Seit Mittwochvormittag steht der Verwaltungsbeirat des FC Bayern ohne Vorsitzenden da. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter, der dieses Amt erst seit wenigen Wochen bekleidete, ist davon zurückgetreten und damit auch kein Teil des Aufsichtsrats der AG mehr.
Wie es für den FC Bayern nach dem Reiter-Knall weitergeht
Reiter-Knall: Folgen für Bayern
Grund: Als kommunaler Wahlbeamter könnte er durch sein Engagement gegen seine Dienstpflichten verstoßen haben. Beamte müssen sich nämlich ab einer Vergütung von 10.000 Euro eine solche Nebentätigkeit genehmigen lassen – in Reiters Fall vom Münchner Stadtrat. Eine solche Genehmigung war aber nicht erfolgt, weshalb jetzt die Regierung von Oberbayern die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen Reiter prüft.
Reiters Engagement löst beim FC Bayern keinen Schaden aus
Der 67 Jahre alte SPD-Politiker, der am 22. März in einer Stichwahl erneut zum Oberbürgermeister gewählt werden will, ließ mitteilen: „Das Vertrauen der Münchnerinnen und Münchner ist mir wichtiger als Mandate oder Vergütungen.“ Zudem wolle er die bisherigen Zahlungen durch den FC Bayern in Höhe von 90.000 Euro spenden.
Beim Rekordmeister sorgt das Thema derzeit zwar für Stirnrunzeln, doch nachhaltigen Schaden nimmt der Verein dadurch nicht – so sieht es SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger in der aktuellen Folge des Podcasts „Die Bayern-Woche“.
„Es stellt sich natürlich die Frage nach den Auswirkungen, aber ich kann die Fans beruhigen: Der FC Bayern ist weiterhin handlungsfähig. Aus meiner Sicht ist der Fall in erster Linie die Sache von Dieter Reiter. Für das Tagesgeschäft des Klubs hat es jedenfalls erstmal keine direkten Folgen“, erklärt der Insider.
Der Verwaltungsbeirat müsse laut Satzung immer zwischen neun und 15 Mitglieder haben, das sei trotz Reiters Rückzug weiterhin der Fall.
Erstmals weibliche Nachfolge beim FC Bayern möglich?
Für den Verein stellt sich trotzdem die Frage der Nachfolge. Zur Erinnerung: Der Vorsitzende des Verwaltungsbeirats ist automatisch Teil des Aufsichtsrats – ein sogenanntes „geborenes Mitglied“. Diese Verzahnung zwischen dem eingetragenen Verein und der Profifußball-Aktiengesellschaft war den Vätern des modernen FC Bayern immer wichtig. Am schnellsten könnte die Lücke mit einem der bereits aktiven Mitglieder des Gremiums besetzt werden.
Eine Kandidatin ist Alexandra Schörghuber. Die 67 Jahre alte Unternehmerin ist seit 13 Jahren Mitglied im Verwaltungsbeirat des FCB. „Als aktuelle stellvertretende Vorsitzende wäre sie aus meiner Sicht erstmal die natürliche Nachfolgerin. Sie wird respektiert und ist sicher eine gute Lösung. Auch wenn man erstmal sehen muss, ob sie das überhaupt will und ob das dann eine dauerhafte Lösung ist“, erklärt Kumberger.
Sollte es so kommen, würde der deutsche Rekordmeister ein Novum erleben. Schörghuber wäre damit die erste Frau im Aufsichtsrat des FC Bayern und würde dann gemeinsam mit prominenten Mitgliedern wie Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß, Herbert Hainer und anderen die Geschicke der Profifußballer leiten.
Weitere Infos in der neuen Folge der SPORT1 „Bayern-Woche“
Die ganze Diskussion sowie alles zu den anderen aktuellen Brennpunkt-Themen rund um den Rekordmeister hören Sie in der neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Bayern-Woche“ mit Moderator Benjamin Zügner und Chefreporter Stefan Kumberger.
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