Für Bara Sapoko Ndiaye ist am Samstagabend ein Traum in Erfüllung gegangen. Der 18-Jährige feierte sein Profidebüt für den FC Bayern und stand beim Auswärtssieg beim FC St. Pauli (5:0) insgesamt zwölf Minuten auf dem Platz. Seit seiner Leihe im vergangenen Januar erlebt er eine rasante Entwicklung.
FC Bayern: Er hinterlässt bleibenden Eindruck
Ein Bayern-Juwel drängt sich auf
In Hamburg überzeugte der Mittelfeldspieler, der für Jamal Musiala in die Partie kam, auf ganzer Linie. Sapoko Ndiaye hatte 26 Ballkontakte, spielte keinen Fehlpass und alle seiner drei Dribblings waren erfolgreich.
Mitspieler feiern Youngster ab – Eberl schwärmt
Nach dem Sieg bekam Sapoko Ndiaye Lob von allen Seiten. „Man hat gesehen, dass er ein brutales Talent hat und ein guter Kerl ist. Er ist ganz dankbar“, sagte Leon Goretzka.
Zudem meldeten sich Dayot Upamecano sowie Jonathan Tah auf Instagram zu Wort und posteten jeweils ein Bild des Youngsters in ihrer Story. Dazu schrieben sie jeweils: „Mein Kleiner“.
Auch Max Eberl schwärmte von Sapoko Ndiaye: „Er kam sehr gut in dieses Spiel herein. Man hat ihm keine Nervosität angemerkt.“ Der Sportvorstand verriet zudem: „Er war ja leider verletzt, deswegen wäre die Chance wahrscheinlich auch schon eher da gewesen.“
Der außergewöhnliche Weg von Bara Sapoko Ndiaye
Der Karriereweg des Senegalesen ist außergewöhnlich. Sapoko Ndiaye ist Teil der „Red & Gold Academy“, eines internationalen Förderprojekts des FC Bayern in Kooperation mit dem Los Angeles FC und weiteren Partnerklubs weltweit. Nachdem er am 3. Januar 18 Jahre alt geworden war, liehen die Münchener ihn von den Gambinos Stars Africa bis zum Sommer aus, um ihn die Möglichkeit zur Entwicklung zu geben.
Eberl erklärte bei der Verpflichtung, dass der Mittelfeldspieler, der in der Zentrale verschieden einsetzbar ist, der Erste sei, der aus dieser Kooperation beim Bundesliga-Team angekommen ist. „Er soll sich einfach adaptieren und den europäischen Fußball kennenlernen“, sagte Eberl.
Juwel erstmals im Herbst auf Bayerns Trainingsgelände
Aufgrund spezieller Regularien darf Sapoko Ndiaye nur in Pflichtspielen der Profis zum Einsatz kommen und nicht in der U19 oder U23. Seit Januar trainiert er beim Team von Trainer Vincent Kompany mit und überzeugt mit seiner Qualität sowie seinem Engagement.
Bereits im Herbst 2024 absolvierte Sapoko Ndiaye mit den Gambinos Stars Africa einen zweiwöchigen Trainingsaufenthalt beim FC Bayern. Dort machte er als Erstes in einem Testspiel gegen die U19 auf sich aufmerksam.
Rückschlag bei erneutem Probetraining
Die Bayern holten ihn im Februar und März 2025 zur U19 sowie U23 und er durfte auch schon bei den Profis mittrainieren. Im Sommer folgte dann ein zweimonatiges Probetraining bei Grasshopper Zürich. In dieser Zeit stand der Mittelfeldspieler auch in einem Testspiel gegen den FC Bayern auf dem Platz und wusste zu überzeugen.
Nach der Zeit des Probetrainings war der damalige Zürich-Coach Gerald Scheiblehner von Sapoko Ndiaye beeindruckt: „Er hat viele Stärken, ist flink, hat gute Lösungen im engen Raum und eine sehr gute Geschwindigkeit. Ein sehr junger Spieler auf sehr hohem Niveau, der bei uns mittrainiert, um den Fußball in Europa kennenzulernen.“
Im vergangenen Herbst sollte dann ein weiteres Probetraining bei den Profis folgen, doch der 18-Jährige erlebte einen ersten Rückschlag, als er mit einer Verletzung zu kämpfen hatte. Aus diesem Grund konnte Sapoko Ndiaye lediglich Reha-Einheiten absolvieren.
Kompany: „Es läuft gut für ihn“
An seinem guten Standing bei den Bayern veränderte dies aber nichts, denn der Rekordmeister lieh ihn im Januar aus. Am Bayern-Campus sorgte er schnell für Aufsehen, als er den internen Geschwindigkeitsrekord am Campus brach und bei einer Messung auf 36 km/h kam.
Zwar hatte er zunächst mit Verletzungen zu kämpfen, doch kehrte zuletzt wieder auf den Platz zurück. Bereits vor dem Spiel in Hamburg wurde Kompany auf Sapoko Ndiaye angesprochen: „Er hat gezeigt, dass er zu den Talenten gehört, die wir im Bayern-Nachwuchs haben. Es läuft gut für ihn“, erklärte der Belgier.
Dass der Coach gerne jungen Talenten eine Chance gibt, sich bei den Profis zu behaupten, stellte er im Laufe der Saison häufiger unter Beweis.
Schon vor Sapoko Ndiaye bekamen mit Lennart Karl, Wisdom Mike, David Santos Daiber, Felipe Chávez, Maycon Cardozo, Cassiano Kiala, Deniz Ofli, Jonah Kusi-Asare, Filip Pavic sowie Erblin Osmani insgesamt zehn Spieler Einsatzzeiten, die noch nicht 20 Jahre alt sind. Mit dem Senegalesen gaben insgesamt acht Talente ihr Profidebüt in der aktuellen Saison – so viele wie noch nie beim FC Bayern.
Bleibt Sapoko Ndiaye beim FC Bayern?
„Das spricht für einen mutigen Trainer“, sagte Goretzka nach dem Sieg auf St. Pauli und fügte bezüglich Sapoko Ndiaye hinzu: „Wenn es 1:1 gestanden hätte, wäre er wahrscheinlich nicht hereingekommen. Er hat seine Sache heute super gemacht.“
Noch ist unklar, wie es für den 18-Jährigen in der kommenden Saison weitergeht. Sein Leihvertrag endet am 30. Juni. Gedankenspielen über eine Weiterbeschäftigung soll es an der Säbener Straße aber geben.
Immerhin werden im Sommer ein paar Plätze frei. So stehen die Abgänge von Raphael Guerreiro und Goretzka bereits fest.