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Süle über seinen Abschied vom BVB: "Das ist nicht üblich"

So erlebte Süle seinen Abschied

Niklas Süle wird bei seinem letzten Heimspiel für Borussia Dortmund emotional verabschiedet. Der Ex-Nationalspieler zeigt sich dankbar, gesteht aber auch ein, dass er den Erwartungen an seine Person nicht immer gerecht werden konnte.
Kurz vor Saisonende präsentiert Borussia Dortmund sein neues Heimtrikot für die Saison 2026/27 und zollt damit der Stadt Dortmund Tribut.
Niklas Süle wird bei seinem letzten Heimspiel für Borussia Dortmund emotional verabschiedet. Der Ex-Nationalspieler zeigt sich dankbar, gesteht aber auch ein, dass er den Erwartungen an seine Person nicht immer gerecht werden konnte.

Es waren bewegende Momente, als Niklas Süle in der 88. Minute zum vorerst letzten Mal den Rasen im Signal Iduna Park betrat. Unter dem Applaus der treuen Dortmunder Fans wurde der ehemalige Nationalspieler, der nach der Saison seine aktive Karriere als Profifußballer beenden wird, beim 3:2 (2:1) gegen Eintracht Frankfurt kurz vor Schluss eingewechselt.

„Unfassbar dankbar“ zeigte sich Süle im Sky-Interview nach Abpfiff: „Ein schöner Tag heute, ein schöner Rahmen. Unfassbar schön, wie die Fans reagiert haben und dass der Trainer mir nochmal ein paar Minuten gegeben hat.“

Kovac hatte alles im Vorfeld geplant

Dabei hatte sich Coach Niko Kovac schon am Vortag festgelegt, dass Süle am Freitag sein vereinsübergreifend 300. Bundesliga-Spiel bestreiten sollte. Am Donnerstag hatte er Schiedsrichter Patrick Ittrich noch beim Abendessen getroffen und ihm gesagt: „‚Pass auf, morgen darfst du nicht abpfeifen, bis ich den Niki nicht gebracht habe.'“

Süle habe seinen Trainer im Vorfeld sogar um einen (Kurz)-Einsatz gebeten und gesagt: „‚Niko, gib mir zehn Sekunden, gib mir eine Minute, ist kein Problem.‘ Heute waren es fünf, sechs Minuten, die hat er sich verdient. Niki ist ein toller Junge. Jetzt wünsche ich ihm in seinem Ruhestand alles Schöne, alles Gute, mit viel Golfen. Und er wird wahrscheinlich die Welt bereisen“, fuhr Kovac fort.

Gemeinsam mit seinem Kumpel Julian Brandt stellte sich Süle den Fragen der Reporter, in die Zukunft blicken wollte er dabei noch nicht. „Ich bin mega happy, hier mit meinem Kumpel zu stehen. Ich werde jetzt in die Kabine gehen, mich nochmal beim Trainer bedanken, bei den Jungs bedanken. Ich freue mich auf die letzte Woche. Der Rest ist schon erzählt“, gab Süle preis.

BVB: Brandt adelt Süle

Brandt und Süle spielen bereits seit der U16 zusammen, kennen sich aus der U-Nationalmannschaft. „Im Verein haben sich unsere Wege erst hier gekreuzt. Dementsprechend begleiten wir uns gegenseitig schon am meisten und am längsten. Es ist bei uns so ein kleiner Gag, dass uns nichts auseinander bringt“, erzählte Brandt.

Der 30-Jährige wird den BVB im Sommer ebenfalls verlassen, seine sportliche Karriere aber fortsetzen und sich einer neuen Herausforderung widmen. Seinen Freund Niki habe er nicht dazu überreden wollen, weiterzumachen.

„Bei solchen Entscheidungen bin ich immer sehr vorsichtig und habe da den größten Respekt. Ich glaube, dass es Riesen-Mut braucht, diese Entscheidung zu treffen. Er hat seine Gründe benannt und die sind auch absolut nachvollziehbar. Ich versuche ihn gerne bei vielen Sachen zu überreden, aber bei dem Thema lasse ich die Finger davon“, sagte Brandt.

Worauf Süle nicht eingehen möchte

Und tatsächlich hatte es Süle bekanntlich nicht immer einfach. „Ich glaube, dass ich ein Stück weit schon dafür gesorgt habe, nicht immer den besten Ruf in gewissen Dingen zu haben. Ich möchte da auch gar nicht weiter drauf eingehen“, sagte der gebürtige Frankfurter nun und drückte erneut seine Dankbarkeit aus.

Zudem wurde Süle immer wieder von Verletzungssorgen geplagt, auch wenn sich jüngst die schlimmsten Befürchtungen nicht bestätigen sollten, sodass er gegen die Eintracht überhaupt spielen konnte – wenn auch nur wenige Minuten.

Schlotterbeck: „Die Gesundheit steht über dem Sport“

„Im Endeffekt hört er auf, weil Gesundheit über dem Sport steht. Das ist das Wichtigste, dass wir mit 50 noch gut laufen wollen und nicht Arthrose im Knie haben wollen. Deswegen, mit seinen Kreuzbandrissen, kann ich das verstehen. Es freut mich einfach, was er erreicht hat in seiner Karriere“, sagte Nico Schlotterbeck.

Dass er dermaßen emotional von den Fans verabschiedet worden sei, hatte Süle überrascht: „Das ist auch nicht üblich. Nach vier Jahren, wo wahrscheinlich die Erwartung ein Stück weit auch eine andere war, es aus verschiedensten Gründen vielleicht nicht so hingehauen hat.“

Und so war es Freitagabend die Freude, die bei allen überwog. Bei den Fans, bei seinem Kumpel Brandt, dem Trainer und den Teamkollegen. Und natürlich auch bei Süle selbst.