Das frühe Karriereende von BVB-Verteidiger Niklas Süle hat Torwart-Legende Oliver Kahn gehörig ins Grübeln gebracht: „Wenn Spieler das Vertrauen in ihren Körper verlieren, ist das psychologisch extrem gefährlich“, warnte Kahn bei Sky.
BVB: "War es das wert?" Karriereende von Süle bringt Kahn ins Grübeln
Was Süles Worte bei Kahn auslösen
Er habe im Laufe seiner eigenen Laufbahn mehrfach miterlebt, wie Spieler sich trotz körperlicher Beschwerden im Fußballgeschäft behaupten wollten. Aus heutiger Sicht stellte Kahn das in Frage: „Wenn ich diese 20 Jahre zurückblicke, fragt man sich schon: War es das wert? Und da habe ich heute schon gewisse Zweifel.“
Kahn über Süle: „Ich habe höchsten Respekt“
Dass Süle sich im vergleichsweise jungen Fußballer-Alter von 30 Jahren dazu beschlossen hatte, die Schuhe an den Nagel zu hängen, nötigte dem ehemaligen Nationalkeeper ein großes Lob ab: „Ich habe höchsten Respekt, wie sich Niklas da geäußert hat. Wir können im Leben immer eine Entscheidung treffen – in diesem nach außen hin immer so glänzenden Fußballgeschäft“, meinte Kahn.
Am Donnerstag hatte der Abwehrspieler etwas überraschend verkündet, in diesem Sommer mit dem Profi-Fußball aufzuhören. Der endgültige Entschluss fiel laut Süle nach dem Spiel Mitte April gegen die TSG Hoffenheim (1:2), in dem er sich am Knie verletzt hatte. Die Angst vor einem dritten Kreuzbandriss habe ihn stark belastet. Nach der Entwarnung sei für ihn dann „zu tausend Prozent klar“ gewesen, dass es vorbei sei.
Weidenfeller von Süle überrascht
Der einstige BVB-Keeper Roman Weidenfeller zeigte sich von Süles Entschluss überrascht: „Ich wusste davon nichts. Es war klar, dass der Vertrag bei Borussia Dortmund nicht verlängert wird, aber ich dachte, dass er weiterspielen wird“, meinte der Weltmeister von 2014. Auch er lobte die Kommunikation des 30-Jährigen: „Er hat es sehr gut erklärt.“
Der negative Einfluss, den der Profi-Fußball auf die Gesundheit der Spieler haben kann, ist seit Langem ein Thema, das nun auch Süle eingeholt zu haben scheint. Zuletzt hatte Weidenfellers Ex-Teamkollege Sven Bender öffentlich gemacht, welche katastrophalen Folgen der Sport langfristig auf seinen Körper gehabt habe.