Es lief bereits die 80. Spielminute im Traditionsduell zwischen dem VfB Stuttgart und dem Hamburger SV, als Deniz Undav so richtig wütend wurde – und das, obwohl sein VfB bereits klar mit 3:0 in Front lag. Es folgten zwei Aufreger-Szenen um den VfB-Akteur, der zuletzt bereits im Kontext der Nationalmannschaft vielfach im Mittelpunkt gestanden hatte.
Undav im Mittelpunkt: Aufreger-Szenen haben Nachspiel
Undav-Aufreger haben ein Nachspiel
Auftakt der wilden Undav-Minuten war ein hartes Einsteigen von Hamburgs Nicolas Capaldo in der Nähe des Strafraums der Rothosen, als er den DFB-Profi mit einer Grätsche abräumte. Dies führte zu Aufreger Nummer eins.
Bundesliga: Hoeneß zeigt Verständnis nach „unnötiger“ Aktion
Zunächst gab es einen Schubser von Undav in den Rücken des Hamburgers. Das hitzige Wortgefecht der beiden Streithähne im Anschluss endete in einer kurzen Rangelei, bevor Mitspieler sie trennen konnten.
Referee Sven Jablonski beorderte beide Akteure zu sich und quittierte die Rangelei mit zwei Gelben Karten. Für Undav die folgenschwere fünfte Verwarnung in der laufenden Spielzeit, weshalb er nun das Topspiel am kommenden Wochenende beim FC Bayern verpassen wird.
Sein Trainer Sebastian Hoeneß zeigte sich im Anschluss bei DAZN aber nachsichtig: „Ich kann ihn ein bisschen verstehen. Das war schon ein sehr hartes Ding. Ich will dem Capaldo keine Absicht unterstellen, aber in solchen Situationen passiert schon mal was.“
Dass sein bester Angreifer nun im Spitzenspiel in der Allianz Arena fehlen wird, wurmte den VfB-Coach aber dennoch: „Andererseits war es natürlich unnötig, weil ein Deniz in München nicht dabeizuhaben ist nichts, was man gerne hat.“
„Viereinhalb Kratzer von Capaldo im Gesicht“
Die verrückten Undav-Minuten waren aber noch nicht vorbei. Das Kuriose: Während im TV-Bild noch die Wiederholung der Rangelei lief, wurde Jablonski bereits vom VAR an den Bildschirm gerufen, um ein Foulspiel von Hamburgs Warmed Omari an Thiago Tomas zu überprüfen. Nach kurzer Sichtung war die Sachlage geklärt und es gab Strafstoß für die Schwaben.
Ausgerechnet Streithahn Undav schnappte sich den Ball, schritt zur Tat und legte Aufreger Nummer zwei nach. Denn den Strafstoß setzte der Stürmer deutlich über das Tor der Rothosen.
„Ich würde einen Deniz Undav nicht aufhalten, wenn er da zum Ball geht. Ich glaube, Mittelstädt hatte sein Tor, er wäre der eigentliche Elfmeterschütze gewesen. Dann nimmt er sich halt diesen Ball. Klar, 170er-Puls und viereinhalb Kratzer von Capaldo im Gesicht. Den will er sich aber dann auch nehmen und er hat ja eine top Schusstechnik. Aber das ist dann schon verkraftbar heute“, analysierte Experte Nils Petersen.
Hoeneß verrät Undav-Scherz
Auch Hoeneß schlug bei seiner Analyse in eine ähnliche Kerbe: „Deniz hat noch nicht getroffen und Maxi wollte ihm helfen. Das hat jetzt nicht funktioniert, aber man muss genau hinschauen. Er rutscht weg.“
Dabei offenbarte der Stuttgarter Übungsleiter lächelnd noch ein kleines Kabinengeheimnis: „Deniz hat gerade in der Kabine gescherzt: Er wollte eigentlich flach spielen. Ich glaube so krass ist er dann auch nicht ausgerutscht. Ich gehe mal davon aus, dass Maxi den nächsten wieder schießt.“
Damit muss Undav im Rennen um seinen Platz bei der WM wohl wieder für Erfolgsmomente aus dem Spiel heraus sorgen.