Bundesliga>

Diese Worte haben es in sich! Gräfe rechnet ab

Gräfe rechnet ab

Der DFB setzt die Schiedsrichter für den letzten Bundesliga-Spieltag an. Ex-Schiri Manuel Gräfe holt anschließend zum Rundumschlag aus. Weder nationale noch internationale Unparteiische bleiben von Kritik verschont.
Deniz Aytekin, Tobias Welz und Frank Willenborg begeben sich in ihr letztes Halbjahr als Bundesliga-Schiedsrichter bevor sie ihre Karriere im Sommer aus eigenen Antrieb beenden werden.
Der DFB setzt die Schiedsrichter für den letzten Bundesliga-Spieltag an. Ex-Schiri Manuel Gräfe holt anschließend zum Rundumschlag aus. Weder nationale noch internationale Unparteiische bleiben von Kritik verschont.

Manuel Gräfe hat die Schiedsrichteransetzungen des DFB zum letzten Spieltag der Bundesliga-Saison zum Anlass genommen, um zum Rundumschlag gegen den Verband sowie gegen deutsche und internationale Schiedsrichter auszuholen.

In seinem Beitrag bei X ging Gräfe zunächst auf die pikante Ansetzung von Tobias Welz ein, der am Samstag seinen letzten Einsatz mit der Partie zwischen Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart haben wird. „Wenn man denkt, es kann doch nicht noch schlimmer werden“, leitete der 52-Jährige ein und meinte mit Blick auf VfB-Stürmer Deniz Undav, der Welz nach dem Halbfinale im DFB-Pokal scharf kritisiert hatte: „Wie kann man nach der Vorgeschichte so auf Spielglück bei der Ansetzung setzen?“

In diesem Zusammenhang verwies Gräfe darauf, dass deutsche Vereine „mittlerweile zu brav“ seien, „denn sie denken, dass sie sich so sonst den Verband und Schiedsrichter gegen sich aufbringen“.

International würde dies ganz anders aussehen und Unparteiische, die Fehler begangen haben, dürften bestimmte Vereine anschließend lange oder sogar überhaupt nicht mehr pfeifen. „Ich kenne viele Beispiele“, betonte Gräfe und zählte unter anderem Real Madrid, Paris Saint-Germain und Juventus Turin auf.

„Hier wird das immer relativiert und sogar noch Verständnis aufgebracht – in Gänze wird damit zu häufig zu ruhig umgegangen. Fehler können passieren, aber nicht mehrere zu Lasten eines Vereins und das ohne Konsequenzen auf dem Niveau“, erklärte er mit Blick auf das deutsche Schiedsrichterwesen.

Gräfe mit Lob für Aytekin und Jablonski

Dort würde am Wochenende mit Deniz Aytekin „der letzte Top-Ref in D (Deutschland, Anm. d. Red.) mit großer Persönlichkeit“ gehen. Allgemein gebe es „national und international kaum noch Top-Schiedsrichter“.

Ein großes Lob sprach Gräfe dagegen Sven Jablonski aus, den er als größtes Talent der letzten Jahre sieht. Das Problem aus seiner Sicht: Man habe den mittlerweile 36-Jährigen, der schon seit 2017 in der Bundesliga aktiv ist, „viel zu lange absichtlich im Stall gelassen, um die jetzigen internationalen Schiedsrichter in ihren Positionen zu schützen“.

Wenn du hier klickst, siehst du X-Inhalte und willigst ein, dass deine Daten zu den in der Datenschutzerklärung von X dargestellten Zwecken verarbeitet werden. SPORT1 hat keinen Einfluss auf diese Datenverarbeitung. Du hast auch die Möglichkeit alle Social Widgets zu aktivieren. Hinweise zum Widerruf findest du hier.
IMMER AKZEPTIEREN
EINMAL AKZEPTIEREN

Jablonski, der wie Gräfe aus UEFA-Kreisen höre, international sehr angesehen sei, brauche Zeit, habe aber das Potenzial, die etablierten Unparteiischen zu ersetzen. Bisher habe man diese immer schützen wollen, um ihnen internationale Spiele geben zu können – wie etwa Daniel Siebert, der das Champions-League-Finale zwischen dem FC Arsenal und PSG pfeifen wird. „Alles Politik … aber alles zu Lasten des Fußballs …“, quittierte Gräfe und markierte die Aussage mit einem Daumen-nach-unten-Emoji.

Gräfe wird deutlich: „Gibt kaum noch gute Leute“

Siebert sei auch aufgrund mangelnder Alternativen angesetzt worden, dies zeige „die Misere international des Schiedsrichterwesens – es gibt kaum noch gute Leute“, fuhr der langjährige Referee fort.

„Eigentlich vermeidet man sogar, Schiedsrichter bei Teams wieder anzusetzen, die vom Ref profitiert haben“, schrieb Gräfe und spielte auf das Halbfinal-Rückspiel in der Königsklasse zwischen Arsenal und Atlético an, bei dem Siebert im Blickpunkt stand.

Abschließend unterstrich Gräfe die Hoffnung, dass es besser werde. „Aber so wie man das macht (Ansetzungen, merkwürdige Auslegungen, Personalauswahl), kann es auch nicht besser werden … Leider!!“, beendete er seinen Post.