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Große El-Mala-Geste rettet Köln gegen St. Pauli

Große El-Mala-Geste rettet Köln

Der 1. FC Köln gleicht spät gegen St. Pauli aus. Juwel Said El Mala zeigt eine große Geste.
Kölns Said El Mala erzielt gegen Werder Bremen sein erstes Elfmeter-Tor in der Bundesliga. Trainer René Wagner verrät, ob der Youngster überhaupt als Schütze vorgesehen war.
Der 1. FC Köln gleicht spät gegen St. Pauli aus. Juwel Said El Mala zeigt eine große Geste.

Vorentscheidung verpasst, Vorsprung verwaltet: Der 1. FC Köln ist dem Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga dank eines späten Comebacks ein gutes Stück nähergekommen. Gegen den ebenfalls abstiegsbedrohten FC St. Pauli erkämpften die Kölner nach einem höchst intensiven Flutlicht-Duell ein 1:1 (0:0) und hielten den Verfolger aus Hamburg auf Abstand.

Den FC, der auch eine Vorentscheidung hätte erzwingen können, trennen weiterhin fünf Punkte von St. Pauli. Die Hamburger warten seit Ende Februar auf einen Sieg und hängen auf dem Relegationsplatz fest. Sollte der VfL Wolfsburg am Samstag mit einem Sieg das Debüt von Marie-Louise Eta als Trainerin von Union Berlin verderben, wäre auch der direkte Abstiegsrang 17 nur noch zwei Punkte entfernt.

Verteidiger Karol Mets (69.) brachte die Gastgeber verdient in Führung. Der eingewechselte Luca Waldschmidt schlug per Foulelfmeter nach Videobeweis aber zurück (86.) und rettete dem FC einen Punkt. Said El Mala, der gegen Werder Bremen vergangene Woche beim 3:1 noch selbst vom Punkt getroffen hatte, schnappte sich erst den Ball. Dann gab er jedoch freiwillig an Waldschmidt weiter. Interimstrainer René Wagner blieb auch dank der großen Geste im dritten Spiel ungeschlagen.

Köln wahrt Abstand auf St. Pauli

Waldschmidt erklärte bei Sky ausführlich, wie es zur Geste kam. „Er hat schon direkt am Mittelkreis gefragt, ob ich ihn nehme. Ich habe ihm das dann gesagt. Er meinte zu mir, ich soll ihn dann auch machen. Im Sechzehner wollte er dann wohl noch Verwirrung stiften und hat sich nochmal den Ball genommen. Damit der Keeper denkt, er schießt. Wir waren uns sehr schnell einig, schon als der Schiri noch draußen war und auf dem Bildschirm geschaut hat.“

Coach Wagner schwärmte ebenfalls von El Mala. „Said wollte schießen. Aber Luca war sich sicher. Großer Respekt an Said, in dieser Situation den Ball dann abzugeben. Die Jungs entscheiden das auf dem Platz selbst. Die wissen am besten, wer sich gut fühlt. Die haben das gut geregelt. 

Kölns Geschäftsführer Thomas Kessler rechnete seinem Shootingstar die Aktion bei Sky hoch an. „Said brennt für jedes Tor und jedes Dribbling. In der Situation war es völlig richtig, den Ball abzugeben an Luca. Es war sehr wichtig, dass er den dann reingemacht hat.“

Keeper Marvin Schwäbe sagte zu der Szene bei Sky: „Die Jungs legen sich die Elfmeter ja auch im Training hin. Luca ist da sehr sicher. Vielleicht kommt es in solchen Momenten auch auf ein Stück Erfahrung an.“

Begonnen hatte das Freitagabendspiel mit fünf Minuten Verspätung. Die FC-Fans schienen gewillt, die DFB-Kassen ein weiteres Mal zu füllen und räucherten das stimmungsvolle Millerntor-Stadion mit zahlreichen Raketen und Pyro-Fackeln ein. Als sich der Nebel in Richtung des beleuchteten Riesenrades auf dem Hamburger Frühlingsdom verzogen hatte, ging es hinein in ein umkämpftes Duell.

Mets trifft und verursacht Elfmeter

Zu Beginn war in dem Spiel, auf dem deutlich Abstiegskampf drauf stand, auch jede Menge Abstiegskampf drin. FC-Shootingstar Said El Mala versuchte es mit seinem Rechtsschuss erfolglos auf der einen Seite (7.), Andreas Hountondji per Kopf aus kürzester Distanz auf der anderen (10.), vielmehr ging spielerisch zunächst nicht zusammen. Hountondji hatte in der 33. Minute dann auch die beste Chance der ersten Hälfte, doch Marvin Schwäbe verhinderte mit einer feinen Fußabwehr den Rückstand der unter Interimscoach Wagner noch ungeschlagenen Kölner.

Eine Woche nach dem wichtigen 3:1 gegen Bremen entdeckte nach der Pause dann auch der FC wieder seine Offensivfreude – El Mala scheiterte nach einem tollen Abschluss an der Latte (54.). Auf der Gegenseite kratzte FC-Stürmer Marius Bülter den Kopfball von Verteidiger Tomoya Ando von der Linie (57.). Die Partie machte nun richtig Spaß und nach einer Ecke köpfte Mets das Millerntor in einen Zustand der Ekstase.

St. Pauli verteidigte leidenschaftlich, dann traf Torschütze Mets den Kölner Jakub Kaminski an der Grundlinie am Fuß. Nach Ansicht der Videobilder entschied Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck auf Elfmeter, Waldschmidt blieb cool.