklich verrückt, wie viele Bälle er in der Luft bekommt.“

Alle Beteiligten wussten, dass der HSV ohne seinen Innenverteidiger in Wolfsburg ganz sicher nicht diesen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht hätte.

„Vuskovic ist ein Weltstar“

Beide Elfmeter für die Norddeutschen wurden nach Fouls am Kroaten gepfiffen. Erst trat Moritz Jenz bei einem Freistoß in die Hacke von Vuskovic, später riss Jonas Adjetey zu stark am Trikot.

Und Vuskovic? Der ging nach den ertönten Pfiffen nicht wie von Verteidigern gewohnt zurück. Stattdessen nahm der Teenager die ganze Verantwortung auf seine Schultern und verwandelte kurzerhand selbst vom Punkt zum zwischenzeitlichen 1:1 (33.).

„Ich stand als Erster auf dem Papier, weil Fábio Vieira nicht auf dem Platz war – und ich hatte ein gutes Gefühl, zu schießen“, stellte Vuskovic fest. Es war sein fünftes Saisontor - kein Innenverteidiger in Europas Top-Ligen kann da mithalten.

Später zeigte er dann auch seine herausragenden sozialen Fähigkeiten. Denn in der 55. Minute verzichtete er auf die Ausführung des nächsten Strafstoßes und gab ausgerechnet Jean-Luc Dompé den Ball. Der Franzose war zuletzt nach einer Alkohol-Fahrt suspendiert und verwandelte zum 2:1.

Vuskovic stärkt Dompé den Rücken

„Ich wollte, dass er trifft, weil er alles gegeben hat. Ich bin wirklich froh, ihn im Team zu haben“, verriet Vuskovic. In der Schlussphase zeigte der Rechtsfuß dann auch noch in der Defensive, warum der FC Barcelona oder der FC Bayern Interesse haben sollen. Nahezu jeder lange Ball landete auf dem Kopf des Hünen.

„Natürlich habe ich sehr viel Selbstvertrauen, aber ich bin auch sehr froh, solche tollen Teamkollegen zu haben. Ich bin sehr glücklich, Teil dieses Teams zu sein“, erklärte der Held.

Coach Merlin Polzin schloss sich derweil der Schwärmerei der Spieler an. „Luka ist ein absoluter Gewinnertyp, sein Fleiß ist herausragend.“

Die Herzen der HSV-Fans fliegen dem Supertalent längst zu. Kein Trikot ist auf der Tribüne so oft zu sehen wie das mit der Nummer 44. Das hat jedoch noch einen weiteren Grund. Sein weiterhin noch bis November aufgrund von Doping gesperrter Bruder Mario trug ebendiese Zahl auf dem Rücken.

Besondere Vuskovic-Bindung zum HSV

Polzin meinte deshalb: „Die Vuskovic-Familie hat extrem viel mit dem HSV zu tun, das wird auch weiterhin so sein. Ich glaube, Luka ist sehr daran interessiert, dass wir auch nächste Saison einen Vuskovic mit der Nummer 44 auf dem Rücken in der Bundesliga sehen. Das sieht man in seiner Art, Spiele zu bestreiten.“

Vor allem sieht man den unbändigen Siegeswillen in den Momenten, die Rückschläge bedeuten. Noch am Mittwoch verpasste der Kroate in der Nachspielzeit mit seinem Kopfball an die Latte gegen Leverkusen das 1:1 und drosch direkt danach völlig frustriert mit dem Fuß auf den Pfosten im Volkspark ein.

Bereits zu Saisonstart hatte sich Vuskovic selbst mehrere Finger gebrochen, weil nach einer verpassten Großchance gegen Heidenheim der gleiche Pfosten die ganze Wucht zu spüren bekam.

Nun hoffen die HSV-Fans, dass jenes Aluminium auch in der kommenden Saison weiter leiden darf. Vuskovic ist von Tottenham ausgeliehen. Hamburg würde seinen „Weltstar“ unbedingt behalten.