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Vor Real-Kracher: Youngster retten den FC Bayern

Bayern lässt auch Hamann schwärmen

Nach einem Rückstand drehen Tom Bischof und Lennart Karl das Spiel zugunsten des FC Bayern. Ohne Harry Kane läuft es gegen Freiburg zunächst nicht wie geplant.
Nach dem Sieg gegen Freiburg trägt Serge Gnabry eine Fan-Hose mit dem Gesicht von Leon Goretzka. Auf der Pressekonferenz sorgt dies für Verwirrung bei Vincent Kompany, der mehrfach ungläubig nachfragt, ob er die Frage richtig verstanden hat.
Nach einem Rückstand drehen Tom Bischof und Lennart Karl das Spiel zugunsten des FC Bayern. Ohne Harry Kane läuft es gegen Freiburg zunächst nicht wie geplant.

Der FC Bayern ist bereit für das Giganten-Duell: Trotz einiger Stars auf der Bank und ohne den angeschlagenen fehlenden Harry Kane gewann der Rekordmeister am 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga 3:2 (0:0) beim SC Freiburg.

Die Bayern schossen sich dank einer gewaltigen Steigerung in den letzten Minuten für den Kracher im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstag bei Rekordsieger Real warm.

Johan Manzambi (46.) und Lucas Höler (71.) brachten Freiburg bei der unglücklich verlaufenden Rückkehr von Bayern-Keeper Manuel Neuer in Führung. Tom Bischof (81./90.+2) traf zweimal aus der Distanz zum Ausgleich. Es waren seine ersten Treffer im Bayern-Dress. Lennart Karl brachte die Entscheidung (90.+9).

Hamann verneigt sich vor dem FC Bayern

„Ab und zu musst du, wenn du gegen die Bayern verlierst einfach den Hut ziehen und sagen: ‚Die letzten 20 Minuten haben sie uns überrollt, da waren sie einfach besser'“, bilanzierte Experte Dietmar Hamann bei Sky.

Freiburgs Höler meinte bei DAZN: „Die Bayern sind einfach die Bayern, die machen bis zum Ende immer weiter und die haben eine extreme Qualität, die sie auch von der Bank bringen können. Wir haben ein richtig gutes Spiel heute gemacht. Am Ende haben uns vielleicht ein bisschen die Kräfte gefehlt. Unterm Strich ist es extrem enttäuschend.“ 

Der Angreifer ärgerte sich aber auch: „Acht Minuten sind um, der Schiri pfeift nicht ab. Du brauchst am Ende natürlich auch ein bisschen Spielglück, wenn du gegen Bayern spielst. Das hatten wir heute vielleicht nicht auf unserer Seite. Trotzdem müssen wir das besser verteidigen und das haben wir leider nicht geschafft.“ Ähnlich äußerte sich sein Trainer Julian Schuster: „Mich hat es schon gewundert, warum es überhaupt acht Minuten gab. Und dann waren die acht Minuten rum, du kannst abpfeifen und alles ist in Ordnung. Das brauchst du nicht laufen lassen – es gab keine Gründe dafür.“

FC Bayern: Besonderes Spiel für Neuer, Kompany schont Stars

Neuer bestritt sein erstes Spiel als 40-Jähriger. Der Torwart stand nach fast einem Monat Verletzungspause wieder zwischen den Pfosten. Neuer ist der elfte Profi, der in diesem Alter noch in der Eliteklasse aktiv war. „Das Schönste ist, dass ich wieder spielen kann“, sagte der Keeper, dessen Zukunft über das Saisonende hinaus ungewiss ist, kurz vor dem Anpfiff bei Sky.

Da die Bayern die Bundesliga dominieren und der neuerliche Meistertitel nur noch Formsache scheint, richten sich bereits alle Augen auf die Königsklasse. Dabei steht Kane im Mittelpunkt. Im Breisgau fehlte der Starstürmer wegen Sprunggelenk-Problemen. Zudem schonte Trainer Vincent Kompany einige Stars. Dayot Upamecano, Alphonso Davies, Michael Olise und Konrad Laimer saßen zunächst auf der Bank.

Die Freiburger starteten mit dem Spiel gegen die Bayern in den aufregenden April. Am Donnerstag trifft der SC im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League auf den spanischen Erstligisten Celta Vigo, nach dem Rückspiel steht das Halbfinale im DFB-Pokal beim VfB Stuttgart an. In der Liga geht es für den Sport-Club noch um die Europacup-Teilnahme.

Die 34.700 Zuschauer im ausverkauften Freiburger Stadion sahen in der 5. Minute eine Unsicherheit Neuers, die Freiburgs Stürmer Höler in seinem 300. Pflichtspiel für den SC nicht nutzen konnte. Insgesamt taten sich die Gäste in der Anfangsphase schwer, waren mit dem Unentschieden zur Pause gut bedient.

Neuer schaut dem Ball nur hinterher

Zu Beginn des zweiten Durchgangs schienen die Bayern noch in der Kabine, als Manzambi aus der Distanz traf. Richtig gut sah Neuer dabei nicht aus, der Torwart schaute dem Ball nur hinterher. Kurz darauf konnte Höler gleich zwei Großchancen zum zweiten SC-Tor nicht nutzen (52./54.).

Danach hatte Kompany genug gesehen. In der 56. Minute kamen Olise, Laimer und Aleksandar Pavlovic. Wenige Sekunden nach seiner Einwechslung vergab Olise frei vor dem SC-Tor.

In der Folge erhöhten die Münchner die Schlagzahl, Jamal Musiala kam als zusätzliche Offensivkraft in der 65. Minute. Stattdessen traf aber Höler nach einer Ecke – wieder sah Neuer nicht gut aus.

Hamann sieht Schub für Duell mit Real Madrid

„Natürlich haben sie dann gewechselt, haben Olise und Laimer gebracht, aber du hast nicht wirklich daran geglaubt und dann macht Bischof zwei Tore aus der Distanz“, beschrieb Hamann Bayerns wilde Aufholjagd in den letzten Minuten. Die Münchner hätten aber auch Dusel gehabt: „Vor dem 2:2 die Ecke – Olise führt sie schnell aus – weil es kein Eckball war. Der kommt vom Verteidiger und trifft Olise nochmal, deshalb hat er sie, glaube ich, schnell ausgeführt. Da haben sie etwas Glück gehabt, dass sie den Eckball bekommen.“  

Beim dritten Tor hätten die Bayern dann aber „ihre gesamte Klasse und Qualität gezeigt“ – Freiburg dagegen sei „stehend K.o.“ gewesen.

Das Comeback werde Bayern jetzt einen Schub geben, war sich Hamann sicher: „Absolut, bei der Art und Weise. Sie waren 70 Minuten unterlegen. „Das wird dir nochmal einen besonderen Schub geben. Es wird mit Sicherheit ein anderes Spiel sein, aber es hat bestimmt nicht geschadet.“ 

Bayern-Trainer Vincent Kompany war nach dem Schlusspfiff spürbar stolz auf seine Spieler. „Es gibt keine Fußball-Saison ohne diese Momente. Wir haben es versucht, immer wieder versucht. Am Ende ist das schön für uns. Nur drei Punkte, aber es ist manchmal mehr“, sagte Kompany bei Sky und blickte ebenfalls auf die bevorstehenden Duelle gegen Madrid: „Was werden die in Madrid sagen jetzt?“

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)