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Ist dieser deutsche Stürmer einer für Jürgen Klopp?

Erfüllt er eine deutsche Sehnsucht?

Dzenan Pejcinovic erlebt beim VfB Stuttgart einen Traumstart. Jetzt soll der Stürmer sogar im Fokus von Bundestrainer Jürgen Klopp stehen. Ausgerechnet gegen den FC Bayern kann er weiter Werbung für sich machen.
Dzenan Pejcinovic läuft in der ersten Pokalrunde erstmals in einem Pflichtspiel für den VfB Stuttgart auf - und trifft direkt dreifach.
Dzenan Pejcinovic erlebt beim VfB Stuttgart einen Traumstart. Jetzt soll der Stürmer sogar im Fokus von Bundestrainer Jürgen Klopp stehen. Ausgerechnet gegen den FC Bayern kann er weiter Werbung für sich machen.

25 Millionen für den Stürmer eines Zweitligisten? Die Fragezeichen waren vielerorts doch sehr groß, als der VfB Stuttgart Dzenan Pejcinovic eben genau für diese Summe vom VfL Wolfsburg verpflichtete.

Doch schon nach dem ersten Einsatz des 21-Jährigen dürften viele Fragezeichen verschwunden sein. Im DFB-Pokal glänzte er beim 4:0-Erfolg bei Hansa Rostock gleich mit drei Treffern.

„Man zahlt das Vertrauen als Stürmer am besten mit Toren zurück. Für mich ist aber auch wichtig, dass ich für die Mannschaft arbeite. Dass ich meinen Teil für den Erfolg beitrage. Ich freue mich, so einen Einstand hingelegt zu haben“, sagte Pejcinovic im Anschluss am ZDF-Mikrofon.

Mit seinen drei Toren beim Debüt zog er übrigens gleichzeitig in einen elitären VfB-Kreis ein. Pejcinovic ist der erste VfB-Spieler mit einem Dreierpack bei seinem Vereinsdebüt seit Adhemar im Februar 2001 in der Bundesliga gegen Kaiserslautern.

Hat Stuttgart endlich einen Woltemade-Ersatz?

Die starke Leistung würdigte auch sein Sturmkollege Deniz Undav: „Guter Einstand für Dzenan! Er hat einen brutalen linken Fuß und schweißt die Dinger rein. Das brauchst du in der ersten Runde: Eiskalt sein.“

Der VfB-Kapitän wird sich auch darüber freuen, endlich wieder einen kongenialen Partner an seiner Seite zu haben, der ihm im vergangenen Sommer durch den plötzlichen Abgang von Nick Woltemade verloren gegangen war.

Eigentlich hatten die Stuttgarter klar mit dem Nationalspieler geplant, ihn dann aber nach dem unglaublichen Angebot von Newcastle United nach England ziehen lassen.

Ein Ersatz für Woltemade kam nicht, auch weil der designierte Nachfolger Hyeon-gyu Oh vom KRC Genk durch den Medizincheck fiel. So mussten Undav und Ermedin Demirovic eine gesamte Saison zu zweit das Sturmzentrum füllen – zeitweise sogar allein, wenn der jeweils andere verletzt ausfiel.

Das bringt Pejcinovic mit

Doch damit ist jetzt Schluss. Pejcinovic soll das neue Sturm-Trio des VfB perfekt ergänzen. Nicht umsonst zahlten die Stuttgarter so viel Geld (zweitteuerster Einkauf der Vereinsgeschichte nach Deniz Undav für 26,7 Millionen Euro) für den Stürmer.

„Ich kann nur sagen, dass wir uns sehr, sehr um ihm bemüht haben, dass die Überzeugung von Anfang groß war und er als auch wir eigentlich nie einen Zweifel dran gelassen haben, dass wir das machen wollen“, sagt Sebastian Hoeneß nach dem Traumeinstand über seinen Stürmer: „Der Junge macht Spaß.“

Zudem passt er mit seinen Stärken perfekt zum VfB. Ein klassischer Stoßstürmer wie er fehlte bisher. Der 21-Jährige ist zudem die perfekte Ergänzung neben dem technisch starken und spielintelligenten Undav, der ohnehin am liebsten um einen echten Mittelstürmer herumspielt.

Mit seiner Körpergröße von 1,90 m kann er viele Bälle festmachen und seine extreme Kopfballstärke bringt zusätzlich ein Element mit, das dem VfB bisher weder Undav noch Demirovic liefern konnten. Abgerundet wird sein Gesamtpaket durch seine Stärken im Gegenpressing.

Ist Pejcinovic einer für Klopp?

All diese angesprochenen Qualitäten könnten ihn in Zukunft natürlich auch für den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp in der Nationalmannschaft attraktiv machen.

Zuletzt gab es sogar schon Medienberichte, wonach Pejcinovic schon auf der Liste von Klopp stehen soll. Der deutsche U-21-Nationalspieler (sieben Spiele, zwei Tore) sieht das Thema noch gelassen: „Ich bin aktuell U-21-Nationalspieler. Was dann kommt, werden wir sehen. Ich schaue einfach, dass ich meinen Job richtig mache. Das ist für mich noch kein großes Thema.“

Ähnlich sieht es auch Stuttgarts Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. Es seien zunächst einmal 90 Minuten gewesen, „in denen er sehr gut gespielt hat, aber ich denke, dass der Bundestrainer die erste Phase bis zur Länderspielpause abwarten wird“.

Gut für Pejcinovic: Speziell auf der Stürmerposition sucht Deutschland seit Jahren nach dem nächsten klassischen Neuner der Güteklasse Müller oder Klose.

Macht er ausgerechnet gegen den FC Bayern Werbung für sich?

Seine nächste Bewährungsprobe wird der 21-Jährige schon am kommenden Freitag beim Bundesliga-Auftakt beim FC Bayern (ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) haben.

Das Duell mit dem aktuellen Deutschen Meister wird für den gebürtigen Münchener sicher ein besonderes Spiel. Pejcinovic verbrachte Teile seiner Jugend beim FC Bayern. Mit 13 wurde er aber weggeschickt und wechselte 2022 zum FC Augsburg.

„Mir wurde damals gesagt, dass es für Bayern nicht mehr reicht“, erzählte der Stürmer am Anfang des Jahres im Bild-Interview: „Als junger Kerl ist so was erst mal belastend. Man musste das erst mal verdauen, weil Bayern München DER Verein ist. Am Anfang hat das wehgetan.“

Den damaligen Rückschlag habe er aber in positive Energie umgewandelt: „Als ich dann nach Augsburg gewechselt bin, habe ich mir vorgenommen, immer gegen Bayern zu treffen. Das ist mir dann eigentlich auch in jedem Jahr in der U-Saison gelungen.“

In der vergangenen Saison traf er dann auch für den VfL Wolfsburg gegen die Bayern. Am Freitag soll es wiederum für den VfB Stuttgart vor den Augen von Jürgen Klopp funktionieren.