Max Eberl und Uli Hoeneß haben ein besonderes Verhältnis. Seitdem der 52-Jährige im März 2024 beim FC Bayern München den Posten des Sportvorstands übernommen hatte, knirschte es immer wieder zwischen ihm und dem Ehrenpräsidenten. Der sportliche Erfolg der vergangenen Monate beim FCB scheint das Verhältnis der beiden jedoch zumindest ein wenig verbessert zu haben.
Eberl über Hoeneß: "Habe gelernt, wie es bei Bayern läuft"
„Früher hätte es mich nervös gemacht“
Eberl hat nun durchblicken lassen, wie es ist, ohne echte Rückendeckung des Bayern-Patrons zu arbeiten: „Wenn ich meinen Job für den FC Bayern gut mache, werden die Menschen, mit denen ich häufig diskutiere und spreche, auch ihre Entscheidungen treffen“, sagte Eberl im Interview mit Absolut Bayern und gab sich solidarisch.
Eberl: „Habe gelernt, wie es bei Bayern läuft“
Hoeneß hatte zuletzt ein öffentliches Bekenntnis zum Sportvorstand vermieden und auf eine mögliche Vertragsverlängerung eher defensiv reagiert. „Da habe ich gelernt, wie es bei Bayern läuft“, meinte Eberl. „Früher hätte es mich sehr nervös gemacht. Heute sage ich mit meiner erlernten Gelassenheit: Hey, ich mach mein Ding – und dann wird man mir sagen, ob man zufrieden ist oder nicht.“
Offenkundig nicht zufrieden hatte sich Ehrenpräsident Hoeneß zu Saisonbeginn mit der Transferpolitik Eberls gezeigt. „Für uns wäre es viel schöner, wenn wir gar nicht eingreifen müssten. Aber wir können nicht nicht eingreifen, wenn wir das Gefühl haben, dass es notwendig ist“, sagte Hoeneß im Spätsommer im SPORT1 Doppelpass. Er verordnete Eberl gemeinsam mit dem Aufsichtsrat einen Sparplan, der nach den gescheiterten Verpflichtungen von Nick Woltemade und Florian Wirtz de facto nur noch Leihspieler erlaubte.
Eberl sehe das pragmatisch: Diskussionen mit Hoeneß kämen ohnehin immer ins Spiel, „wenn die Summen größer werden“, verriet er nun. „Wenn mir einer sagt: ‚Max, das ist zu teuer‘, dann ist das kein Problem für mich“, gab sich der 52-Jährige entspannt. „Dann müssen wir eben diesen anderen Weg gehen.“ Dieser Weg geht in der bisherigen Saison voll auf – der FC Bayern steht kurz vor der Deutschen Meisterschaft, im DFB-Pokal und in der Champions League warten die entscheidenden Spiele.
FC Bayern: Hoeneß mit deutlicher Kritik an Eberl
Im Spätsommer 2025 schien das noch sehr ungewiss. Beim Rekordmeister knisterte es, besonders nach dem Auftritt von Klubpatron Hoeneß im Doppelpass: Eberl sei in Diskussionen „ziemlich empfindlich“ und habe Probleme damit, sportliche Verantwortung „auf mehrere Schultern zu verteilen“, hatte Aufsichtsratsmitglied Hoeneß damals geurteilt. Das müsse Eberl „endlich begreifen“. Das Verhältnis der beiden kühlte daraufhin ab, entwickelte sich in den vergangenen Wochen und Monaten aber wieder ins Positive.
Im Frühjahr 2026 will Eberl vom einstigen Zwist nichts mehr wissen. „Wenn es dann heißt: Eberl gegen den Aufsichtsrat (…) – das hat nichts mit ‚gegen‘ zu tun.“ Diskussionen mit Hoeneß oder Karl-Heinz Rummenigge würden nun mal dazugehören und seien „einfach FC Bayern“.