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FC Bayern: Ein Fall mit vielen Rätseln

Rätselraten um Gnabry

Serge Gnabry hat sich einen Adduktorenabriss zugezogen und fällt lange aus. Wie lange, ist offen – selbst wichtige Entscheider wissen nicht umfassend Bescheid.
Serge Gnabry fällt beim FC Bayern München aus, aber Jamal Musiala kommt nach seiner Verletzung wieder richtig in Fahrt. Trainer Vincent Kompany gibt sich auf der Pressekonferenz zuversichtlich.
Serge Gnabry hat sich einen Adduktorenabriss zugezogen und fällt lange aus. Wie lange, ist offen – selbst wichtige Entscheider wissen nicht umfassend Bescheid.

Oft sind es die harmlosen Situationen, die weitreichende Folgen haben können. So scheint es auch im Fall von Serge Gnabry zu sein.

Der Bayern-Star zog sich einen Adduktorenabriss zu und fällt vorerst aus. Das Unglück geschah „beim Penalty-Schießen“, wie Trainer Vincent Kompany vor der Partie der Münchner gegen den VfB Stuttgart bei DAZN verriet. Sein Urteil: „Das war sehr unglücklich.“

Für Gnabry ist klar: Für die wichtigen Spiele in Leverkusen im Pokal und gegen Paris im Halbfinale der Champions League fällt er in jedem Fall aus. Was danach kommt? Unsicher. Selbst die Verantwortlichen des FC Bayern konnten am Sonntagabend nicht sagen, wann wieder mit Gnabry gerechnet werden kann.

Gnabry droht Monate auszufallen

Aber es schwingt in sämtlichen Aussagen mit, dass auch eine Teilnahme an der WM zu den Akten gelegt werden kann – die Zeit ist einfach zu knapp, die Verletzung zu schwerwiegend. Bei normalen Zerrungen geht man üblicherweise von einer Zwangspause von zwei bis sechs Wochen aus. Bei einem Abriss kann es Monate dauern.

„Es ist dramatisch. […] Daher tut es mir für ihn sehr leid, weil er, glaube ich, bei der WM eine sehr gute Rolle gespielt hätte“, erklärte Sportvorstand Max Eberl auf Nachfrage von SPORT1. Dass er in Sachen Weltmeisterschaft den Konjunktiv verwendete, sagt eigentlich alles. Immerhin, so Eberl, sei Gnabry „gefasst und stabil“.

Dass die Enttäuschung beim 31-Jährigen aber sehr tief sitzt, macht eine Szene deutlich, die Herbert Hainer schilderte: „Das ist unglaublich bitter. Ich habe heute auch schon versucht, ihn anzurufen, hat leider nicht geklappt. Verstehe ich auch, dass er nicht ans Telefon gehen will“, sagte der Bayern-Präsident.

FC Bayern: Keine OP für Gnabry?

Auch Joshua Kimmich, immerhin Gnabrys engster Freund, deutete an, dass sein Kollege am Boden zerstört ist. „Der fehlt uns natürlich extrem, in der Kabine, auf dem Feld. Das ist echt ein sehr, sehr großer Verlust. Sowohl als Spieler als auch als Mensch, der wird uns extrem wehtun. Ich hoffe, dass wir das irgendwie aufgefangen bekommen“, erklärte Kimmich bei DAZN.

Über Gnabrys Gemütszustand gibt es also unterschiedliche Meinungen und Erkenntnisse. Wie die Verletzung behandelt werden soll, deutet sich aber zumindest an.

SPORT1-Informationen zufolge hat sich der Spieler für eine konservative Behandlung entschieden. Heißt: Der Bayern-Star wird nicht operiert. Eberl bestätigte dies indirekt. Er glaube nicht, dass eine Operation nötig sei, sagte der Sportvorstand zu SPORT1, er sei aber nicht der richtige Ansprechpartner.

Kane: „Niederschmetternd“

Fakt ist: Alle Beteiligten werden viel Geduld brauchen. Selbst wenn doch noch eine Entscheidung pro OP fallen sollte, wird es für Gnabry kein leichter Weg zurück.

Mit Blick auf seine Leistungen in der aktuellen Saison ein herber Schlag – für ihn, den FC Bayern und die Nationalmannschaft. Am besten fasste es vielleicht Harry Kane zusammen: „Es ist niederschmetternd.“