Eigentlich ist Thomas Müller immer noch in München – sofern man die Herzen der Bayern-Fans als eine Art Zuhause bezeichnen kann. Und nach dem Willen vieler Anhänger soll er auch bald wieder physisch „dahoam“ sein.
Wohin mit ihm?
Was hat Bayern mit Müller vor?
Seit seinem Abschied vor nicht einmal einem Jahr wird diese Option immer wieder diskutiert. Zudem steht die Frage im Raum: Welcher Job beim Rekordmeister wäre der richtige für Müller?
Erst am Wochenende verkündete Sportvorstand Max Eberl im ZDF: „Über Thomas Müller und Bayern München braucht man nicht reden. Das ist eine einzigartige Geschichte. […] Thomas wird immer eine Ikone des FC Bayern bleiben und auch irgendwann wieder zurückkommen.“
Was Eberl bei Müller außer Acht lässt
Ein Satz, der durchaus aufhorchen lässt und arg nach Automatismus klingt. Müller kommt auf jeden Fall zurück, wann auch immer – so die Botschaft des bayerischen Klub-Strategen.
Die Aussage lässt aber zwei Punkte außer Acht: Erstens ist von Müller noch gar nicht bekannt, ob er sich wirklich konkret vorstellen kann, an die Säbener Straße zu kommen – schließlich spielt er aktuell noch Profifußball in der MLS.
Zweitens schränkt Aufsichtsrat Karl-Heinz Rummenigge erneut ein, wenn es um die Ikone geht. Seine Sichtweise klingt so ganz anders als die des Sportvorstands.
„Ich gehe davon aus, dass er (Müller – Anm. d. Red.) ein sehr reicher Mann ist, der diesen Job nicht unbedingt braucht, damit es ihm in der Zukunft noch wirtschaftlich gut geht“, erklärte der Ex-CEO bei t-online.
Es ist ein Mantra, das Rummenigge immer wieder betont, durchaus mit einem enttäuschten Unterton.
Rummenigge bremst Hoffnung auf Müller-Comeback
„Diese Generation hat durch den Erfolg und das damit verbundene Einkommen vielleicht andere Vorstellungen von ihrer Lebensplanung“, hatte er bereits im vergangenen Herbst im exklusiven Interview mit SPORT1 gesagt.
Immerhin fügte er hinzu: „Ich könnte mir vorstellen, dass wenn er zurückkommt und noch diese Lust hat, eine Führungsposition anzutreten, wäre das ein großer Gewinn für den FC Bayern. Vielleicht ist mit Thomas Müller das möglich, was im Moment schwierig erscheint.“
Mittlerweile klingt das bei Rummenigge aber anders. „Was seine Zukunft betrifft, muss er sich darüber im Klaren sein, was er will. Es nützt nichts, ihn jetzt mit der Karotte zu locken“, sagt er heute.
Ein Job beim FC Bayern sei „unglaublich anspruchsvoll“. Der Ex-CEO legt die Idee von der Müller-Rückkehr also erstmal zur Seite und bremst die Erwartungen an die Klub-Legende.
Die Beispiele sind eine Warnung für Müller
Es erstaunt daher ein wenig, dass Eberl im ZDF einen Einstieg Müllers in die Führungsebene des Rekordmeisters als Selbstverständlichkeit darstellte. Denn Rummenigge – als Mitglied des Aufsichtsrats immerhin ein Teil des mächtigen Kontrollgremiums – hat in letzter Konsequenz ein Wörtchen mitzureden.
Zur Erinnerung: Die Vorstandsmitglieder, wie es Müller eines werden könnte, werden vom Aufsichtsrat bestellt.
Und: Andeutungsweise hat Rummenigge eine weitere Warnung an die lebende Bayern-Legende parat. „Diesen Job kann nur machen, wer bereit ist, 24/7 zu arbeiten“, so der 70-Jährige.
Zwei namhafte Beispiele, die der bayerischen Führungsetage nicht fleißig genug erschienen, sind bereits bekannt. Ex-CEO Oliver Kahn sagte man während seiner Zeit an der Säbener Straße ein eher lockeres Verhältnis zu festen Arbeitszeiten nach. Bastian Schweinsteiger wollte laut Klub-Patron Uli Hoeneß sogar lediglich an zwei Tagen in der Woche auftauchen.
Nimmt man all diese Indizien als Grundlage, ist von einer sicheren Rückkehr von Thomas Müller nicht mehr viel übrig. Es braucht offenkundig noch viel Zeit dafür.