Die Torwartfrage bewegt weiterhin alle Verantwortlichen des FC Bayern. Und auch unter den Fans wird sie heiß diskutiert. Vieles hängt von der noch immer offenen Entscheidung von Manuel Neuer ab. Bleibt er weiter ein Münchner oder tritt er im Sommer ab? Schließlich läuft sein Vertrag aus und er ist bereits 40 Jahre alt.
Neuer Torhüter für FC Bayern? Ein Detail spielt keine Rolle mehr
Er könnte alle Bayern-Wünsche erfüllen
Ein mögliches Szenario könnte die Verpflichtung eines erfahrenen Backups sein, ein konkreter Name geistert auch schon durch die Medien. Doch zunächst sind alle Augen auf Neuer gerichtet.
Nach dem Einzug der Münchner ins Pokalfinale wollte sich der Routinier zwar nicht locken lassen, machte aber mit einem Nebensatz durchaus hellhörig: „Im Moment schaut es gut aus, es macht Spaß.“ Noch vor dem Endspiel werde die Entscheidung stehen.
Hoeneß setzt Hoffnungen auf Neuer-Nachfolger
Ein paar Tage später berichtete die AZ schon von einer Einigung zwischen den Bayern und ihrem Schlussmann, was Sportdirektor Christoph Freund allerdings zurückwies: „Die Gespräche hat es noch nicht gegeben, darum bin ich ein bisschen verwundert.“
Ungeachtet der offenen Fragen rund um die Keeper-Legende bereitet man sich an der Säbener Straße auf alle Eventualitäten vor. Fakt ist: Jonas Urbig ist der Kronprinz, soll in Zukunft das Tor der Bayern hüten und damit Neuers Nachfolger werden.
„Was er bisher gezeigt hat, lässt wirklich hoffen, dass er es schaffen kann“, sagte Klub-Patron Uli Hoeneß jüngst in einem Podcast mit Ministerpräsident Markus Söder.
Auch wenn sich der 73-Jährige eine Art „Patronat“ durch Neuer wünscht, ist klar: Der aktuell noch an den VfB Stuttgart ausgeliehene Alexander Nübel spielt in den Gedankenspielen der Münchner Klub-Strategen kaum mehr eine Rolle – und das, obwohl der 29-Jährige vor Kurzem nach bekannte, dass er davon ausgehe, bald gemeinsam mit Urbig zu trainieren.
Spielen der FC Bayern auf Zeit?
Doch vielmehr rechnet man aktuell mit folgendem Szenario: Falls Neuer verlängert, hat man Zeit gewonnen und das von Hoeneß bevorzugte Modell kann greifen. Falls der Weltmeister von 2014 aber in den Ruhestand geht, wird für die Position hinter Urbig ein Torwart gesucht, der sich ohne Klagen auf die Bank setzt.
Hier kommt Daniel Heuer Fernandes ins Spiel. Der Noch-Hamburger erfüllt all die Wünsche, die man in München an eine Nummer 2 richtet: Er ist erfahren, jederzeit ohne große Nervosität einsetzbar und würde seine Rolle als Ersatzkeeper ohne Murren akzeptieren. Einem Bericht der Sport Bild zufolge will der HSV um seinen Schlussmann kämpfen, doch bei den Gehaltsvorstellungen liegt man weiter auseinander. Obendrein werden die Bemühungen der Münchner immer konkreter.
Heuer Fernandes würde das Spielerprofil erfüllen, das bereits vor ihm Keeper wie Bernd Dreher, Tom Starke oder Sven Ulreich erfüllt haben – perfekt für den FCB.
Streit zwischen Heuer Fernandes und Ulreich?
Apropos Ulreich: Ein kleines Detail, das gegen einen Deal mit Heuer Fernandes sprechen könnte, kann mittlerweile vernachlässigt werden. Dem Vernehmen nach hatten der Portugiese und Ulreich während der gemeinsamen Saison 2020/21 beim HSV nicht das beste Verhältnis – sie waren Konkurrenten um die Nummer eins.
Dieses Knirschen zwischen den beiden Oldies würde in München aber keine Fortsetzung finden. Ulreich soll nach seinem Karriereende zwar im Klub bleiben, doch eher am Nachwuchs-Campus eine Rolle spielen. Ein regelmäßiges Wiedersehen mit Heuer Fernandes wäre da fast ausgeschlossen.
Insgesamt befinden sich die Bayern in einer komfortablen Situation – egal, wie sich Neuer entscheidet. Mit Urbig, Nübel, dem ausgeliehenen Daniel Peretz und Nachwuchs-Hoffnung Leonard Prescott herrscht zwischen den Pfosten eher ein Überangebot.
Heuer Fernandes dürfte – falls er wirklich an die Isar wechseln will – darauf hoffen, dass Neuer seine Karriere beendet. Das würde ihn höchstwahrscheinlich auf den Platz hinter Urbig spülen und er könnte wie Dreher, Starke und Ulreich mit wenigen Einsätzen zum Titelhamster werden.