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Eintracht-Boss Krösche mit ehrlichem Bekenntnis im Doppelpass

Krösche mit ehrlichem Bekenntnis

Der Frankfurter Sportvorstand verteidigt im Doppelpass auf SPORT1 seinen Coach Albert Riera, findet aber auch sehr kritische Worte zur Entwicklung der Mannschaft.
Mit Albert Riera holt Eintracht Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche einen Trainer, der polarisiert. Im SPORT1 Doppelpass gibt der SGE-Boss nach drei Monaten mit Riera ehrliche Einblicke.
Der Frankfurter Sportvorstand verteidigt im Doppelpass auf SPORT1 seinen Coach Albert Riera, findet aber auch sehr kritische Worte zur Entwicklung der Mannschaft.

Sportvorstand Markus Krösche vom Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt sieht Licht und Schatten bei seinem nach zweieinhalb Monaten im Amt bereits umstrittenen neuen Trainer Albert Riera.

Im Doppelpass auf SPORT1 verteidigte Krösche den Spanier einerseits gegen Kritik wegen seiner teilweise als wunderlich empfundenen Aussagen und Auftritte, auf der anderen Seite attestierte der Sportchef der Mannschaft unter Riera eine fehlende Entwicklung.

Doppelpass: Krösche lobt Riera als „authentisch“

„Er ist ein Typ, der auch mal polarisiert. Das kannst du gut oder schlecht finden, aber er ist authentisch“, sagte Krösche am Tag nach der 1:3-Niederlage gegen RB Leipzig: „Die ein oder andere Aussage war vielleicht nicht unbedingt glücklich, aber das kann man ihm nicht vorwerfen, weil es seine erste Station in der Bundesliga ist.“

In Deutschland und Frankfurt herrsche „ein anderes mediales Umfeld als das, was er vorher kannte. Er ist ein Typ, der polarisiert. Das kannst du gut oder schlecht finden. Aber er ist authentisch und das ist das Wichtigste für mich.“

Riera hatte am 1. Februar in Frankfurt als Nachfolger von Dino Toppmöller übernommen. Wie unter Toppmöller rangieren die Hessen auf dem siebten Platz, der Punktschnitt des neuen Trainers ist exakt derselbe wie der Toppmöllers. Diese Bilanz sieht Krösche kritisch: „Wenn man mich fragt, ob ich mit der Saison zufrieden bin, sage ich: Nein“, wurde er deutlich.

„Wir sind nicht zufrieden mit der Art und Weise, wie wir offensiv spielen. Wir sind zu statisch, zu langsam im Spielaufbau. Trotz des Trainerwechsels setzen wir gewisse Dinge nicht um auf dem Platz. Wir haben keine Stabilität als Mannschaft generell“, moniert Krösche.

„Champions League war eine Nummer zu groß“

„Es hat etwas mit Automatismen und Selbstverständnis zu tun. Mir fehlen schon über die Saison hinweg die Intensität und die Gier in den Zweikämpfen. Uns fehlen da zehn oder 15 Prozent und deswegen schaffen wir es nicht, mal über 90 Minuten eine konstante Leistung zu bringen“, führte Krösche aus: „Es ist eine Kombination aus vielen Dinge in der Saison. Das führt dann zu einem Fehlverhalten. Wir konnten in dieser Saison kein Selbstvertrauen und Selbstverständnis entwickeln.“

Teil des Problems sei auch das erfolglose Gastspiel in der Königsklasse gewesen: „Die Champions League war eine Nummer zu groß, das muss man ehrlich sagen. Wir waren noch nicht so weit, dass wir konkurrenzfähig waren. Das führt dazu, dass eine gewisse Negativität von außen und innen hereingetragen wird.“

Trotz allem hätte Krösche sich mehr erhofft – zumal er im Vergleich zur vergangenen Saison keine Verschlechterung des Kaderpotenzials sieht: „Wir haben mit Hugo Ekitiké und Tuta zwei Spieler verloren und haben mit Jonny Burkhardt und Rits Doan zwei Neue geholt. Ansonsten haben wir den Kader zusammengehalten und hatten im Vergleich zu den vergangenen Jahren keinen Umbruch. Wir haben uns von der Entwicklung einiger Spieler mehr erhofft.“

Auch SPORT1-Experte Stefan Effenberg sieht die Frankfurter Saison kritisch – wofür sowohl Trainer als auch Mannschaft verantwortlich seien: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Trainer und die Spieler schuld sind. Spieler wie Uzun und Götze sitzen nur auf der Bank, wodurch das Spiel statisch ist.“ Den Grund dafür müsse Riera wissen, grundsätzlich fehle es aber „an dem Zusammenspiel“.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)