Der Branchenprimus aus München hat es wieder einmal getan. Ungeachtet der bereits eingetüteten Meisterschaft und einer Horror-Halbzeit in Mainz rappelte sich der FC Bayern wieder auf und drehte auf beeindruckende Art und Weise – nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit – ein Spiel im Oberhaus.
FC Bayern: Was in der Halbzeit in der Kabine passierte
Kabinen-Rüffel bei Bayern enthüllt
Das unfassbare Comeback dürfte Nachwirkungen haben. Ausschlaggebend war eine schallende Kabinenansprache von Trainer Vincent Kompany nach der „vielleicht schlechtesten Halbzeit der Saison”. Im Anschluss waren sich alle Beteiligten einig: Der Wille, der Hunger und die Widerstandsfähigkeit der Mannschaft sind einmalig.
FC Bayern: Kompany wird in der Kabine laut
Dabei gab es zum Pausentee erst einmal einen heftigen Rüffel des Belgiers, wie Leon Goretzka und Torhüter Jonas Urbig bestätigten. „Ich werde nicht sagen, was der Trainer gesagt hat, aber man kann sich vorstellen, dass er natürlich nicht besonders zufrieden war“, erklärte Goretzka bei DAZN.
„Der Trainer war zu Recht sauer“, sagte Urbig in der Mixed-Zone und auch Sportvorstand Max Eberl bestätigte im ZDF: „Es war lauter.“ Kompany selbst wiederum scherzte bei Sky: „Es war viel Lob dabei.“
„Wahnsinn, Wahnsinn“, betitelte Kompany im Anschluss am DAZN-Mikrofon den Auftritt seiner Mannschaft. „Schlechteste Halbzeit seit Jahren wahrscheinlich. Es hätte auch 0:4 oder 0:5 gewesen sein können für Mainz, und dann kam einer unserer besten Momente“, analysierte der Bayern-Trainer.
Es kam im Anschluss aus der Lobeshymne für sein Team nicht mehr heraus: „Die Mannschaft ist so hungrig und wir haben heute gejubelt und gekämpft, als ob wir ein Relegationsspiel gespielt haben und es ging um Leute und ihre Arbeit. Wir haben schon viel erreicht in der Bundesliga und trotzdem hast du diese Energie.“
Musiala: „0:3 verlieren und es geht weiter“
Tatsächlich ging es für den FC Bayern – abgesehen vom internationalen Torrekord, für den nach der Partie noch zwölf Treffer bei drei ausstehenden Spielen fehlen – in der Bundesliga um nicht mehr viel: Die Meisterschaft ist eingetütet und am Dienstag wartet das Champions-League-Halbfinale gegen Paris.
Dass dieser Hunger, solche Spiele trotz widriger Umstände immer noch gewinnen zu wollen, der große Schlüssel zu Titeln sei, betonte auch Musiala: „Wir könnten auch locker 0:3 verlieren und es geht weiter, aber das wir auch den Hunger haben, das Spiel noch zu drehen, und das auch noch zu feiern wie eine Meisterschaft, das gibt ein sehr gutes Gefühl auch für die kommenden Wochen. Denn da brauchen wir ein solches Gefühl, wenn wir noch weitere Sachen gewinnen wollen.“
Mit diesen Faktoren beeindruckten die Bayern in dieser Spielzeit nicht zum ersten Mal. Das 4:3 am Mainzer Bruchweg war bereits das achte Bundesligaspiel, das die Münchner in dieser Spielzeit nach einem Rückstand noch gewannen. Damit egalisierten sie den Bundesligarekord von Bayer Leverkusen aus der Saison 1999/00.
Mainz verneigt sich: FC Bayern „die beste Mannschaft der Welt“
Selbst der Gegner geriet angesichts dieser Leistung ins Schwärmen.
„Die Qualität, die da kommt, kannst du nicht verteidigen. Das ist das beste Beispiel, warum das die beste Mannschaft der Welt ist“, zeigte sich Nadiem Amiri am Sky-Mikrofon höchst beeindruckt. Auch Dominik Kohr, der Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:0, analysierte knallhart: „Die haben uns in der zweiten Halbzeit mit ihrer Qualität komplett auseinandergenommen.“
Wenn diese Qualität mit dem oft zitierten Hunger und der Gier zusammenkommt, kann der Kracher am Dienstag gegen PSG (21 Uhr im LIVETICKER) nur zum richtigen Zeitpunkt kommen. „Jeder ist sehr happy. Wir könnten auch 0:3 verlieren und unser Fokus wäre auf Paris, aber jetzt mit so einem Gefühl reinzugehen, tut uns schon gut“, blickte Musiala freudig voraus.
Es stellt sich berechtigterweise die Frage, wer oder was soll diese Mannschaft eigentlich aufhalten?