Bundesliga>

Unnötig oder dreckig? Elfer-Wirbel spaltet FC Bayern

Elfer-Wirbel spaltet Bayern

Ein Wolfsburger trampelt vor dem verschossenen Elfmeter von Harry Kane auf dem Punkt herum. Die Szene sorgt beim FC Bayern für unterschiedliche Meinungen.
Leon Goretzka wird den FC Bayern München am Ende der Saison verlassen. Trainer Vincent Kompany äußert sich zu seiner verbleibenden Zeit im Verein und würdigt dabei ausdrücklich die Verdienste des Mittelfeldspielers.
Ein Wolfsburger trampelt vor dem verschossenen Elfmeter von Harry Kane auf dem Punkt herum. Die Szene sorgt beim FC Bayern für unterschiedliche Meinungen.

Aufregung beim 1:0-Sieg des FC Bayern beim VfL Wolfsburg: Im Mittelpunkt stand nach der Partie ausnahmsweise nicht das knappe Ergebnis, sondern der Elfmeterpunkt. Genauer gesagt die Szene vor Harry Kanes verschossenem Strafstoß, als Wolfsburg-Profi Jeanuel Belocian zunächst unbemerkt auf dem Punkt herumtrampelte.

„Ich weiß, dass Wolfsburg kämpft, um in der Bundesliga zu bleiben. Trotzdem finde ich es eine unnötige Aktion, weil ich glaube, Fairplay macht man trotzdem, auch wenn es um viel geht“, kritisierte Bayern-Spieler Tom Bischof nach der Partie bei Sky.

Trainer Vincent Kompany erklärte hingegen, dass er auch Verständnis für das Vorgehen von Belocian habe. „Natürlich ist es nicht das, was wir uns wünschen für Fußball allgemein“, sagte der Belgier auf der Pressekonferenz, nahm aber zugleich seine eigene Mannschaft in die Pflicht: „Aber dann müssen wir so clever sein und den Elfmeterpunkt schützen.“

Kompany zeigt Verständnis: „Was sollen die machen?“

Im Sky-Interview fragte Kompany mit Blick auf Wolfsburg rhetorisch: „Was sollen die machen? Einfach klatschen, wenn wir ein Tor machen und sagen, das war gut gespielt?“

Vielleicht könne man in dieser Situation etwas sagen, fuhr Kompany fort, betonte jedoch erneut: „Aber was soll der Spieler von Wolfsburg machen? Einfach absteigen, ohne alles zu versuchen? Das geht nicht.“

Bayern-Keeper Jonas Urbig, der mit seiner starken Leistung für Begeisterung sorgte, äußerte sich ähnlich verständnisvoll: „Für Wolfsburg geht es um alles und dementsprechend bin ich da gar nicht böse darum, dass da jemand den Elferpunkt manipuliert hat. Es geht um die Existenz, daher kann ich darüber hinwegsehen.“

Wolfsburg-Profi spricht von „dreckigen Spielchen“

Wolfsburg-Coach Dieter Hecking wollte trotz Nachfrage nicht näher auf die Szene eingehen, sagte mit einem leichten Grinsen aber dann dennoch: „Wenn das jetzt die Szene ist, die ihr zeigen wollt, sage ich einfach: Harry Kane hat heute seinen ersten Elfmeter verschossen und das tut ihm auch mal gut.“

Deutlicher wurde Wolfsburgs Mittelfeldspieler Patrick Wimmer in einem bemerkenswerten Statement über seinen Teamkollegen: „Das sind natürlich dreckige Spielchen. Die muss man vielleicht auch anwenden, wenn man da unten drinsteht.“

Kane verschoss gegen Wolfsburg erstmals einen Elfmeter in der Bundesliga. Beim Schuss rutschte der Engländer mit dem linken Standbein leicht weg, der Ball flog am Tor vorbei. Direkt danach blickte der Bayern-Star auffällig auf den Elfmeterpunkt.

Wolfsburgs Belocian hatte zuvor eine VAR-Überprüfung genutzt, um zunächst unbemerkt den Elfmeterpunkt zu bearbeiten. Erst TV-Bilder, die in der Halbzeit gesendet wurden, zeigten die Aktion.

Kompany mahnt: „Das kann den Unterschied machen“

Gefragt, ob der Elfmeterpunkt von Spielern beschützt werden müsse, antwortete Kompany am Sky-Mikrofon: „Ich glaube, wenn es am Mittwoch gegen Paris passiert wäre, hätten wir zwei, drei Spieler am Elfmeterpunkt gehabt. Das ist das kleine Detail, das dann den Unterschied machen kann.“

Zugleich richtete der Bayern-Trainer einen kleinen Vorwurf an seine Mannschaft: Wolfsburg mache „das bis an die Grenze und wir nicht und dann hast du diese erste Halbzeit. Und deshalb darfst du nie was verschenken.“