Ein angetäuschtes Zuspiel samt schnellem Haken nach rechts, dann der Doppelpass, eine feine Ballrolle – und letztlich ein staubtrockener, platzierter Abschluss in die untere linke Ecke. Es war ein Tor wie aus einem Guss, das Takato Yamamoto vor eineinhalb Wochen beim Testspiel gegen RW Oberhausen mit einem Luftsprung feierte.
BVB: Er beflügelt eine alte Sehnsucht
Er beflügelt eine alte Sehnsucht
Die Leichtigkeit, mit der das 18 Jahre junge Mittelfeldtalent aus Japan das Spielgerät behandelt, erinnert an ein Dortmunder Aushängeschild aus glorreichen Zeiten.
BVB-Talent Yamamoto: Einer wie Kagawa?
Yamamotos Landsmann Shinji Kagawa trug maßgeblich zu den letzten beiden Meistertiteln der Schwarz-Gelben 2011 und 2012 bei. Anfang 20 war der Japaner, als er 2010 von Cerezo Osaka in den Ruhrpott wechselte und durch überragende Leistungen zum Publikumsliebling avancierte.
Die wohlige Erinnerung an Kagawa ist in Dortmund gerade nochmal präsenter als ohnehin: Der BVB trifft auf seiner Japanreise am Mittwochmittag auf Cerezo Osaka trifft (12 Uhr LIVE im SPORT1-Ticker) – wo der mittlerweile 37 Jahre alte Kagawa inzwischen wieder aktiv ist und seine Karriere ausklingen lässt.
Der 19 Jahre jüngere Yamamoto ist mit dem BVB nach Japan gereist – und dürfte gegen den Partnerklub eine weitere Gelegenheit bekommen, sein Potenzial anzudeuten.
Auf Leihbasis in Dortmund
Ähnlich wie Kagawa glänzt der 1,77 Meter große Yamamoto mit Technik, Kreativität und Mut am Ball. Anders als bei Kagawa ist der linke Fuß Yamamotos stärker. Das hinderte ihn aber nicht daran, die Kugel gegen Oberhausen zum 3:1-Schlusspunkt mit seinem schwächeren rechten Fuß zu versenken. Auch bei Kagawa war – unter umgekehrten Vorzeichen – Beidfüßigkeit eine Trumpfkarte.
Ob Yamamoto in der Lage ist, irgendwann die Sehnsucht der Dortmunder Fans nach einem „neuen“ Kagawa zu stillen, ist schwer abzusehen – auch wenn er auf dem Boulevard umgehend den Ehrentitel „Super-Japaner“ bekommen hat. Yamamoto steht trotzdem noch ganz am Anfang seiner Karriere.
Der 18-Jährige kam auf Leihbasis für ein Jahr vom japanischen Erstligisten Gamba Osaka und ist erst mal für die U23 eingeplant.
Kovac lässt die Tür für Yamamoto offen
Trainer Niko Kovac fand nach dem Oberhausen-Spiel allerdings schon mal einige lobende Worte gegenüber den Journalisten: „Da waren einige gute Sachen dabei. Nicht nur ihr, sondern auch ich habe da richtig hingeschaut und wirklich Brauchbares gesehen“.
Die BVB-Verantwortlichen wollen den Japaner behutsam an den Profifußball heranführen. „Aber das heißt nicht, dass die Tür nach oben zu ist. Das soll durchlässig sein und wir werden ein Auge auf ihn haben“, betonte Kovac.
In die gleiche Kerbe schlug BVB-Manager Nils-Ole Book, der auf die Frage, ob Yamamoto auch für die erste Mannschaft interessant werden könne, aber zurückhaltend reagierte. „Für uns interessant werden, auf jeden Fall. Deshalb ist er da. Aber wir sollten die Kirche im Dorf lassen“, erklärte Book bei Sky: „Er ist ein sehr talentierter Spieler, der im vergangenen Spiel aber auch mehr Räume erhalten hatte, als er es in der Bundesliga bekommen wird.“
Yamamoto zeigt sich bei Japan-Reise lernwillig
Bei seinem zweiten Einsatz im schwarz-gelben Trikot im Testspiel bei Fortuna Düsseldorf (1:2) konnte Yamamoto nicht in gleicher Art und Weise auf sich aufmerksam machen – nichtsdestotrotz steht er vor dem Spiel in Osaka im Fokus.
Im Vorfeld der Partie gab es einen öffentlichen Termin mit Yamamoto und Kagawa, der auch erklärtermaßen ein großes Vorbild des Youngsters ist.
Yamamoto freut sich auf die Gelegenheit, in seinem Heimatland im BVB-Trikot vorzuspielen – ordnet seine kurzfristigen Perspektiven aber auch realistisch ein: „Momentan lerne ich unglaublich viel, vor allem was die technische und taktische Seite angeht. Im Training merke ich, auf welchem Level gespielt wird und woran ich noch arbeiten muss.“
Sollte Yamamoto die positiven Eindrücke allerdings weiter bestätigen, wird die Möglichkeit einer festen Verpflichtung allerdings gewiss zum Thema werden.