Uli Hoeneß hat das Geschäftsmodell vieler Konkurrenten aus der Bundesliga hinterfragt – und am Beispiel Toni Kroos erklärt, warum sich auch der FC Bayern manchmal an finanzielle Grenzen halten muss.
Uli Hoeneß über Toni Kroos: "Dann musst du gehen"
Hoeneß schildert: Darum ging Kroos
„Viele Vereine sind ganz stolz, wenn sie wieder einen super Transfer gemacht haben. Ich bin überhaupt kein Freund von diesem Kaufen und Verkaufen. Wir kaufen einen Spieler für Bayern. Und wir wollen nicht schon bei der Unterschrift daran denken, wohin wir ihn verkaufen“, sagte Hoeneß der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Mit einem solchen Geschäftsmodell könne man auf Dauer keinen Erfolg haben: „Da sind wir den anderen sehr weit voraus. In all den Jahren, in denen ich dabei bin, ist ganz selten ein Spieler gegangen, den wir unbedingt behalten wollten.“
Hoeneß zu Kroos: Kannst bei uns zehn Millionen verdienen
Vorgekommen sei es bei Michael Ballack und eben auch Kroos: „Aber auch da hatten wir das Heft in der Hand.“
Kroos war 2014 zu Real Madrid gewechselt. Zu einer Vertragsverlängerung in München kam es auch aus finanziellen Gründe nicht.
„Ich habe den Toni mal im Gang getroffen und habe ihm gesagt: ‚Toni, du kannst bei uns zehn Millionen Euro verdienen. Aber wenn du zehn Millionen und einen Euro verdienen willst, dann musst du gehen.‘ Dann ist er gegangen“, schilderte Hoeneß.
Genauso habe es sich bei David Alaba – der ebenfalls nach Madrid ging – verhalten: „Das ist der einzige Spieler, der bis heute am Heiligen Abend bei uns anruft. Aber auch ihm habe ich gesagt: ‚Das ist unser Angebot, und wenn du das nicht akzeptierst, musst du gehen.‘ Das ist sehr wichtig, dass man auch mal Nein sagt.“
So sieht Kroos die Laimer-Frage
Übrigens: Jüngst hatte Hoeneß genau diese Botschaft auch an den aktuellen Bayern-Profi Konrad Laimer geschickt. Die Bayern bemühen sich um eine Vertragsverlängerung mit dem Außenverteidiger, in der Gehaltsfrage ist eine Einigung aber wohl noch nicht in Sicht.
Laimer müsse bei seinen Forderungen aber „akzeptieren, dass es Grenzen gibt“, betonte Hoeneß. Ausgerechnet Kroos wiederum hatte angemahnt, dass man Spielern wie Laimer „auch denen ’nen Euro“ bezahlen müsse.