Wie sich das Trainerkarussell auf einmal dreht, da kann einem ja fast übel werden. So laut die Bundesliga-Macher, und ehrlicherweise ja auch viele Fans, nach Kontinuität und langfristigem Miteinander rufen, so schnell packt sie die Unruhe, wenn mal drei Spiele verloren gehen.
BVB-Fans, diese Debatte ist spektakulär doof
Die Kovac-Debatte ist spektakulär doof
Dass rund um den BVB, da betraf es dann primär die Anhänger, zuletzt schon wieder diskutiert wurde, wer Niko Kovac im Sommer ablösen müsste, ist einfach schlecht.
Immergleicher Vorwurf im schwarzgelben Land: Der Kovac-Fußball mache keinen Spaß und sei auch viel zu selten Spektakel.
Die BVB-Fans haben den harten Weg nach oben bereits vergessen
Viele, die es mit dem BVB halten, tun tatsächlich so, als wären ihnen spektakuläre Spiele wichtiger als Punkte. Das ist schon spektakulär doof und zeigt im Grunde nur, wie sehr sie den harten Weg nach oben schon wieder vergessen haben.
Wie laut, mal ehrlich, wäre wohl das Geschrei, wenn Borussia Dortmund zwar tollen Partyfußball gäbe – aber Siebter oder Achter wäre! Sie würden meckern, murren und motzen.
Aber vermutlich gehören Unzufriedenheit und Nölen im gleichen Maße in die Dortmunder DNA wie Überzeugung und Selbstbewusstsein bei den Bayern.
Sieben Bundesliga-Klubs vor ungewissen Zukunft
Zum Trainer-Thema, abseits von Dortmund: An nicht weniger als sieben (!) Bundesliga-Standorten geht es momentan um eine Neubesetzung der Cheftrainer-Position zur kommenden Saison.
Offiziell ohne Coach sind Augsburg, Union Berlin, Köln und Wolfsburg. Die vier Vereine haben sich aktuell nur bis Saisonende auf ihre Übungsleiter festgelegt. Was Unruhe bringt.
Gerade aus Berlin und in Köln ist zu vernehmen, dass verschiedene Leistungsträger gern in ihre Zukunftspläne mit einbeziehen würden, wer sie ab Juli denn ausbildet. Sowohl Sportchef Horst Heldt (Union) als auch sein Kölner Kollege Thomas Kessler geraten langsam unter Druck.
Dazu kommen, und jetzt sind wir im Tuschel-Bereich der Liga, Leverkusen, Frankfurt und Mönchengladbach.
Langfristige Lösung oder doch nur kurzfristiger Stabilisator?
Bei Bayer wächst angeblich die Überzeugung, dass Kasper Hjulmand exakt der richtige Mann war, um nach Erik ten Hag wieder Ruhe und Ordnung in den Kader zu bringen. Das große Aber: Ob der Däne auch für die Zukunft ihre Idealbesetzung ist, besprechen die Leverkusen-Bosse zurzeit.
Ähnlich ist es in Mönchengladbach: Eugen Polanski, der im November in größter Not übernahm, hat als Ur-Borusse den Klub wieder geeint. Jetzt kämpft er darum, auch nach dem Sommer noch im Amt zu sein.
Festgelegt, wie es weitergeht, so verrät eine gute Quelle, hat sich Sportchef Rouven Schröder noch nicht. Meist kein ganz gutes Zeichen für den Aktuellen, der in der Rückrunde nur zwei Siege holte, gegen Union (1:0) und St. Pauli (2:0).
In Frankfurt ist alles möglich
In Frankfurt ist die Lage sicher am prekärsten. Die Arbeit und das Auftreten von Albert Riera, der ja erst im Februar den Job angetreten war, bereiten nicht wenigen bei der Eintracht schlaflose Nächte.
Ob der Spanier tatsächlich über den Sommer im Amt bleibt, ist völlig offen. Markus Krösche, der mächtige Sportvorstand, könnte Riera, wenn es zur schnellen Trennung komme, zu seiner größten Fehleinschätzung erklären.
Das Trainerkarussell dreht sich und wird noch mehr Fahrt aufnehmen. Kein gutes Zeichen für die Klubs!
Aber, und auch das gehört zur Wahrheit, gar nicht übel für die Kandidaten …