Markus Krösche hatte sich das alles anders vorgestellt. Im Frankfurter Fußball-Frühling 2026 läuft vieles nicht nach Plan und jetzt ist richtig Druck auf dem teuren Kessel. Der steile Aufstieg der Eintracht, das kann man schon sagen, nahm in dieser Saison ein kostspieliges Ende.
Eintracht Frankfurt: Das hatte sich Krösche anders vorgestellt
Jetzt ist richtig Druck auf dem Kessel
So spannend Krösches Trainer-Idee Albert Riera auch ist, so hoch sein Unterhaltungswert aufgrund interessanter Einschätzungen und kurioser Sprüche, so wenig hat der Spanier Frankfurt bisher geholfen. Rieras Punkteschnitt nach zehn Spielen ist zwar etwas besser als der von Dino Toppmöller in dieser Saison, doch unter dem Strich herrscht jetzt ein viel größeres Durcheinander.
In der Mannschaft, das ist zu hören, kreist die Unsicherheit, weil Riera im laufenden Spielbetrieb derart viel umkrempelte, dass viele schlicht nicht folgen können.
„Mit dem Fußball, den wir unter Dino gespielt haben, hat es eigentlich nichts mehr zu tun“, bewertet ein Stammspieler die momentane Lage, „das ist gerade ein ziemlich großer Umbruch.“ Mitten in der Saison.
Bundesliga-Neuling startete mit voller Kraft
Klar, Riera geht konsequent an seine Arbeit. Zu wenig Einsatz oder fehlendes Feuer lässt sich dem Neuzugang aus der obersten Klasse Sloweniens nicht vorwerfen. Etwas mehr Feingefühl an den verschiedenen Stellschrauben wäre sicher ein passenderer Weg gewesen.
Einige bei der Eintracht sehen in dem spanischen Cheftrainer nach seinen Auftritten in der Öffentlichkeit mittlerweile eine zusätzliche Baustelle. Die offizielle Sprachregelung klingt natürlich besser: Er muss sich an die Bundesliga, die besonderen Herausforderungen und auch die große Aufmerksamkeit erst noch gewöhnen.
Ist ja auch richtig und vor allem nachvollziehbar. Doch, mal ehrlich: Dass Riera, der in einem absoluten Hauruck-Wechsel aus Celje zum Bundesliga-Riesen nach Frankfurt kam, nicht direkt die Eintracht-Krise und sämtliche Themen, gerade auch sportlicher Natur, schultern oder sogar lösen kann, das war doch wohl jedem klar!
Mit ziemlicher Sicherheit wäre die Idee Riera eine noch bessere gewesen, wenn man ihm die Zeit gegeben hätte, Klub, Mannschaft und das für ihn anonyme Umfeld erst einmal kennenzulernen. In der Sommer-Vorbereitung zum Beispiel.
Krösche wählte den riskanten Weg
Am offenen Herzen zu operieren, dann noch bei einem wackelnden Traditionsverein, dessen Ansprüche nach den Super-Erfolgen der vergangenen Jahre ja in den Himmel gewachsen waren, könnte einfach eine Nummer zu groß sein – für so ziemlich jeden Trainer der Welt. Auf jeden Fall hilft es keiner Führungskraft dabei, sich zu orientieren und zu entfalten, wenn es ab Tag drei überall ballert.
Markus Krösche hatte gehofft, dass die Nummer aufgeht. Doch die Chancen, das Dickschiff mit neuer Ansprache und ein paar taktischen Kniffen mal eben wieder auf Kurs zu bringen, im laufenden Kampf um Europa, waren minimal. Da wäre jemand, der beruhigt, der die Liga, die Gegner und die Gemengelage kennt, vermutlich die bessere Wahl gewesen für das letzte wichtige Saisondrittel.
Ja, hinterher ist man immer schlauer. Ja, von außen sagt sich alles leichter. Aber eben auch ganz klar: Nein, dieser Alarm jetzt kommt nicht überraschend. Und Samstag in Augsburg (ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) liegt die Lupe schon wieder auf Riera …