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FC Bayern: Diese Hoeneß-Ansage hat gewirkt

Diese Hoeneß-Ansage hat gewirkt

Plötzlich geht es an der Säbener Straße um Apfelkuchen. Die amüsante Anekdote von Uli Hoeneß mag harmlos wirken, sagt aber auch viel über das Innenleben des FC Bayern aus.
Als Vincent Kompany zum FC Bayern München kam, wollte er Xavi Simons verpflichten. Laut Uli Hoeneß wurde der Wunsch abgelehnt und es gab stattdessen einen Apfelkuchen.
Plötzlich geht es an der Säbener Straße um Apfelkuchen. Die amüsante Anekdote von Uli Hoeneß mag harmlos wirken, sagt aber auch viel über das Innenleben des FC Bayern aus.

Uli Hoeneß war wieder in seinem Element: In einer Zirbenstube saß er am Tag nach dem Triumph seiner Bayern über Real Madrid dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder gegenüber und durfte seine Sicht der Dinge unters Podcast-Volk bringen.

Der Klub-Patron ist clever genug zu wissen, dass auch Sportreporter „Auf eine weiß-blaue Tasse“ hören, seine Botschaften würden also ankommen und unter Umständen Debatten lostreten. So auch diesmal.

Dass Hoeneß fast nebenbei davon erzählte, Trainer Vincent Kompany habe im vergangenen Sommer unbedingt Xavi Simons verpflichten wollen, kann getrost als kleine Indiskretion gewertet werden. Man braucht nicht viel Phantasie dafür, um festzustellen: Als noch Thomas Tuchel Trainer an der Säbener Straße war, hätte die Anekdote durchaus Knall-Potential gehabt.

FC Bayern: Kompany legt Thema zu den Akten

Doch unter Kompany liegen die Dinge anders. Der Belgier hat sich im Bayern-Kosmos so gut zurechtgefunden, dass er am Samstagvormittag einen Weg fand, charmant zu reagieren und gleichzeitig das Thema zu den Akten zu legen – ein Punkt, den er seinem Vorgänger voraushat.

„Wir sind gemeinsam eine ganz aktive Gruppe – Christoph Freund, Max Eberl, Jan-Christian Dreesen“, erklärte Kompany auf Nachfrage von SPORT1 und fügte der Story vom Apfelkuchen noch ein Detail hinzu: „Ich habe Herrn Hoeneß in dem Moment gesagt, dass er in unserem Alter genauso gepusht hätte. Am Ende haben wir Apfelkuchen gegessen und alles war gut.“

Dem Bayern-Trainer gelang es damit, das Thema schnell und abschließend zu beenden. Im Sinne der Ruhe an der Säbener Straße ein wichtiger Schritt, denn Hoeneß‘ Erzählung zeugt von einem pikanten Dauerthema beim Rekordmeister. Es geht hinter den Kulissen immer wieder um Machtfragen, die von außen obendrein befeuert werden.

Hoeneß‘ Motto beim FC Bayern

Der kicker hatte zuletzt berichtet, zwischen Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund bestehe „eher eine Zwangs- als eine Zweckehe“. Auf SPORT1-Nachfrage machte Letzterer aber deutlich: „Es (der Bericht; Anm. d. Red.) hat mich auch verwundert. Die Zusammenarbeit funktioniert sehr, sehr gut.“

Dass dem so ist, könnte man auf Hoeneß zurückführen. Er lebt seit Jahrzehnten nach dem Motto, dass Reibung Wärme erzeugt. Interner Streit ist für ihn kein Ausdruck von Schwäche, sondern von Stärke – sofern es um das Wohl des Vereins geht.

„Wir haben im Sommer eine richtige Streitkultur bei uns gehabt. Das war wirklich eine große Auseinandersetzung, weil der eine oder andere bei uns noch richtig einkaufen wollte – für 100 oder 150 Millionen!“, erzählte Hoeneß im Söder-Podcast. „Die Alten“ hätten sich aber durchgesetzt. Im Klartext: Der Patron selbst und Aufsichtsrat Karl-Heinz Rummenigge haben die jüngeren Verantwortlichen zurückgepfiffen …

Man darf davon ausgehen, dass auch Eberl im Sommer zur Spendierhosen-Fraktion gehörte. Dass er ein Fan von Simons ist, den er einst nach Leipzig lotste, ist kein Geheimnis. Interessant ist die Apfelkuchen-Anekdote im Nachgang auch deswegen, weil sich Hoeneß Anfang September 2025 im SPORT1Doppelpass bitterlich über seinen Sportvorstand beschwert hatte. Eberl sei „ziemlich empfindlich“, so das Urteil des Klub-Patrons damals.

Kompany lacht Hoeneß-Szene weg

Eine Zuschreibung, die Kompany nicht ereilte. Zu Recht, wie der Belgier jetzt bewies. Statt mit bitterer Miene auf seine Niederlage im Ringen um die richtige Transferstrategie zu blicken, lacht er die Szene locker weg. Das dürfte Hoeneß gefallen. Seine Ansage aus dem vergangenen Herbst, dass man auch mal streiten können müsse, hat gewirkt und trägt zum Erfolg bei.

Der Patron spricht aus Erfahrung: Seine zahlreichen Meinungsverschiedenheiten mit Rummenigge sind bestens belegt.

Wie die „Besenbinder“ habe man gestritten, so Hoeneß – und sein langjähriger Partner am Klub-Ruder ergänzte jüngst im Interview mit SPORT1: „Wir haben uns gefetzt, aber dann wurde Schafkopf gespielt, Weißbier getrunken und Ulis Würste gegessen. Das hat dann alle Gemüter wieder beruhigt“, erklärte Rummenigge.

Genau genommen hat sich daran nichts geändert – außer, dass es bei Hoeneß mittlerweile Apfelkuchen gibt.