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Nächster BVB-Patzer! Macht der FC Bayern den Titel klar?

„Das ist nicht im Sinne des Fußballs“

Borussia Dortmund lässt erneut Punkte liegen. Damit könnte der FC Bayern am Sonntag die Meisterschaft perfekt machen.
Auf der Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim äußert sich BVB-Coach Nico Kovac zur Personlie Cole Campbell.
Borussia Dortmund lässt erneut Punkte liegen. Damit könnte der FC Bayern am Sonntag die Meisterschaft perfekt machen.

Der BVB hat sich den nächsten Ausrutscher geleistet. Durch die 1:2 (0:1)-Niederlage der Dortmunder bei der TSG Hoffenheim kann sich der FC Bayern am Sonntag im Spiel gegen den VfB Stuttgart (17.30 Uhr im LIVETICKER) vorzeitig die Meisterschaft sichern.

Schon mit einem Remis würde der Rekordmeister den 35. Meistertitel der Klubhistorie einfahren. Die Titelhoffnungen der Mannschaft von Trainer Niko Kovac waren spätestens seit der 0:1-Niederlage gegen Bayer Leverkusen vergangene Woche, die den Rückstand auf die Bayern auf zwölf Punkte vergrößerte, auf ein Minimum gesunken.

Andrej Kramarić traf zweimal per Handelfmeter (42./90.+8) für die Hoffenheimer, die sich nach zuvor vier Partien ohne Sieg im Kampf um den Einzug in Königsklasse zurückmeldeten. Der BVB ging nach zehn Auswärtsspielen ohne Niederlage wieder als Verlierer in der Fremde vom Platz, der zwischenzeitliche Ausgleich durch den eingewechselten Serhou Guirassy (87.) war zu wenig.

BVB-Trainer Kovac kritisiert Elfer-Entscheidungen

BVB-Coach Niko Kovac kritisierte die beiden gegebenen Elfmeter gegen seine Mannschaft bei DAZN. „Bei der zweiten Szene denke ich, dass er den Ball an die Hand kriegt, dreht sich aber auch weg. Bei der ersten Szene verletzt sich unser Spieler. Dass es da Elfer gibt, ist der VAR. Das ist nicht im Sinne des Fußballs.“

Vor allem die erste Elfmetersituation, bei der sich auch noch Niklas Süle verletzte, machte Kovac sauer. „Der Schiri hat es nicht gesehen, dann wurde er vom VAR kontaktiert. Wenn wir es gehabt hätten, hätte ich mich wohl auch gefreut. Ob das aber im Sinne des Erfinders ist, solch eine Situation so zu bewerten? Niki Süle stützt sich ab. Der Arm muss ja mit der Schwerkraft irgendwann mal runterkommen. Dass dann der Ball an die Hand geht, ist Pech. Regeltechnisch ist es wohl Elfmeter.“

Bei Sky legte Kovac nach und meinte: „Er hat ihn gepfiffen, das haben Leute festgelegt, die den Fußball nur aus dem Fernsehen kennen.“

Schiedsrichter Siebert stellte sich nach der Partie. „Erstmal hoffe ich, das Niklas Süle nicht schwer verletzt ist“, richtete Siebert zunächst Genesungswünsche an den BVB-Profi und erklärte dann seine Elfmeterentscheidung: „Er liegt am Boden, dann führt er seine Hand nach oben in die Schussbahn des Balles. Das ist eigentlich ein relativ starkes Argument für Elfmeter, weil die Hand in die Schussbahn des Balles geht und nur die Hand hält den Torschuss auf. Also ein Handspiel mit hoher Wirkung. Entsprechend war es für mich schlussendlich ein strafbares Handspiel.“

Bitterer Nachmittag für Süle

Süle erlebte einen besonders bitteren Nachmittag. Der Innenverteidiger stand erstmals seit dem 13. Februar mal wieder in der Dortmunder Startelf, musste aber kurz vor der Pause verletzt ausgewechselt werden.

Süle war ohne Fremdeinwirkung weggerutscht, auf dem Boden liegend bekam er dann auch noch einen Schuss von Andrej Kramaric an den Arm. Schiedsrichter Daniel Siebert entschied nach VAR-Check auf Elfmeter, den Kramaric verwandelte (42.).

Die 30.150 Zuschauer in der ausverkauften Sinsheimer Arena sahen bereits nach 14 Sekunden die erste gute Chance für die TSG durch Fisnik Asllani. Aber auch die Gäste, bei denen Karim Adeyemi, Emre Can und Felix Nmecha fehlten, gaben von Beginn an Gas. In den ersten Minuten ging es mit hohem Tempo hoch und runter.

Hoffenheim war in der 6. Minute der Führung nahe, Tim Lemperle traf per Direktabnahme die Latte. Auf der anderen Seite köpfte Daniel Svensson aus kurzer Distanz knapp über das Tor (13.). Danach beruhigte sich die Begegnung. Erst in der 26. Minute wurde es wieder gefährlich, TSG-Star Kramaric scheiterte am Dortmunder Torwart Gregor Kobel.

Nackenschlag für den BVB in der Nachspielzeit

Nach dem bitteren Drama um Süle kurz vor der Pause erhöhte Dortmund nach dem Seitenwechsel die Schlagzahl. Echte Torchancen konnten sich der BVB aber nicht erarbeiteten.

Nach einer knappen Stunde erlahmte der BVB-Elan wieder, Kovac brachte als Reaktion darauf den zuletzt angeschlagenen Torjäger Guirassy. Der Wechsel änderte zunächst allerdings nichts an der harmlosen Vorstellung der Dortmunder Offensive – bis Guirassy doch noch aus 18 Metern ins linke untere Eck traf. Das letzte Wort hatte aber Kramaric, der nach einem Handspiel von Ryerson tief in der Nachspielzeit vom Punkt traf.

Kurz darauf hatte Julian Brandt knapp vor der Strafraumgrenze noch eine Chance per Freistoß – doch sein Schuss verfehlte das Ziel deutlich.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)