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Erste Aufreger-Szene bei Debüt-Pleite: So reagiert Eta!

Erster Aufreger um Eta

Beim historischen Debüt ihrer Trainerin gibt es eine Pleite für die Berliner - der VfL sendet derweil ein Lebenszeichen.
Die neue Union-Trainerin Marie-Louise Eta kennt die Stimmungslage im Land und betont, dass Frauen längst zum Fußball gehören. Der 34-Jährigen ist es wichtig, dass weiterhin Chancen für Frauen bestehen.
Beim historischen Debüt ihrer Trainerin gibt es eine Pleite für die Berliner - der VfL sendet derweil ein Lebenszeichen.

Trainer-Pionierin Marie-Louise Eta hat bei ihrem historischen Debüt für Union Berlin einen bitteren Dämpfer kassiert. Im ersten Bundesliga-Spiel eines weiblichen Chefcoaches verloren die Eisernen gegen den schwer kriselnden VfL Wolfsburg mit 1:2 (0:1).

Nach der Pleite muss sich Union im Abstiegskampf wieder ernsthaft nach unten orientieren, während der VfL nach langer Zeit Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt schöpfte.

„Aus meiner Sicht spiegelt das Ergebnis die Leistung nicht wider“, sagte Eta bei Sky: „Ich glaube schon, dass wir heute ein gutes Spiel gemacht haben, das zeigen ja auch die Werte.“ 25 Schüsse hatte ihr Team abgegeben, ein Saisonrekord für die Eisernen.

Erstes Spiel, erste Aufreger-Szene für Eta

Die Trainerin musste in ihrem ersten Spiel aber auch gleich den ersten Aufreger kommentieren. Ilyas Ansah sorgte bei seiner Auswechslung in der zweiten Halbzeit für Wirbel.

Der Union-Stürmer nahm schwer gefrustet auf der Bank Platz pfefferte eine Flasche auf den Boden. Eta wollte die Szene nicht überbewerten. „Nein, die Jungs wollen. Illy war auch unzufrieden, weil er auch gespürt war, das mehr drin war. Das es Chancen gab, das ein anderes Ergebnis drin war“, sagte die Trainer-Debütantin zu dem Aufreger: „Das ist auch das, was man haben will. Alles in Ordnung, alles ok. Die Jungs leben, das sieht man und alles gut.“

Distanzschüsse lassen Wolfsburg in Berlin jubeln

Die Wolfsburger Patrick Wimmer (11.) und Dzenan Pejcinovic (46.) brachten Union die Niederlage mit zwei schönen Distanzschüssen bei – und bescherten ihrem Trainer Dieter Hecking den ersten Dreier im fünften Anlauf.

Die Berliner kamen durch Oliver Burke (86.) nur zum Anschluss und stehen nun sechs Punkte vor Relegationsrang 16, den der FC St. Pauli belegt. Die Wolfsburger auf Abstiegsrang 17 rückten durch den ersten Erfolg nach zwölf Spielen ohne Sieg bis auf zwei Punkte an die Kiezkicker heran.

Die Berufung der U19-Trainerin Eta zur Nachfolgerin des am vorigen Wochenende entlassenen Steffen Baumgart hatte im Vorfeld überall in Europa hohe Wellen geschlagen. Auch vor Anpfiff am Samstag waren alle Augen auf die Interimstrainerin gerichtet, die ab Sommer Unions Frauenteam übernehmen soll.

Fotografen folgten Eta bei den Interviews auf Schritt und Tritt; bei der Mannschaftsaufstellung empfingen die rund 20.000 Union-Fans die 34-Jährige als „Fußballgöttin“.

Eta muntert Union-Stars zur Halbzeit auf

Zu Beginn sah Eta, die an der Seitenlinie in schwarzer Trainingsjacke ihre Mannschaft aktiv antrieb, dass Union wie so oft in dieser Saison offensiv Probleme hatte.

„Grundsätzlich war ich total im Fokus. Es geht um Fußball, es geht nicht um mich“, sagte Eta. Es sei bei ihrem Debüt auch nicht „ums Genießen“ gegangen: „Man will ein Fußballspiel gewinnen. Es ist als Trainerin immer was besonderes, an der Linie zu stehen. Für mich ging es darum, die Jungs bestmöglich zu unterstützen, gemeinsam mit dem Trainerteam die besten Lösungen zu finden.“

Zunächst taten die Gäste etwas mehr für das Spiel – und wurden dafür belohnt. Wimmer streichelte den Ball nach einer ansehnlichen Kombination von der Strafraumkante mit dem Außenrist ins Netz.

Für einen Moment wurde es leise in der sonst so lauten Försterei. Union ließ sich durch den Rückschlag aber nicht beirren und drückte stärker auf den Ausgleich. Erst scheiterte Ilyas Ansah (15.) nach einem Freistoß an VfL-Torwart Kamil Grabara, dann verzog der Stürmer (20.) per Kopf. Im Anschluss flachte die Partie ab, die Teams wurden vor allem über Standards gefährlich.

Wolfsburgs Aaron Zehnter (38.) prüfte Union-Keeper Frederik Rönnow nach einer Ecke aus spitzem Winkel, zwei Minuten später schoss Unions Leopold Querfeld volley über das Tor. Ein Distanzschuss von Ansah rauschte in der Nachspielzeit nur knapp vorbei. Als der Halbzeitpfiff ertönte, klatschte Eta ihre Spieler aufmunternd ab.

Unions Aufholjagd wird nicht belohnt

Den Start in den zweiten Abschnitt verschliefen die Köpenicker jedoch komplett. 29 Sekunden nach Wiederbeginn schoss Pejcinovic nach einem Unioner Ballverlust aus 16 Metern völlig frei ein.

Analog zur ersten Hälfte bauten die Gastgeber nach dem Gegentor umgehend mehr Druck auf. Grabara parierte einmal mehr einen Versuch von Ansah (50.), Danilho Doekhi (52.) verstolperte im Getümmel vor dem Tor und Andrej Ilic (57.) köpfte den Ball an den Pfosten.

Erst Burke schaffte es nach einem Konter, den starken VfL-Torhüter zu überwinden. Grabara rettete in der Nachspielzeit überragend gegen Doekhi. Letztlich stand ein xG-Wert von 2,92, doch für mehr als einen Treffer reichte es nicht.

„So ehrlich muss man sein: Wir hatten einen Trainerwechsel, wir müssen schauen, dass wir die neuen Inhalte in die Mannschaft bekommen. Ich dachte nicht, dass es schon so gut läuft“, sagte Unions Christpher Trimmel.

Die Fans von Union feierten ihre genickte Mannschaft nach der Partie. Auch Eta, die das Team noch auf dem Platz für eine kurze Ansprache zusammenrief, gab sich positiv: „Ich kann den Jungs keinen großen Vorwurf machen. Ich bin überzeugt, dass wir die entscheidenden Punkte holen.“

—- mit Sport-Informations-Dienst