Die Bundesliga beschäftigt sich offenbar mit einem Kredit von mindestens einer Milliarde Euro. Es soll sogar bereits ein Geheimtreffen mit dem potenziellen Darlehensgeber Apollo, einem US-amerikanischem Private-Equity-Unternehmen mit Sitz in New York, gegeben haben. Das geht aus einem Bericht der Bild hervor.
Bericht: Bundesliga bastelt an heiklem Deal mit US-Riesen - min. 1 Milliarde
Milliarden-Deal der Bundesliga?
Axel Hellmann, Präsidiumsmitglied des Ligaverbandes und Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt, stehe federführend mit dem US-Riesen in Kontakt und leite die Entwicklungen an die Bundesliga-Kollegen weiter. Das soll ein namentlich nicht genannter Klubsprecher der Zeitung bestätigt haben.
So sollen die Details aussehen
Konkret sähe ein Deal wie folgt aus: Apollo schlägt ein Darlehen mit flexiblem Abruf von Geldern vor, bei einer Laufzeit von 20 Jahren und einem Zinssatz von 5,5 Prozent. Ein Bundesliga-Sprecher soll der Bild zumindest ein „Angebot für ein Fremdkapital-Modell“ bestätigt haben.
Aus dem Bericht geht ebenso hervor, dass ein internes Papier der Bundesliga mit der Aufschrift „Streng vertraulich“ existieren soll. Das Dokument soll als Vorlage für eine Gremiensitzung am 10. Juni gedient haben. Darin steht offenbar: „Apollo hat der DFL ein Fremdkapital-basiertes Modell signifikanten Umfangs vorgeschlagen.“
Aus den internen Akten geht wohl hervor, dass die italienische Großbank UniCredit das Geld bereitstellen und eine Vermittlungsgebühr von einem Prozent erhalten soll. Das wären umgerechnet also mindestens 10 Millionen Euro.
Bundesliga-Geschäftsführer soll Deal prüfen
Bundesliga-Geschäftsführer Marc Lenz habe demnach vom Präsidium den Auftrag erhalten, den umfangreichen Deal genau unter die Lupe zu nehmen. Mit einer „allgemeinen, grundsätzlichen Prüfung des Angebots und der rechtlichen Machbarkeit“ soll nun eine Basis für eine „seriöse Bewertung durch die Gremien“ gelegt werden. So wurde es zumindest der Bild auf eine entsprechende Anfrage mitgeteilt.
Natürlich stellt sich auch die Frage, wofür die Bundesliga derartige Summen aufwenden würde. Der Bericht bezieht sich auf Dokumente, die „internationale Maßnahmen“ oder die „Infrastruktur“ der Vereine als mögliche Investitionsfelder aufführen.
Es wird sogar das Gedankenspiel dargestellt, dass die Bundesliga Kredite an einzelne Klubs vergeben könnte. Diese Idee birgt im Falle einer ausbleibenden Rückzahlung natürlich ein mögliches Haftungsrisiko für die übrigen Vereine.
Kommt es wieder zu Fan-Protesten?
Apollo soll lediglich die 5,5 Prozent Zinsen kassieren. Das Unternehmen würde also von steigenden Erlösen bestenfalls indirekt profitieren, im Sinne eines erfolgreich abgewickelten Kreditgeschäfts. Mit KKR & Co. (Kohlberg, Kravis, Roberts & Co.), ebenfalls ein US-amerikanisches Private-Equity-Unternehmen, soll es auch noch einen zweiten Interessenten für ein Kreditgeschäft geben.
In der Bundesliga wird schon seit Jahren über Investorenmodelle diskutiert. 2024 stoppten Fan-Proteste die Suche nach einem Liga-Investor, der eine Milliarde bringen sollte. In ganz Deutschland flogen Tennisbälle und weitere Gegenstände auf den Rasen. Es drohten Spielabbrüche. Damit könnte auch dieser potenzielle Deal zu einer vertrackten Angelegenheit werden.