Eigentlich konnte man die Uhr danach stellen: Nur wenige Tage nach dem WM-Aus der französischen Nationalmannschaft wird Michael Olise erneut mit Real Madrid in Verbindung gebracht. Nach teils wilden Berichten aus Spanien, die bereits vor dem Turnier für Aufregung gesorgt hatten, ist es aktuell die seriöse L’Équipe aus Frankreich, die berichtet, Olise habe „Lust auf Real Madrid“.
FC Bayern: Die Taktik im Olise-Theater
Bayerns Taktik im Olise-Theater
Zeilen, die viele Bayern-Fans in Schrecken versetzen. Bislang war höchstens von einem Interesse der Königlichen die Rede. Jetzt soll der Flirt von Spielerseite erwidert werden. SPORT1-Informationen zufolge ist jedoch weder Olise noch sein Berater bislang auf die Münchner zugekommen, um einen Wechsel zu forcieren. Entsprechend gelassen gibt man sich an der Säbener Straße – von „Sommertheater“ spricht man hinter den Kulissen.
Zudem liegen die Fakten auf der Hand: Olise ist vertraglich noch bis 2029 an den FC Bayern gebunden – ohne Ausstiegsklausel. Stellt sich der Verein einem Wechsel entgegen, kommt er nicht zustande. Daran wird dem Vernehmen nach auch in den kommenden Wochen nicht zu rütteln sein.
Auch weil die Bayern sich mit ihren Ansagen in der Causa bereits weit aus dem Fenster gelehnt haben. Sowohl Klub-Patron Uli Hoeneß als auch Präsident Herbert Hainer wischten bereits sämtliche Olise-Gerüchte beiseite und erklärten ihn für unverkäuflich. Auch 200 Millionen Euro Ablöse würden die Bayern nicht schwach werden lassen, erklärte Hoeneß im März. Damals war es der FC Liverpool, dem Interesse nachgesagt wurde. Die Führungsriege der Münchner hat also durchaus einen Ruf zu verlieren, sollte man sich doch noch kurzfristig für einen Verkauf entscheiden – auch darum geht es.
FC Bayern will wegen Olise nicht öffentlich reagieren
Solange obendrein keine Zitate oder Statements des Spielers oder seines Beraters öffentlich werden, ist Bayerns Taktik klar: Entspannt bleiben und Gelassenheit demonstrieren. SPORT1-Informationen zufolge hat man an der Säbener Straße nicht vor, das aktuelle Geraune durch eine offizielle Reaktion aufzuwerten. Eine verständliche Marschroute, schließlich müsste sich der Klub dann folgerichtig zu jedem noch so kleinen Gerücht äußern.
Dass man sich im Verein dessen bewusst war, dass Olise während der WM diversen Einflüsterungen ausgesetzt sein würde, hatte SPORT1 bereits Mitte Juni berichtet. Insofern treffen die aktuellen Gerüchte die Münchner nicht unvorbereitet. Als Trumpf in diesem Transfer-Theater gilt weiterhin Trainer Vincent Kompany. Auch Dayot Upamecano soll laut L’Équipe in der französischen Kabine darum gekämpft haben, dass sein Teamkollege beim FC Bayern bleibt.
Die Spekulationen dürften trotzdem nicht abreißen. Das Sommer-Transferfenster schließt in den europäischen Top-Ligen schließlich erst am 1. September. In München muss man also noch recht lange Gelassenheit demonstrieren.