Der Ausfall von Serge Gnabry trifft den FC Bayern schwer, das war rund um die Meisterentscheidung in der Bundesliga unübersehbar. Max Eberl, Herbert Hainer, Joshua Kimmich, Harry Kane – sie alle äußerten sich mit tiefem Bedauern zu der schweren Verletzung des Leistungsträgers.
Sechs Worte, die Bayern-Fans frohlocken lassen
Musiala sendet frohe Botschaft
Einen Tag nach der Schocknachricht durften sich die Münchner aber immerhin über einen wichtigen Lichtblick freuen: Denn ebenso unübersehbar ist der Aufschwung von Jamal Musiala.
Der junge Superstar machte während und nach der Partie einen geradezu gelösten Eindruck. Im Gespräch mit DAZN verriet er gut gelaunt: „Mein Fuß ist viel, viel besser.“
Kompany: Wir bekommen einen guten Musiala zurück
Nach einem besorgniserregenden Rückschlag rund um die Länderspielpause dürfte allein dieser kurze Satz die Herzen der Bayern-Fans höher schlagen lassen. Denn Musiala suchte nach seinem Comeback zu Beginn des Jahres lange vergeblich nach seiner Form. Was für den Rekordmeister auch wegen eines starken Gnabrys verkraftbar war. Doch jetzt wird er gebraucht.
„Natürlich ist es schade, dass Serge nicht mehr da ist“, sagte auch Trainer Vincent Kompany: „Was dann auf jeden Fall etwas bringt in dieser Phase, ist, dass Jamal jetzt gerade wieder kommt.“
Lange genug habe man ohne Musiala Erfolg gehabt: „Aber in diesem Moment, in dem Serge nicht mehr da ist, bekommen wir einen guten Jamal zurück.“
Beim verwandelten Meister-Matchball gegen den VfB Stuttgart (4:2) erinnerte Musiala gerade bei seiner Vorlage zum wichtigen 1:1 durch Raphael Guerreiro an alte Tage. Gegen zwei Gegenspieler setzte er sich durch und legte den Ball mit Überzeugung ab – das nächste wichtige Erfolgserlebnis.
Musiala schüttelt die Zweifel ab
Zuletzt hatte er gegen den FC St. Pauli schon mit einem Tor und einem Assist geglänzt, auch wenn in der Partie in Hamburg noch einiges schiefging. In der Champions League legte er Luis Díaz ein paar Tage später dann den Treffer zum erlösenden 3:3 gegen Real Madrid auf.
Es war eine Szene mit Symbolcharakter, denn der 23-Jährige, dessen Auftritte in den vergangenen Wochen so häufig nach Selbstzweifeln und mangelndem Zutrauen in den eigenen Körper aussahen, hatte den Ball vehement mit weit ausgebreiteten Armen gefordert. Er wollte etwas bewegen.
„Was ich bei Jamal jetzt spüre, seit dieser internationalen Woche: Dass er jetzt diese Freiheit wieder bekommt“, befand nun auch Kompany.
Der Trainer versprüht Hoffnung, auch wenn er den bisher in Watte gepackten Musiala nicht überfordern will: „Ich kann schwer den ganzen Druck auf Jamal setzen, ich glaube, das wäre nicht fair. Aber trotzdem glaube ich, dass wir schon etwas erwarten können, wenn er mit seinen Leistungen so weitermacht.“
Diese Bayern-Geschichte soll sich wiederholen
Gegen Stuttgart wurde der alte und neue Hoffnungsträger entsprechend auch nur 45 Minuten lang eingesetzt. Die Auswechslung sei geplant gewesen, verriet Musiala selbst: „Jetzt ist eine Zeit, wo man ein bisschen schonen muss. Damit es so gut bleibt für die Spiele, die jetzt noch kommen.“
Im vergangenen Sommer hatte sich Musiala schwer verletzt, Gnabry – selbst häufig zu längeren Zwangspausen gezwungen und vor Formschwankungen nicht immer gefeit – entpuppte sich als gewinnbringender Vertreter.
Nun soll sich die Geschichte aus Bayern-Sicht wiederholen, nur mit umgekehrten Vorzeichen: Es ist am lange kriselnden Musiala, den unübersehbar schmerzhaften Ausfall eines Leistungsträgers zu kompensieren.