Bei Eintracht Frankfurt ist seit dem Trainer-Wechsel von Dino Toppmöller auf Albert Riera die erhoffte Trendwende ausgeblieben. Gewachsen ist allerdings das Konfliktpotenzial bei den Hessen. Im Doppelpass auf SPORT1 kam Riera nicht gut weg.
Kritik im Doppelpass: "Das finde ich oberpeinlich von Burkardt"
„Das finde ich oberpeinlich“
„Das ist ein bisschen bedenklich“, sagte SPORT1-Experte Maik Franz zu Rieras denkwürdiger PK-Wutrede vor der Partie gegen den HSV. „Am Anfang dachte ich: Cool, ein Trainer, der kein Blatt vor den Mund nimmt, der das sagt, was er denkt. Aber jetzt ist es ein Tick zu viel. Er wirkt sehr dünnhäutig und fast ein Stück überfordert.“
Anlass war ein Medienbericht über ein angebliches Zerwürfnis mit SGE-Stürmer Jonathan Burkardt gewesen, den der spanische Trainer als „totalen Bullshit“ titulierte. Demnach hätte es Ärger gegeben, weil Burkardt schlichtweg zu viel Gewicht auf die Waage bringe. Dass Riera seinen Co-Trainer zum Stürmer schickte, anstatt selbst den Dialog zu suchen, sei ebenfalls nicht gut angekommen.
„Das finde ich oberpeinlich von Burkardt“
„Ljubljana ist natürlich eine andere Nummer als die Eintracht. Frankfurt ist ein riesiger Verein, dann noch das ganze Medienaufkommen. Von daher ist das für ihn gefühlt aktuell eine Nummer zu groß“, sagte Franz, der allerdings auch Burkardt in die Kritik miteinbezog.
„Ich möchte ihn auch ein Stück weit in Schutz nehmen bei dieser Nummer mit Burkardt: Die Nummer finde ich von Burkardt sehr peinlich. Dass der Co-Trainer kommt … das ist üblich, dass das nicht der Cheftrainer macht. Dass Burkardt dann seinen Berater informiert und sagt: ‚Ruf mal da an und kläre das mal.‘ Das finde ich oberpeinlich von Burkardt“, übte der ehemalige Bundesliga-Verteidiger harte Kritik am mutmaßlichen Verhalten des 25-Jährigen.
Basler: „Er hat die Wucht der Medien nicht erkannt“
Dennoch sieht er das Projekt Riera nach zwölf Spielen und nur 18 Punkten bereits als gescheitert an: „Das mit Riera wird jetzt noch zwei Wochen gehen und dann wird die Geschichte vorbei sein.“ SPORT1-Experte Mario Basler schloss sich seinem Kollegen dabei an: „Die Zeit wird langsam zu Ende gehen, weil er das alles in Deutschland ein bisschen unterschätzt hat. Er hat die Wucht der Medien auch nicht erkannt.“
Von Burkardts vermeintlicher Lösungsstrategie hielt er ebenso wenig. „Heute ist es so, dass die Spieler nicht mehr selbst – ich sage es übertrieben – die Eier haben, zum Trainer zu gehen. Früher haben wir unsere Probleme nicht über den Berater gelöst, sondern wir sind zum Trainer hingegangen. Heutzutage sind dann schon 14 Tage rum, bis jeder mit jedem gesprochen hat. Da hätte ich mir von Jonny Burkardt wirklich erwartet: ‚Dann geh doch hin zu deinem Trainer …‘“
Sanwald rechnet mit Riera-Aus bei der SGE
Auch Heidenheims Vorstandsvorsitzender, Holger Sanwald, rechnete mit einer baldigen Trennung zwischen Riera und der SGE: „Wenn so ein spezieller Typ kommt, dann bist du abhängig vom Erfolg. Und wenn der eben nicht kommt, dann ist es klar, dass die Kritik aufkommt. Der Erfolg ist nicht da. Deswegen glaube ich nicht, dass er bei solchen Auftritten noch allzu lange Zeit bei der Eintracht sein wird. Das passt auch gar nicht zur Eintracht.“