Bundesliga>

BVB: Es braut sich etwas zusammen

Ein höchst bedenklicher BVB-Trend

Borussia Dortmund verliert bei der TSG Hoffenheim das zweite Ligaspiel in Folge. Der Trend beim BVB ist besorgniserregend. Eine große Gefahr zeichnet sich ab.
Zwei Elfmeter bescheren der TSG Hoffenheim den Sieg gegen Borussia Dortmund. BVB-Trainer Niko Kovac äußert sich nach der Partie zu den Entscheidungen.
Borussia Dortmund verliert bei der TSG Hoffenheim das zweite Ligaspiel in Folge. Der Trend beim BVB ist besorgniserregend. Eine große Gefahr zeichnet sich ab.

Der Saisonendspurt des BVB könnte im Vergleich zur vergangenen Spielzeit kaum unterschiedlicher sein. Im letzten Jahr katapultierte sich Dortmund mit einer sensationellen Aufholjagd noch auf den vierten Rang der Bundesliga und zog am letzten Spieltag in die Königsklasse ein – obwohl die Dortmunder nach dem 26. Spieltag noch zehn Punkte Rückstand hatten.

Völlig anders präsentiert sich der BVB ein Jahr später unter Niko Kovac. Über diesen besorgniserregenden Trend diskutieren BVB-Reporter Oliver Müller und SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer in einer neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Dortmund-Woche“.

BVB leidet unter eklatantem Spannungsabfall

„Der Trend ist vor allem deshalb so bedenklich, weil der Kontrast so groß ist im Vergleich zur vergangenen Saison“, erklärt Müller und gibt offen zu: „Ich hätte nicht gedacht, dass sich die Stimmung so schnell verschlechtert.“

Dabei blicken die beiden Podcaster nicht nur auf die vergangenen zwei Ligaspiele gegen Leverkusen (0:1) und Hoffenheim (1:2), sondern erwähnen auch den mehr als schmeichelhaften 2:0-Erfolg in Stuttgart. Der Spannungsabfall sei eklatant und für jeden sichtbar.

„Ein bisschen ist das ja nachvollziehbar. Diesen Vorsprung hat sich der BVB in der laufenden Saison erarbeitet. Doch sie müssen aufpassen, dass sie nicht noch mehr Punkte liegen lassen. Denn dann könnte die Stimmung kippen und die Bewertung der eigentlich positiven Saison ins Negative rutschen“, so Sedlbauer.

„Ich habe das Gefühl, es bröckelt“

„Ich habe das Gefühl, es bröckelt“, so Müller in Bezug auf die Stimmung im Verein. Der BVB-Reporter vermisst bei den Spielern vor allem „Haltung und Einstellung“.

Sedlbauer ergänzt: „Gerade atmosphärisch steht für den BVB aktuell sehr viel auf dem Spiel. Sollten sie die Verfolger noch näher herankommen lassen und am Ende vielleicht sogar noch die Vizemeisterschaft verspielen, brennt es lichterloh. Dabei wollte man doch eigentlich mit einem guten Gefühl in die Sommerpause gehen.“ Noch beträgt das Polster auf den Dritten RB Leipzig komfortable fünf Punkte.

Wie gut ist der BVB wirklich?

BVB-Trainer Kovac kritisierte nach der Pleite in Hoffenheim: „Eine Halbzeit sind wir eher nur Beobachter und in der zweiten Halbzeit, dann, wenn wir müssen, können wir. Aber ich würde mir wünschen, dass wir das auch von Beginn an machen.“ Sedlbauer sieht das etwas anders und hat Zweifel an der Qualität des Kaders: „Die Diskussion über Ideenarmut und spielerische Mängel begleitet den BVB ja schon die ganze Saison über. Stärkstes Argument für Kovac waren eben immer die Ergebnisse – doch jetzt, wo sie nicht stimmen, fällt das komplett weg.“

Müller zeigt sich dennoch überrascht von der Entwicklung: „Du kommst langsam und sicher in eine Diskussion, die ich vor wenigen Wochen nicht für möglich gehalten hätte: in eine Trainer-Diskussion.“

BVB hat Probleme gegen Top-Teams

Das große Problem des BVB in dieser Spielzeit: Gegen Top-Mannschaften holen die Dortmunder zu wenige Punkte. In der Bundesliga stehen lediglich drei Siege gegen Teams aus den Top Sieben zu Buche. Demgegenüber stehen vier Pleiten und vier Unentschieden.

Dazu kommt das Aus im DFB-Pokal gegen Leverkusen. Sedlbauer gibt zu, dass es ihm schwerfällt, die Qualität der Mannschaft zu bewerten, weil die Diskrepanz zwischen Leistung und Punktausbeute enorm ist. Wie gut ist der BVB wirklich?

Watzke als „Frühwarnsystem“ für eine bedenkliche Entwicklung?

„Ein Indiz dafür, wie angespannt die Lage ist, sind auch die Äußerungen von Hans-Joachim Watzke“, erklärt Müller. Der BVB-Boss hatte sich in der vergangenen Woche ausführlich zu Wort gemeldet. Im Interview mit den Ruhr Nachrichten bestätigte er die Ausstiegsklausel von Nico Schlotterbeck und schlug damit einen anderen Kurs ein als die übrigen Verantwortlichen, die sich nicht zu Vertragsinhalten äußern wollten, und gab zu, dass man „breitbeiniger“ auftreten müsse.

Wenn du hier klickst, siehst du Spotify-Inhalte und willigst ein, dass deine Daten zu den in der Datenschutzerklärung von Spotify dargestellten Zwecken verarbeitet werden. SPORT1 hat keinen Einfluss auf diese Datenverarbeitung. Du hast auch die Möglichkeit alle Social Widgets zu aktivieren. Hinweise zum Widerruf findest du hier.
IMMER AKZEPTIEREN
EINMAL AKZEPTIEREN

Sedlbauer bezeichnet Watzke als eine Art „Frühwarnsystem“ für Entwicklungen, die in die falsche Richtung gehen. Müller meint, er habe damit den Verein „im positiven Sinne“ anzünden wollen. Gegen Hoffenheim misslang das jedoch. Es wirkt dennoch so, als würde Watzke, der sich eigentlich aus dem operativen Geschäft heraushalten will, spüren, dass aktuell einige Dinge in die falsche Richtung laufen.

In Dortmund lauert deshalb eine große Gefahr. Sedlbauer ist sich sicher: „Wenn der BVB sich nicht noch in den letzten vier Spielen zusammenreißt, werden die Verantwortlichen, allen voran Watzke, das große Ganze hinterfragen.“ Die Auswirkungen davon sind für alle Beteiligten unvorhersehbar.