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Emotionales Comeback nach 1146 Tagen

Emotionales Comeback nach 1146 Tagen

Ein Bundesliga-Profi des SC Freiburg kämpft seit Jahren um sein Comeback auf dem Rasen - nun ist der große Moment endlich gekommen.
Daniel-Kofi Kyereh steht wieder auf dem Platz
Daniel-Kofi Kyereh steht wieder auf dem Platz
© IMAGO/STEINSIEK.CH
Ein Bundesliga-Profi des SC Freiburg kämpft seit Jahren um sein Comeback auf dem Rasen - nun ist der große Moment endlich gekommen.

Am 4. Februar 2023 stand Daniel-Kofi Kyereh das letzte Mal in der Bundesliga für den SC Freiburg auf dem Platz. Was folgte, waren Verletzungsdramen, die man seinen schlimmsten Feind nicht wünschen würde. Doch der inzwischen 30-Jährige hat seinen Traum von der Rückkehr niemals aufgegeben und nun einen persönlichen Meilenstein gefeiert.

Kyereh wurde beim 4:1 der Freiburger U23 gegen Eintracht Trier in der Regionalliga Südwest eingewechselt. Für den Breisgauer war es der erste Einsatz nach drei Jahren und zwei Monaten, oder anders ausgedrückt: 1.146 Tagen. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, dass der Comebacker sich direkt positiv einbrachte und das letzte Tor seiner Mannschaft per Assist einleitete. Ein emotionaler Moment für den gesamten Verein, aber natürlich insbesondere für den leidgeprüften Profi selbst.

Kyereh nach Kreuzbandriss mit vielen Rückschlägen

Der Leidensweg von Kyereh begann inmitten seiner ersten Saison beim SC Freiburg, Anfang Februar 2023. Wenige Tage, nachdem der Mittelfeldmann beim Duell mit Borussia Dortmund in der Startelf gestanden hatte, zog er sich im Training einen Kreuzbandriss zu. Zwar war zunächst mit einem Comeback Ende 2023 zu rechnen, jedoch lief die Reha nicht wie erhofft.

Immer wieder hatte der 18-malige Nationalspieler aus dem Ghana mit Rückschlägen zu kämpfen. Im Frühjahr 2024 deutete dann zunächst alles auf ein Comeback hin. „Mein Knie fühlt sich so gut an wie nie in den vergangenen eineinhalb Jahren der Verletzung“, hatte Kyereh verlauten lassen.

Was folgte, waren jedoch erneute Schmerzen und eine weitere OP. Erneut dauerte es länger als erhofft, bis eine wirkliche Besserung einkehrte. Im September 2025 äußerte Coach Julian Schuster erstmals wieder die Hoffnung, dass der Spieler in absehbarer Zeit zurückkehren könnte.

„Bei Kofi ist es auch so, dass er jetzt schon länger mehr Teile und auch schon ganze Trainingseinheiten mitmacht. Das ist total erfreulich und geht in die richtige Richtung“, erklärte Schuster.

Kyereh wird für seine Beharrlichkeit belohnt: Schuster voll des Lobes

Am Sonntag erntete Kyereh mit seinem Joker-Einsatz für Freiburg II dann den Lohn für seine Mühen. Doch natürlich soll das nur ein Zwischenerfolg auf seinem Weg in Richtung Bundesliga-Comeback sein. Wichtig ist nun, wie der Körper auf die Belastung reagiert.

Klar ist, dass Kyereh mit seiner Ausdauer Cheftrainer Schuster imponiert hat. „Ich finde es toll, wie Kofi sich einbringt und Einfluss auf die Mannschaft hat. Er ist Teil dieser Gruppe. Wenn Kofi mal was sagt, mit seinem Weg und seiner Geschichte, dann hört der eine oder andere vielleicht genau zu und relativiert dann seine persönlichen Dinge“, lobte dieser seinen Schützling.

Kyereh-Vertrag endet im Sommer 2026

Die Zukunft von Kyereh bleibt allerdings ungewiss. Sein Vertrag in Freiburg läuft im Sommer 2026 aus. Von einer Verlängerung ist Stand jetzt eher nicht auszugehen. Doch auch bei VfB-Profi Nikolas Nartey hatte vor gut einem Jahr angesichts seiner irren Leidenszeit niemand mehr mit einer Verlängerung gerechnet. Am Ende durfte Nartey doch einen neuen Kontrakt unterzeichnen und spielt nun eine starke Saison bei den Schwaben.