Zu defensiv, zu ideenlos, zu unansehnlich – mit diesen Vorwürfen muss sich Niko Kovac regelmäßig auseinandersetzen. Ein Blick auf die Tabelle offenbart jedoch: Borussia Dortmund ist unter seiner Leitung so erfolgreich wie lange nicht mehr. Genau deshalb widerspricht der Trainer der Kritik entschieden.
BVB: Kovac spricht eine unbequeme Wahrheit aus
Kovac nennt unbequeme Wahrheit
Auf der Bühnentour von Reiner Calmund „Ein runder Abend mit Fußball und Freunden“, bei der er gemeinsam mit BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke zu Gast war, nahm Kovac am Montagabend Stellung und erklärte seine Sichtweise. Beim Blick auf die Qualität des Kaders lässt der 54-Jährige aufhorchen und erläutert, was dem Kader noch fehle. Dabei fällt auch der Name von Jadon Sancho.
Kovac kontert Kritik: „Das interessiert aber keinen“
Kovac verwies dabei nicht nur auf die stabile Defensive – lediglich zwei Gegentore mehr als Spitzenreiter FC Bayern München –, sondern auch auf die zweitbeste Offensive der Liga. 60 Tore hat der BVB in dieser Saison erzielt, genauso viele wie der VfB Stuttgart (der FC Bayern kommt auf 105).
„Das interessiert aber keinen. Dass wir erfolgreich sind, interessiert auch keinen“, schmunzelte der 54-Jährige und wischte die anhaltende Kritik beiseite. Dass es ihm gelungen ist, die Mannschaft zu stabilisieren, steht außer Frage: Die Vizemeisterschaft und die sichere Qualifikation für die Champions League sind zum Greifen nah.
Kovac spricht unbequeme Wahrheit aus
Trotz der positiven Entwicklung sieht Kovac weiterhin Luft nach oben: „Wir wollen uns natürlich auch wieder verbessern“, erklärte er mit Blick auf den Kader und sprach dabei eine unbequeme Wahrheit aus:
„Das, was wir sicherlich nicht haben, das habe ich mit Aki vor der Sendung hier gerade besprochen: Wir haben nicht mehr diese Spieler, die vielleicht der ein oder andere hier auch gerne sehen wollen würde, mit den extra Skills. Die haben wir im Moment nicht. Als Trainer muss man immer wieder sehen: Was hat man zur Verfügung? Dann kann man nur das spielen, was möglich ist.“
Das fehlt Kovac im BVB-Kader
Auch Hans-Joachim Watzke äußerte im Interview mit den Ruhr Nachrichten den Wunsch nach ein oder zwei Unterschiedsspielern.
Kovac ergänzte: „Ich glaube, das, was uns oder den Fans fehlt, ist vielleicht der Sancho, der Haaland, der Dembélé, der Reus“, so Kovac, fügte jedoch hinzu: „Aber, dass die Mannschaft gut und erfolgreich spielt, kann uns keiner absprechen. Ich glaube, dass wir schon einen guten Job machen mit den Jungs, die wir haben. Die sind klasse. Ich bin froh, dass ich mit denen arbeiten darf. Aber wir wollen uns nächstes Jahr auch wieder verbessern.“
Bereits am Wochenende gegen die TSG 1899 Hoffenheim kann der BVB die direkte Qualifikation für die Königsklasse perfekt machen. Dass dieses Ziel diesmal keine Zitterpartie wie in den vergangenen Jahren wird, daran hat auch Niko Kovac einen großen Anteil.