Im Sommer 2024 stand Joshua Kimmich kurz davor, den FC Bayern zu verlassen. Die Berichte sorgten damals für mächtig Wirbel. Nun kam ans Licht, wie ernst es Kimmich damals wirklich mit einem Abschied vom deutschen Rekordmeister war.
Zu 95 Prozent weg: Kimmich enthüllt Abschiedsgedanken vom FC Bayern
PSG? „Finanzielle war krass“
„Der Support des Vereins war nicht so da, wie man sich das erhofft oder wünscht“, erzählte Kimmich in der ZDF-Dokumentation „Kapitän Kimmich“, die ab dem 9. Juni in der ZDF-Mediathek zu sehen ist.
Eberl hätte Kimmich zum Verkauf angeboten
Kimmich schildert: „Ich hatte das Gefühl, dass die Bayern sehr offen sind, mich abzugeben. Das trägt nicht dazu bei, dass die Bindung zwischen Verein und Spieler größer wird. Ich habe mich mit Max Eberl unterhalten. Der hat mir das dann auch noch mal bestätigt: ‚Wenn du weg möchtest, dann bist du zum Verkauf, dann ist das möglich.'“
Eberl hatte sich im August 2024 öffentlich für Kimmich ausgesprochen. „Ich finde, die allgemeine Wahrnehmung in Deutschland wird ihm nicht ganz gerecht. Joshua war über viele Jahre ein wichtiger Spieler für den FC Bayern und soll es auch in Zukunft sein“, hatte Eberl damals gesagt.
FC Bayern: Kimmich war zu 95 Prozent weg
Bei Kimmich selbst standen die Zeichen in jenem Sommer auf Abschied. „Stand jetzt weiß ich nicht, was passieren sollte, dass ich hier verlängern würde“, sagte Kimmich in der jetzt veröffentlichten Doku vor zwei Jahren: „Selbst wenn wir hier 30 Spiele in Folge gewinnen und das finanzielle Angebot Wahnsinn ist und der Verein voll hinter mir steht. Ich will es nicht zu 100 Prozent ausschließen, aber zu 95 Prozent sehe ich es nicht kommen, dass ich hier verlängere.“
Der Mittelfeldstratege der Münchner verlängerte nach langem Gezerre (zwischenzeitlich hatte der FC Bayern sein Angebot sogar zurückgezogen) schließlich doch. Im März 2025 unterschrieb er ein neues Arbeitspapier, gültig bis 2029. Ums Geld sei es dabei nie gegangen, betonten beide Parteien. Vielmehr hatte der Aufsichtsrat um den mächtigen Patron Uli Hoeneß und Präsident Herbert Hainer wohl anfänglich Bedenken wegen des Gesamtpakets.
PSG wollte Kimmich unbedingt: „Das Finanzielle war krass“
Und dann war da noch Paris Saint-Germain. Der Hauptstadtklub buhlte immer wieder um Kimmich, machte im Winter 2025 nochmal richtig ernst.
„Mit Paris war ein Verein da, der sich sehr committet hat. Einer, den ich auch gar nicht so auf dem Zettel hatte. Ich habe mich schon mit dem Sportdirektor (Luís Campos, Anm. d. Red.) und dem Trainer von Paris (Luis Enrique, Anm. d. Red.) ausgetauscht. Wenn das Interesse groß ist, und ich muss sagen, die haben das wirklich gut gemacht und einem echt den Eindruck vermittelt, dass sie einen wirklich haben wollen, dann ist das schon so, dass man sich damit beschäftigt“, offenbarte der deutsche Nationalspieler.
PSG habe Kimmich als „wichtiges Puzzlestück“ gesehen: „Das macht dann schon was mit einem.“ Seine Frau Lina, mit der Kimmich vier gemeinsame Kinder hat, erzählte, dass sich die beiden sogar schon Schulen und Wohngegenden in Paris angeschaut hätten. Auch ein erstes Angebot wurde dem DFB-Kapitän offenbar unterbreitet: „Das Finanzielle war krass. Wirklich. Sehr, sehr krass, muss ich sagen. Ich wollte das aber nicht zum Ausschlaggebenden machen“, beteuerte Kimmich.
Welche Rolle Kompany spielte
Der 31-Jährige hielt Wort. Vielmehr war offenbar der neue Bayern-Coach Vincent Kompany (übernahm im Sommer 2024) ausschlaggebend für Kimmichs Entscheidungsfindung: „Ich hab noch nie ein so großes Vertrauen gespürt, wie jetzt.“
Auch aus privaten Gründen entschied sich der Familienvater für einen Verbleib in München. „Es ist nicht so, dass ich Single bin und nur für meine Karriere entscheiden kann“, sagte Kimmich. Er trage schließlich auch die Verantwortung für seine Familie.
Eines steht in jedem Fall fest: Kimmich bereut seine Entscheidung nicht: „Es war richtig, dass ich bei den Bayern verlängert habe.“