In der vergangenen Saison wurde Jamal Musiala lange von Verletzungsproblemen ausgebremst, nun sollte der Offensivstar des FC Bayern mit voller Energie und in Topform in die neue Spielzeit starten. Doch spätestens nach den jüngsten Ereignissen ist das nicht mehr möglich.
Ersatz für Musiala? So plant der FC Bayern
Musiala-Ersatz? So plant Bayern
Am Dienstag, nur wenige Tage nach seinem ersten Zusammenbruch im Testspiel gegen RB Leipzig, ging Musiala auch bei der Supercup-Generalprobe in Heidenheim auf dem Platz zu Boden.
Der 23-Jährige sprach nach dem erneuten Drama von „temporär kurz auftretenden, aber gut behandelbaren Absencen, die auf eine neurologische Dysfunktion“ zurückzuführen seien. Ihm gehe es gut, er wolle den Fans „auch die Sorgen nehmen. Es besteht kein darüber hinausgehendes gesundheitliches Risiko.“
Doch wie es mit Musiala in sportlicher Hinsicht konkret weitergeht, ist offen. Und damit entstehen zwangsläufig weitere Fragen: Wie plant der FC Bayern auf seiner Position? Wird der deutsche Rekordmeister noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv?
FC Bayern setzt auf Neuzugang Saibari
Die Antwort ist eindeutig: Nach SPORT1-Informationen ist ein Ersatz-Transfer kein Thema – und stand auch nie zur Debatte.
Mit Ismael Saibari fühlt sich der deutsche Rekordmeister im offensiven Mittelfeld gut aufgestellt. Der Wechsel des Marokkaners, der zuvor bei der PSV Eindhoven gespielt hatte, wurde zu einem Zeitpunkt perfekt gemacht, als die Münchner intern bereits von Musialas gesundheitlichen Problemen wussten.
Für den 25-jährigen Saibari könnte die aktuelle Situation nun zur Bewährungsprobe – und gleichzeitig zur großen Chance werden. Zudem haben die Bayern auf der Zehn weitere Alternativen in der Hinterhand: Lennart Karl und Serge Gnabry dürften nach ihren Verletzungspausen bald wieder zur Verfügung stehen.
Musiala bekommt die volle Unterstützung
Klar ist auch: Der FC Bayern will Musiala keinesfalls das Gefühl vermitteln, dass der Klub ihn abschreibt. Im Gegenteil: Der Rekordmeister steht zu 100 Prozent hinter seinem Offensivstar und räumt ihm die notwendige Zeit ein.
Ehrenpräsident Uli Hoeneß sicherte Musiala im Interview mit RTL/Sky eine „in jeder Hinsicht bedingungslose Unterstützung“ des Vereins zu. „Unsere Ärzte sind mit den Spezialisten, das sind ja neurologische Fragen, ständig im Austausch. Und der Verein – auch der Trainer und Max Eberl – haben Jamal immer zugesagt, dass sie alles tun werden, um ihm zu helfen“, erklärte der 74-Jährige.
Vorstandschef Jan-Christian Dreesen schlug ähnliche Töne an. „Es ist unsere Aufgabe, ihn zu begleiten, das Beste für ihn zu tun, gemeinsam mit den Ärzten und dem Management – auch in einem Umfeld, das ihm die Ruhe gibt“, betonte er am Mittwoch bei der Verleihung des Goldenen Schuhs an Harry Kane.
Die Situation ist nicht komplett neu
Ohne Musiala dürfte sich taktisch beim FC Bayern vieles an der Spielweise orientieren, die Trainer Vincent Kompany bereits nach der Verletzung des Offensivspielers bei der Klub-WM zu Beginn der vergangenen Spielzeit praktizierte. Damals spielte Gnabry im 4-2-3-1-System stets auf der Zehn.
Der entscheidende und erfreuliche Unterschied zur damaligen Situation: Jetzt steht Saibari noch als zusätzliche Option zur Verfügung.
Was darüber hinaus Hoffnung macht: Ohne Musiala legten die Bayern in der Saison 2025/26 einen beeindruckenden Start hin. Die Münchner schlugen unter anderem RB Leipzig mit 6:0, den Hamburger SV mit 5:0, Hoffenheim mit 4:1, Werder Bremen mit 4:0 und Eintracht Frankfurt mit 3:0.
Keine Alarmstimmung beim FC Bayern
Auch in der Champions League gab es klare Siege gegen Chelsea (3:1) und Pafos (5:1) zu bejubeln. Musiala wurde also zunächst gar nicht richtig vermisst, weil andere Spieler in die Bresche sprangen.
Entsprechend verfällt man beim FC Bayern trotz der jüngsten Musiala-Vorfälle nicht in Alarmstimmung. Von einem Worst-Case-Szenario geht an der Säbener Straße derzeit niemand aus.
Wie schnell der Dribbler wieder eine tragende Rolle übernehmen kann, wird sich zeigen. Übereinstimmenden Berichten zufolge sei derweil aber klar, dass Musiala nicht im Supercup beim Vizemeister Borussia Dortmund am Samstag (20.30 Uhr) im Bayern-Kader stehen werde.
Dann kann die Mannschaft zeigen, ob sie wie im Vorjahr zumindest eine Zeit lang auch ohne ihn bestens zurechtkommt.