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Der Weg ist zu Ende – aus guten Gründen

Die Geschichte ist auserzählt

Seit wenigen Tagen ist klar, dass Raphael Guerreiro den FC Bayern am Saisonende verlassen wird. Die Entscheidung folgt einer klaren Logik.
Raphael Guerreiro wird den FC Bayern im Sommer verlassen. Kurz nach der Verkündung seines bevorstehenden Abschieds sind in seiner portugiesischen Heimat erste Transfergerüchte aufgetaucht.
Seit wenigen Tagen ist klar, dass Raphael Guerreiro den FC Bayern am Saisonende verlassen wird. Die Entscheidung folgt einer klaren Logik.

Wie meistens üblich, waren es warme Worte, die Max Eberl bei der Verkündung des Abschieds von Raphael Guerreiro parat hatte: „Wir möchten uns bei Rapha herzlich für die gemeinsame Zeit bedanken: Auf Rapha war auf dem Platz immer Verlass, zudem bereichern Charaktere wie er jede Kabine“, erklärte der bayerische Sportvorstand in einer Pressemitteilung.

Doch hinter der kleinen Liebeserklärung steckt vor allem ein glasklarer beziehungsweise knallharter Kurs in der Kaderplanung des FC Bayern. Fakt ist: Der Portugiese, der 2023 an die Isar gewechselt war, passt nicht mehr in die Münchner Planungen. Seine Geschichte ist auserzählt.

„Es ist die absolut richtige Entscheidung. Diese Spieler der Kragenweite Guerreiros sind die, die die Bayern nicht mehr in dieser Masse haben wollen. Er hat gute Dienste geleistet, aber er war nie jemand, der Spiele im Alleingang gewonnen hat“, sagt SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger in der aktuellen Folge des Podcasts „Die Bayern-Woche“. Der Weg des 32-Jährigen in München sei aus guten Gründen zu Ende.

Sportdirektor Christoph Freund erklärte die „einvernehmliche“ Entscheidung zur Trennung auf der Pressekonferenz am Freitag so: „Wir planen für die neue Saison eine etwas andere Profilschärfe auf der Position, aber das ändert nichts an unserer Wertschätzung für das, was Rapha hier geleistet hat.“

Guerreiro ist beim FC Bayern nie richtig angekommen

Insgesamt war Guerreiro stets ein zurückhaltender und loyaler Kaderspieler, Flexibilität ist seine Stärke. Doch so richtig angekommen schien er in München nie. Oftmals wirkte er schüchtern, zu schüchtern. Zudem wurde ihm nachgesagt, im Training nicht immer Vollgas zu geben.

Obendrein war die Trennung von Thomas Tuchel ein harter Schlag für ihn. Immerhin galt er als ein Lieblingsschüler des Trainers, der von Frühjahr 2023 bis Sommer 2024 das Ruder an der Säbener Straße hielt.

„Er hat kein schlechtes Verhältnis zu Trainer Vincent Kompany – ganz im Gegenteil. Aber dass der große väterliche Freund Thomas Tuchel für Guerreiro nicht mehr da war, hat ihn schon getroffen“, erklärt Kumberger.

Guerreiros Abschiedstour beginnt: „Bis zum letzten Tag ein wichtiger Teil“

Dass es zwischenmenschlich keine Probleme gab, spiegelte sich auch in Kompanys Worten wider. „Ich kann über Rapha nur Gutes sagen“, meinte der Belgier am Freitag. „Seine Spielintelligenz ist außergewöhnlich, und er hat die Qualität, auf verschiedenen Positionen sofort zu helfen, wenn er gebraucht wird.“

Ab sofort beginnt für „Rapha“ aber die große Abschiedstour beim FC Bayern – idealerweise soll sie mit drei Titeln enden. Danach geht es, aktuellen Gerüchten zufolge, nach Portugal oder Frankreich.

„Er bleibt bis zum letzten Tag ein wichtiger Teil dieser Mannschaft“, betonte Kompany: „Ich bin mir sicher, dass er uns in den verbleibenden Wochen noch wichtige Impulse geben wird.“ Freund fügte hinzu: „Wir wollen diesen Weg zusammen erfolgreich abschließen.“

Die ganze Diskussion sowie alles zu den anderen aktuellen Brennpunkt-Themen rund um den Rekordmeister hören Sie in der neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Bayern-Woche“ mit Moderatorin Madeleine Etti und Chefreporter Stefan Kumberger.

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