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"Alle Achtung!" Über diesen Neuling staunt die Konkurrenz

Ein Neuling versteckt sich nicht

Das Saarland steht kopf. Der Dorfverein aus Elversberg schafft bei seiner historischen Bundesliga-Premiere eine Sensation. Die Konkurrenz staunt.
Nach dem ersten Bundesliga-Spiel der Vereinsgeschichte zieht Elversbergs Trainer Vincent Wagner Bilanz.
Das Saarland steht kopf. Der Dorfverein aus Elversberg schafft bei seiner historischen Bundesliga-Premiere eine Sensation. Die Konkurrenz staunt.

Im beschaulichen Elversberg brachen alle Dämme, das kleine Saarland stand kopf – selbst die Ministerpräsidentin platzte vor Stolz. „Ein Wahnsinn“, schrieb Landesoberhaupt Anke Rehlinger bei Instagram: „Mit Mut, Leidenschaft und starkem Fußball hat die SVE an der Kaiserlinde ein echtes Traumdebüt hingelegt.“

Die 13.000-Seelen-Gemeinde schrieb als kleinster Bundesliga-Standort ever Geschichte und sorgte gleich bei der Premiere mit dem 3:2 (2:0) gegen die Startruppe von Bayer Leverkusen für eine Sensation.

Dies werde „auf jeden Fall“ gefeiert, kündigte Stürmer Luca Schnellbacher mit breitem Grinsen an, aber auf spezielle Art und Weise: „Bei uns gibt es nicht so viele, die Alkohol trinken. Da gibt es vielleicht mal eine Fanta oder eine Cola.“ Die hatten sich die aufmüpfigen Hochgeschwindigkeitsfußballer des Aufsteigers redlich verdient.

Auf der heimischen Stadion-Baustelle nahm der Dorfverein den Europapokal-Teilnehmer phasenweise auseinander. Spätestens jetzt also dürfte sich das kleine saarländische Dorf auch bei den Großen der Liga auf die Karte gebracht haben.

Schalke-Direktor Mulder beeindruckt von der SV Elversberg

„Das Publikum, die Art und Weise, wie sie da in den letzten Jahren zusammengearbeitet haben, die Spieler, die sie immer geholt haben, die Trainer, die da auf eine bestimmte Weise agiert haben – da steht der Fußball im Mittelpunkt. Das ist echt ein schöner, ein guter Fußball. Schon bemerkenswert, was sie da aufgebaut haben. Alle Achtung!“ staunte Youri Mulder, Direktor Sport des FC Schalke, im FIROCKX DOPPELPASS bei SPORT1 nicht schlecht. In der vergangenen Saison hatten die Königsblauen in der zweiten Liga noch selbst an der Kaiserlinde gastiert.

In der Bundesliga müsse sich die SVE „auf keinen Fall verstecken“, betonte Linksverteidiger Lasse Günther. Der erste saarländische Erstligist seit 33 Jahren ist gekommen, um zu bleiben. „Wenn wir unser Spiel spielen, können wir auf jeden Fall mithalten“, betonte Trainer Vincent Wagner: „Aber wenn wir nicht schlau genug sind und Kleinigkeiten anbieten, reicht das aus, damit der Gegner das ausnutzt.“

So wurde aus der anfänglichen Gala nach den Treffern von Lukas Petkov (8.), Cole Campbell (9.) und David Mokwa (46.) doch noch eine Zitterpartie. „70 Minuten haben wir so Fußball gespielt, wie wir wollten“, sagte Wagner. Danach habe sein Team die Intensität nicht mehr halten können und in den Verwaltungsmodus geschaltet. Dies nutzte Bayer mit den Treffern von Patrik Schick (77.) und Christian Kofane (90.+1), doch „die Elv“ rettete sich mit Glück und Geschick.

So will Elversberg nicht nur Bayer Leverkusen schocken

„Es muss weiter unsere Qualität sein, dass wir mutigen Fußball spielen. Auch wenn wir dann mal einen auf den Deckel kriegen“, erklärte der Cheftrainer. Die SVE könne in der Bundesliga „nur bestehen, wenn wir mutigen Fußball spielen. Das ist die einzige Chance, die wir haben. Wenn wir nur verwalten, wird es schwierig.“ Der Unterschied zur 2. Liga? „Alles“, betonte Günther: „Tempo, Qualität, Sauberkeit. Aber es macht auch mehr Spaß.“

In der Bundesliga brenne es schon bei „kleinen Fehlern lichterloh“, mahnte Wagner: „Entweder wir werden da erwachsen oder wir kriegen es um die Ohren.“ Gleich zwölf Spieler des Dorfklubs feierten zum Auftakt ihr Bundesliga-Debüt, der Marktwert der Leverkusener Startelf betrug das Zehnfache. Doch das ist alles egal.

„Wir sind nicht nur aufgestiegen, um Erfahrung zu sammeln“, sagte Petkov bei Sky: „Wir wollen drin bleiben, auf unsere Art und Weise. Voll drauf, keine Angst.“

Das erste Bundesliga-Auswärtsspiel der Vereinsgeschichte steigt kommende Woche in Mönchengladbach, anschließend kommt der Meister an die Kaiserlinde. Er sei sich trotz des furiosen Auftakts seiner Elf „sicher“, so Wagner mit breitem Grinsen, „dass die Bayern gar nicht zittern“. Respekt werden sie spätestens jetzt aber haben.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)